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Goch
Das "Niersprotokoll" im Gocher Rathaus

Goch. Rhein und Donau werden in Volksliedern besungen, die Niers bringt es in der Musik bislang nur zu lokaler Bedeutung. Jetzt haben allerdings zwei Theaterfreunde aus Mönchengladbach das Niederrhein-Flüsschen zum Gegenstand eines Bühnenevents gekürt, das in mehreren Städten aufgeführt wird. Das "Niersprotokoll" ist eine Mischung aus Schauspiel, Puppentheater und Musik und wird zwischen Mitte September und Ende November dem Publikum dargebracht. Im Gocher Ratssaal macht das Mönchengladbacher Duo "Die Fabulanten" am 5. Oktober Station.

Susanne Henke arbeitet als freie Regisseurin und hat gemeinsam mit Nadja Bükow und Carsten Jensen die Aufführung entwickelt, die zudem von Felix Kroll (Musik) und Christoph Wassenberg (Technik) unterstützt wird. Die Schauspieler haben ihr Handwerk in Berlin gelernt, die Germanistin und Theaterwissenschaftlerin Susanne Henke arbeitete als Regieassistentin am Schauspielhaus Bochum und am Landestheater Tübingen, bevor sie zur Regie für freie Gruppen wechselet. Die Produktion wird unter anderem vom NRW-Kultusministerium und vom Niersverband unterstützt.

Über die Niers können Heimatliebende glücklich seufzen, über das Gewässer kann man weit mehr erzählen, beweisen die Akteure. Der kleine Fluss gab und gibt einer Reihe Menschen ihr täglich Brot, hilft bei der Freizeitgestaltung, tritt trotz aller Bemühungen, sie zu zähmen, noch immer regelmäßig über die Ufer, ist manchmal wild, oft träge, versiegt nicht, obwohl es eine regelrechte Quelle nicht gibt.

Mit Puppentheater und Schauspiel, mit Stoff, Objekten und Musik erzählen die Fabulanten im "Niersprotokoll" von der Geschichte und den wechselnden Gesichtern des Wasserlaufs. "Mit ihrem oftmals maßlos ausufernden Charakter war sie eine schwierige Gesellin. Doch der Mensch hat sie sich zu eigen gemacht und ihre Kräfte für sein wirtschaftliches Fortkommen genutzt", heißt es in der Beschreibung des Stückes.

Die erzählte, gespielte und von Musik begleitete Geschichte widme sich der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Auf poetische und humorvolle Weise, manchmal aber auch von Traurigkeit begleitet, erfahren die Zuschauer Vieles über den Fluss, an dessen Ufer sie oft schon ihr ganzes Leben verbracht haben, ohne allzu viel über diesen Nachbarn nachgedacht zu haben.

Bereits am 24. September gastiert die Truppe in Geldern ab 16.30 Uhr in der Bahnhofsunterführung, am 30. Oktober wird das Programm auf der anderen Seite der Grenze aufgeführt: im ehemaligen Kloster "Roepan" in Ottersum.

Zwischendurch wird der Gocher Ratssaal zur Bühne für das "Niersprotokoll": am Mittwoch, dem 5. Oktober, ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, Jugendliche zahlen sieben Euro.

Karten sind zu haben bei der KulTOURbühne in Goch.

(nik)
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