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Goch
Das neue Gocher Gemeindezentrum

Goch: Das neue Gocher Gemeindezentrum
Die Studie oben zeigt das geplante Gemeindehaus von der Rückseite,rechts davon ist die evangelische Kirche, links das Rathaus zu erkennen. Die für den Entwurf verantwortlichen Architekten Gunnar Ader und Alexander Kühne (rechts) im Gespräch mit Bernd Prieske (links, Baukirchmeister der evangelischen Gemeinde Goch). FOTO: EVERS
Goch. Die evangelische Kirchengemeinde Goch möchte ihr Gemeindehaus neben der Kirche abreißen und neu bauen. Bei einem Architektenwettbewerb setzte sich das Büro Ader & Kleemann durch. Von Anja Settnik

Obwohl der Wunsch seit vielen Jahren besteht, kam die Mitteilung über den konkreten Plan jetzt doch sehr unerwartet: Die evangelische Kirchengemeinde Goch hat vor, ihr Gemeindehaus am Marktplatz komplett zu erneuern. Ein Architektenwettbewerb zum Thema hat bereits stattgefunden, der Sieger wurde bei einer offenen Gemeindeversammlung vorgestellt. Der Entwurf des Büros Ader & Kleemann aus Kalkar überzeugte die Jury.

Pfarrer Robert Arndt begrüßte die Besucher: "Wir schaffen hier einen Platz für Leute, die einen Ort brauchen, um sich zu treffen. Wir wollen Räume für die Arbeit und Begegnung mit Flüchtlingen schaffen, aber natürlich auch unserem Repair-Café und vielen anderen Gruppen und Anlässen eine neue Heimat schaffen." Das Haus solle allen Gochern zur Verfügung stehen.

FOTO: Evers Gottfried

Landeskirchenrätin Gudrun Gotthardt, zuständig für die Bauberatung der evangelischen Kirche im Rheinland, erläuterte das Vorhaben und erklärte, warum ausdrücklich alle Bürger von dem Neubau profitieren sollen: "Die Förderung durch das Land ist daran gebunden." Und auf Städtebaufördermittel setzen die Gocher natürlich. "Es sind Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro aufzubringen. Die Gemeinde wird einen Eigenanteil einbringen und einen größeren Teil finanzieren." Eine mindestens 25-prozentige Förderung ist wohl nötig, erhofft wird aber deutlich mehr. Entweder 2018, spätestens aber 2019 will man zum Zuge kommen, wobei ein auswärtiger Berater die Antragsteller unterstützt.

Die Architekten hätten vorab genau erklärt bekommen, welches Raumprogramm abzubilden sei und welchen Zwecken das Gebäude zu dienen habe. Neben inhaltlichen Voraussetzungen sind die denkmalgeschützten Nachbargebäude - Kirche und Rathaus - zu berücksichtigen. "Der Neubau muss den Denkmälern seinen Respekt erweisen, andererseits einladend wirken und die Marktansicht aufwerten." Der Spagat zwischen "sich einfügen" und "sich abgrenzen" ist gelungen, zeigen Pläne und Modell. Ein modernes Haus in zeitgemäßer Architektursprache mit viel Glas und dazwischen Klinker nimmt die Geschossigkeit und die Traufhöhen der Nachbargebäude auf. Oberhalb des Erdgeschosses mit großzügigem Foyer und in der Größe flexibel zu gestaltendem Saal gibt es zwei weitere Geschosse für Gruppenräume und Büros, unterm Dach wird die Jugend ihr Reich haben. "Sogar mit einer Dachterrasse für schöne Abende", erklärt Arndt schmunzelnd. Auch vom Erdgeschoss aus wird der Garten, der Diakonie, Kirche und Gemeindehaus verbindet, zu betreten sein. Auch der zweite Fluchtweg soll über eine Treppe dorthin führen. Oberlichter bringen viel Licht, vorgelagerte Loggien sollen Richtung Süden (Marktseite) für Beschattung sorgen.

Die Kirche wird sowohl vom Erdgeschoss, als auch aus der oberen Etage - zur Empore - zugänglich sein. Ein Aufzug macht es auch Rollstuhlfahrern möglich, überall dabei zu sein. Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Jetzt heißt es erst einmal Daumen drücken für eine Förderzusage.

Quelle: RP
 
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