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Goch
Der Dank an die Lebensretter

Goch. Sarah van Rens wurde nach einem Unfall auf der Autobahn schwer verletzt in ihrem Auto eingeklemmt und wurde von Feuerwehrkräften befreit. Jetzt kam die Studentin zur Versammlung der Wehr und bedankte sich. Von Katrin Haas

Den Weg kennt sie auswendig, sie fährt ihn immer am Freitanachmittag. Die Kilometer bis nach Hause sind nicht mehr nennenswert, das Wochenende kann beginnen. Das nächste, an das sich die junge Frau erinnern kann, ist die Intensivstation der Radboud-Klinik in Nimwegen.

150 Stiche im Gesicht

Sarah van Rens war eine ganz normale Studentin. Zum Semesterbeginn im Oktober 2008 führe die damals 24-Jährige ihr Studium "Lehramt Sonderpädagogik" an der Universität Köln weiter. Am Wochenende fuhr sie immer zurück nach Kleve, um Zeit mit ihren Freunden und Familie zu verbringen und sich ein bisschen Geld mit einem Nebenjob zu verdienen. Das war vor dem Unfall. Aus ungeklärter Ursache ist die damals 24-Jährige im Oktober 2008 mit ihrem Ford-Ka von der A 57 kurz vor der Ausfahrt nach Kleve von der Straße abgekommen und die Böschung herunter gestürzt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde sie massiv in dem demolierten Wagen eingeklemmt. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Löschzüge Asperden und Goch Stadtmitte am Unfallort ankamen. Dort erwartete die Feuerwehrmänner eine fast unmögliche Aufgabe. Die Frau war mit dem Kopf zwischen Auto und Baum eingeklemmt und hatte schwere innere Verletzungen. Die Rettung dauerte eine Stunde, in der die Helfer sie vorsichtig mit hydraulischem Rettungsgerät frei schnitten. Mit dem Rettungshubschrauber wurde sie nach Nimwegen geflogen. Die Liste ihrer Verletzungen war endlos. Die Diagnose der Ärzte lautete: Hochenergetisches Polytrauma, die Folgen waren mehrfacher Beckenbruch, Blut im Gehirn, Blut in der Lunge, Oberschenkelbruch, Jochbeinbruch, Nasenbruch, angebrochener Nackenwirbel und 150 Stiche im Gesicht.

Das Leben vor sich

"Ich habe das Leben noch vor mir", sagt die heute 26-Jährige und begann zu kämpfen. Es folgten drei Monate stationäre Behandlung und drei Monate Reha. Momentan ist sie noch in Kleve in Therapie. Im April und Juni stehen noch zwei Operationen an.

"Wir bekommen so gut wie nie eine Rückmeldung", sagt Torsten Matenaers, Pressesprecher der Gocher Feuerwehr. Was aus den Personen im Krankenhaus geworden ist, wie ihr Leben verlaufen ist, darüber erfahren die Retter meist wenig. Umso mehr freuten sich die Feuerwehrleute über den Dank von Sarah van Rens. Bei der Jahresversammlung der Feuerwehr erzählte die Frau von ihrem Schicksal und bedankte sich bei ihren Helfern. Sie hätten dazu beigetragen, dass sie vor ihnen stehen könne. "Das war ein Einsatz, der bei der Feuerwehr in Erinnerung bleibt", sagt Matenaers. Bei so einer komplizierten Rettung müsse man zunächst das Auto stabilisieren und anschließend die verletzte Person herausschneiden.

Der Mut der 26-Jährigen ist nur zu bewundern. Seit einem Jahr fährt sie wieder Auto, und das gleich mehrmals pro Woche. Sie hat ihr Studium seit Oktober 2009 wieder aufgenommen und pendelt jetzt auch durch die Woche, um in Kleve die Reha-Maßnahmen abzuschließen. (Bericht über die Jahresversammlung folgt.)

Quelle: RP
 
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