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Goch
Der erste Spargel ist da

Goch: Der erste Spargel ist da
FOTO: MARKUS van Offern
Goch. Familie Ophey in Kessel baut in dritter Generation Spargel an. Hofladen, Restaurant und Ferienwohnung gehören zum Betrieb. Von Antje Thimm

goch Ja, er ist da! Die Märzsonne hat ihn hervorgelockt, es hat sich bereits herumgesprochen: Der erste Spargel wird gestochen auf den Feldern der Region, so auch in Kessel. "So früh wie in diesem Jahr haben wir noch nie begonnen. Wir stechen seit dem 27. März", sagt Johannes Ophey und betrachtet eines seiner fünf Spargelfelder, die nur einen guten Kilometer von Haus und Hof entfernt liegen. In dritter Generation baut seine Familie das beliebte Edelgemüse an, und, wie er betont, als einziger Spargelanbauer im Gocher Ortsteil an der Niers.

Noch sind die Felder mit einer schwarzen Folie bedeckt. Später, wenn die Temperaturen klettern, wird die Folie gewendet, so dass die weiße Seite oben ist. "Schwarz zieht die Wärme an, weiß reflektiert sie", erklärt Ophey. Akribisch misst er mit einem Spezialthermometer die Temperatur unter der Folie: 29,2 Grad Celsius in fünf Zentimeter Tiefe, 19,7 Grad bei 20 Zentimeter, 16,3 bei 40 Zentimeter Tiefe. Wenn die Temperatur in der Tiefe steigt, muss die Folie gewendet werden, über 30 Grad dürfen es nicht sein, die Spargelstangen, eigentlich die weißen Sprossen der Pflanze, sind anspruchsvoll. Schließlich müsse beim Anbau auch beachtet werden, dass man auf einem Spargelfeld nur etwa acht Jahre ernten kann, so Ophey. Er beginne mit dem Stechen im zweiten Jahr, damit die Pflanze unter "Stress" gerate und mehr Sprossen ausbilde. "Der Spargel reagiert auch sehr stark auf alle Einflüsse der Natur. Kälte, Nässe, Hitze. Und der Boden ist wichtig, ein bestimmtes Verhältnis von Sand und Lehm muss stimmen. Unkraut entfernen wir mechanisch", erzählt er von seiner Arbeit. Man ahnt, dass Erfahrung, Sorgfalt und auch Herzblut nötig sind, um das schmackhafte Frühlingsgemüse optimal wachsen zu lassen und korrekt zu ernten. Die frischen Spargelstangen werden dann im eigenen Hofladen verkauft. Hinzu kommen Verkaufsstellen in Qualburg und Kleve. Im Hofladen gibt es auch Erdbeeren, die Ophey im sogenannten "geschützten Anbau" zieht. Unter einem Folientunnel blühen bereits die Erdbeerpflanzen. Bienenvölker wurden eingesetzt zur Befruchtung. "In 10 Tagen kommen schon die ersten Früchte", schätzt Ophey.

Seit fünf Jahren betreibt das Ehepaar Kerstin und Johannes Ophey zusätzlich zum Hofladen ein Hofrestaurant, wo sie in der Saison täglich ein Spargelbuffet anbieten. Am letzten Wochenende war dort schon Eröffnung. Hier gibt es zum Spargel die klassischen Beilagen wie Kartoffeln - ebenfalls aus eigenem Anbau -, Schinken, Schnitzel, Rührei, verschiedene Soßen. Viele leckere Zutaten, wie gehackte Eier, Schnittlauch und die passenden Weinsorten lassen das Feinschmeckerherz höher schlagen. Nachspeisen kann man dann von der Karte bestellen, natürlich Variationen mit Erdbeeren, den Jahreszeitgenossen des Spargels. Nach Absprache stehen die Räumlichkeiten außerhalb der Saison auch für Feiern zur Verfügung. Dann ist ein Frühstücksbrunch oder die "Niederrheinische Kaffeetafel" mit hausgemachten Kuchen im Angebot.

Das Familienunternehmen "Ophey's Spargelhof an der Niers" hat als weiteres Standbein noch eine Ferienwohnung. Die Grillhütte an der Niers kann man für Grillfeste anmieten. "Das alles funktioniert nur, wenn jeder mit anpackt", betont der Spargelbauer Johannes Ophey. "Ich kann nicht ohne die Hilfe meiner Frau die Landwirtschaft machen, und sie nicht ohne mich das Hofrestaurant." Auch die beiden Söhne, 10 und 12 Jahre alt, helfen gerne mit.

Durch den frühen Beginn in diesem Jahr wird die Spargelsaison gute drei Wochen länger dauern als gewohnt. "Deshalb müssen wir uns besonders bemühen, damit die Qualität bis zum Schluss, dem 24. Juni, hoch bleibt", so Ophey. "Jedes Spargeljahr ist eben anders."

Quelle: RP
 
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