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Goch
Das neue Gesicht vom Café Binnenheide

Goch: Das neue Gesicht vom Café Binnenheide
Simone Bruckmann bietet auch verschiedene Kuchen an. Die neue Pächterin kennt das Bauernhofcafé schon lange und hat dort vorher als Servicekraft gearbeitet. FOTO: Evers
Goch. Das Ehepaar Franz-Josef "Jupp" und Maria Pellander geht in Ruhestand. Die Winnekendonkerin Simone Bruckmann übernimmt. Team, Kuchenauswahl und Öffnungszeiten bleiben. Ein Buch mit Erinnerungen aus 19 Jahren liegt aus. Von Bianca Mokwa

In der Küche des Bauernhofcafés Binnenheide hängt eine ganze Schar von Backringen. Mittendrin steht Maria Pellander. "Was mach' ich denn heute, ein oder zwei Pflaumenkuchen? Ich werde mal eben die Simone fragen." Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Maria und Franz-Josef "Jupp" Pellander hören nach 19 Jahren auf. Simone Bruckmann war früher Servicekraft und übernimmt das Café, das mitten in einer ländlichen Idylle liegt. Der Weg dorthin führt minutenlang durch niederrheinisches Grün, am Ziel angekommen erwartet den Gast Kuchenduft und -genuss. Einer sprach mal von "der Mutter aller Bauernhofcafés", denn gefühlt fingen Pellander an, bevor Bauernhofcafés so richtig ins Rollen kamen.

Nach 19 Jahren nun der Wechsel an der Führungsspitze, Maria Pellander ist 65 Jahre alt, Jupp 66 Jahre. "Das Wichtigste ist, dass die Leute wissen: Es wird sich nichts ändern", sagt Maria Pellander. Die "Geheimrezepte" sind an die neue Chefin übergegangen und das Ehepaar Pellander ist noch da, um "die Neue" zu unterstützen.

Simone Bruckmann ist 47 Jahre alt. "Ich war etwa genauso alt, die Kinder gerade aus dem Haus", zieht Maria Pellander den Vergleich und erinnert sich als ihr Abenteuer Bauernhofcafé begann. Kochen und Backen hat sie immer schon geliebt und dann war da die Idee, aus den Kuh- und Schweineställen ein Café zu machen. "Da ist was Tolles draus geworden", lobt die neue Pächterin und bekommt direkt Lob zurück. "Sie hat das gelernt, ihr trau' ich das zu", sagt Maria Pellander und sieht die Zukunft des Bauernhofcafés auf sichere Beine gestellt. 29 Jahre Gastronomieerfahrung bringt Simone Bruckmann mit. Ihre Kinder sind mit 19 und 22 Jahren erwachsen. "Da kann ich das in Angriff nehmen", sagt die Winnekendonkerin über ihren Weg in die Selbstständigkeit. Auf der Hauptstraße in Kevelaer habe sie Maria Pellander getroffen, als die erzählte, dass sie und ihr Mann aufhören wollen, sagte sie: "Denk' an mich." Das tat das Ehepaar. Immer sonntags hatte Simone Bruckmann schon dort als Servicekraft gearbeitet. "Das ist meins, der Umgang mit den Gästen", sagt die neue Pächterin. "Es ist ganz familiär. Das ist das, was mir so gefällt." Die Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten, "die nehm' ich mir". Die Gäste wiederum nehmen für ein Stück Kuchen im legendären Bauernhofcafé auch gerne 40 Kilometer Anfahrt in Kauf. "Auf dem Parkplatz stehen genauso viele mit DU-Nummernschildern wie mit KLE-Nummernschild", sagt Jupp Pellander. Und natürlich machen sich regelmäßig Pedalritter auf den Weg. "Das Wichtigste ist, dass das Café weitergeführt wird und das man den Übergang kaum merkt", lautet sein Wunsch. Natürlich gebe es auch neue Ideen. "Mehr glutenfreie Produkte, auch Brötchen", nennt Simone Bruckmann ein Beispiel. Denn die Nachfrage danach werde immer größer. Es gibt aber auch Sachen, die sind von der Speisekarten nicht mehr wegzudenken. Aktuell ist das der Pflaumenkuchen. Wenn reif, dann sogar mit Pflaumen aus der Binnenheide. "Solange der Vorrat reicht", sagt Maria Pellander und holt ein dampfendes Blech aus der Küche. Nicht fehlen darf auch in Zukunft die Stachelbeertorte und für die Düsseldorfer Holländer Kirsch.

Für ihre Gäste haben Jupp und Maria Pellander ein Buch ausgelegt, in dem sie sich für 19 wunderbare Jahre bedanken, "in denen Gäste zu lieben Bekannte und Freunden wurden". Die haben sich ihrerseits verewigt mit ganzen Geschichten und kurzen Statements. "Herrlicher Kuchen" ist da zu lesen und "einfach Spitze am Niederrhein" und "Danke für die geselligen Stunden".

Das Buch werden die beiden, die immer noch hin und wieder zur Unterstützung da sind, sicher manches mal hervorkramen. "Ich habe den Job geliebt, echt, das war mein drittes Kind", sagt Maria Pellander. "Bisschen mehr Zeit haben" nennt ihr Mann, was er mit Ruhestand verbindet. Mehr Zeit, für die Familie, allen voran die vier Enkel, oder sich einfach auf den Drahtesel zu schwingen und durch die niederrheinische Landschaft zu fahren.

Quelle: RP
 
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