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Goch/Kevelaer
Das Wetter schreckt die Pilger nicht ab

Goch/Kevelaer: Das Wetter schreckt die Pilger nicht ab
Auch viele Jugendliche sind in dieser Wallfahrtzeit wieder nach Kevelaer gepilgert, wie die Schüler vom Collegium Augustinianum Gaesdonck. FOTO: Bistum Münster
Goch/Kevelaer. Halbzeitbilanz: Die Pilger lassen sich auch durch Unwetter und Hitze nicht aufhalten. So lautet das Fazit von Wallfahrtsleiter Rainer Killich. Von Sebastian Latzel

Besonders im Blick haben die Gläubigen den Frieden - vor allem vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen. Daher gab es am Wochenende auch ein gut besuchtes Gebet für den Frieden an der Stele im Forum Pax Christi. Überhaupt liegen die Pilger-Zahlen der Wallfahrt in Kevelaer bisher trotz des zeitweise ungünstigen Wetters im Schnitt der vergangenen Jahre. "Traditionell ist die erste Hälfte der Wallfahrtssaison die Zeit, in der die Einzelpilger kommen", erläutert Killich. Und bei diesen spiele das Thema "Wetter" dann schon eine gewisse Rolle. Organisierte Gruppen würden sich bei jeder Witterung auf den Weg machen, weil der Termin eben nun einmal feststehe. Einzelpilger dagegen überlegen bei Hitze oder Regen durchaus schon mal, ob sie den Besuch in Kevelaer nicht verschieben.

Bislang hätten sich die Pilger unbeeindruckt von nassem oder auch schwül-heißen Wetter gezeigt. "Leute, die nach Kevelaer wollen, die kommen auch", sagte Wallfahrtsleiter Rainer Killich. Bis zum offiziellen Ende der Pilgerzeit am 1. November werden insgesamt rund eine Million Wallfahrer am Niederrhein erwartet. Kevelaer gilt als zweitgrößter Pilgerort in Deutschland hinter Altötting in Bayern.

Die Zeit der organisierten Fußpilger-Gruppen beginne in einer Woche. "Bei den angemeldeten Pilgergruppen haben wir ganz stabile Zahlen", sagt Killich.

Die Gruppen - auch mit recht vielen jungen Leuten - seien manchmal eine ganze Woche zu Fuß an den Niederrhein unterwegs.

Eine große Gruppe wird am Samstag, 13. August, nach Kevelaer kommen. Dann steht nämlich die traditionelle Tamilenwallfahrt an. Es werden 10.000 Gläubige erwartet. Die 1987 mit rund 50 Teilnehmern erstmals durchgeführte Tamilenwallfahrt ist den Angaben zufolge inzwischen die größte Einzelwallfahrt in Kevelaer. Nachdem in den ersten Jahren vor allem in Deutschland und den Niederlanden lebende Tamilen teilgenommen hatten, kamen in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Gläubige aus Frankreich, Dänemark und Großbritannien. Für die Tamilen, die vor dem jahrelangen Bürgerkrieg in Sri Lanka geflohen sind, ist die Wallfahrt zum Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten" inzwischen der Höhepunkt im kirchlichen Jahreskreis.

Am 28. August soll zum zweiten Mal die Interreligiöse Wallfahrt mit Vertretern der Weltreligionen stattfinden. Auch sie wollen ein Zeichen für einen friedlichen Umgang der Religionen miteinander setzen.

Dr. Rupert Neudeck, der diese Interreligiöse Wallfahrt im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Wallfahrtsleitung und der Stiftung Aktion pro Humanität initiiert, entscheidend geprägt und auch selbst moderiert hatte, hat das Datum des 28. August bewusst gewählt: An diesem Tag hielt Martin Luther King seine historische Rede "I have a dream!" Sicher wird die zweite Interreligiöse Friedenswallfahrt in Kevelaer auch zu einem besonderen Gedenken an Neudeck als Friedensaktivisten und Dialogsuchenden werden.

Stabil seien auch die Zahlen in der Nachbarkommune Goch. Dort pilgern die Gläubigen zum Geburtshaus des Seligen Arnold Janssen. Gerade erst ist die Reisemobil-Wallfahrt erfolgreich über die Bühne gegangen. Insgesamt bewege sich die Zahl der Besucher auf dem Vorjahresniveau, heißt es. Für Steyler Priester und Ordensschwestern aus der ganzen Welt ist Goch traditionell das Ziel der Pilgerfahrt, um hier dem Gründer der Steyler Missionare zu gedenken und ihn um Fürbitte anzusprechen.

Quelle: RP
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