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Goch
Der Frieden im Wasser

Goch: Der Frieden im Wasser
Die Künstlerin Nicole Peters vor ihrer Installation "Imagine peace 2" in der Ausstellung. FOTO: RPO
Goch. Nicole Peters eröffnet am Sonntag ihre Ausstellung "War@peace2010.de" zum Thema Krieg und Frieden mit drei Künstlerinnen. Auch alle Besucher können an einem Friedensbanner für Schengen mitarbeiten. Von Matthias Grass

goch-asperden Nicole Peters wirft gerne Steine ins Wasser, die Kreise ziehen. Sie stößt Dinge an, die einen Nachhall haben, die andere zum Mitmachen auffordern, sie einbeziehen. Ihre neueste Aktion heißt "war@peace2010.de" und setzt sich mit dem uralten Thema von Krieg und Frieden auseinander. Anstoß war die Bombardierung des von Taliban erbeuteten Tanklastzuges durch US-amerikanische Flugzeuge auf deutschen Befehl. "Eigentlich war die Bundeswehr doch als Verteidigungsarmee gegründet worden – und dann so eine Aktion, bei der viele Zivilisten getötet wurden", sagte Peters gestern, als sie "war@peace2010.de" vorstellte, eine Ausstellung, die zugleich Aktion ist und Kreise ziehen soll.

Die Ausstellung

Die Ausstellung wird während der Kreis Klever Kulturtage am Sonntag, 16. Mai, 11.30 Uhr eröffnet und zeigt Werke von Gamma Thesa Terheyden, Rose Marie Gnausch, Usch Quednau und Nicole Peters. Es sind durchweg zeitbezogene, sehr politische Arbeiten, die ab Sonntag bis zur Finissage am 30. Mai an der Maasstraße 12 im Projektraum und im Haus von Nicole Peters zu sehen sind.

Sie präsentiert eine Dokumentation über Rose Marie Gnauschs Elefantenherde für den Frieden. Das sind von der Künstlerin gesammelte Bilder und Skulpturen, die ihr von Menschen zugeschickt wurden. Die Dokumentation in Asperden zeigt die Installation dieser "Elefanten" in Nikosia entlang der zyprischen Grenze, die an diesem Tag sogar geöffnet wurde. Die Elefanten standen nämlich zu beiden Seiten dieser Demarkationslinie. "Rose Marie Gnausch führt den Elefanten als Friedenssymbol ein – er verbindet Größe, Sozialkompetenz und Weisheit mit Friedfertigkeit", sagt Peters. Sie wird Gnauschs Idee fortführen: Zur Eröffnung der Ausstellung am 16. Mai wird jeder Besucher ein Elefantenbild auf ein Banner malen können – ein Elefanten-Friedensbanner als Teil von "war@peace2010.de". Das Banner wird dann am 6. Juni auf der Brücke in Schengen an 25 Jahre friedliches Zusammenleben in Europa erinnern.

Zu Gnauschs Arbeit stehen Fotos aus Palästina von Gamma Thesa Terheyden. Usch Quednau hat verrostete Wehrmachtshelme und Feldpostbriefe mit einem Körperabdruck konfrontiert und einen "Spiel"-Panzer dazu gesetzt.

Nicole Peters hat im Haus gegenüber ihre Installation "Imagine peace 2" neu eingerichtet. Zwei Feldbetten, zwei Munitionskisten und graue Bundeswehrdecken "laden" dazu ein, sich hinzulegen und auf die gegenüberliegende Wand zu blicken, die das vorbeifließende Wasser des Rheins zeigt. Dazu stellt Peters die Frage: "Welches Bild verbindest Du mit Frieden?" Diese Friedensbilder tauchen dann in den Wellen des Rheins wieder auf – als Texte. Sie finden sich auf einem umlaufenden Band im Haus. Von kitschiger Madonna über die üblichen Blumenfelder. Jeder Besucher wird gefragt, seine Antworten finden sich wieder.

Quelle: RP
 
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