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Goch
Diakonie-Chef: "Pfleger verdienen zu wenig"

Goch. Gocher Bürgermeister Ulrich Knickrehm begleitete Altenpflegerin bei ihrer morgendlichen Arbeit. Von Jens Helmus

Zum Internationalen Tag der Pflege hatte die Diakonie im Kirchenkreis Kleve den Gocher Bürgermeister Ulrich Knickrehm auf einen Exkurs eingeladen. Knickrehm nahm dankend an und begleitete die examinierte Altenpflegerin Birgit Dinnesen-Brons bei ihrer morgendlichen Arbeit in der ambulanten Pflege.

Anschließend teilte der Bürgermeister seine Erfahrungen im Gespräch mit der Altenpflegerin, an dem auch Diakonie-Geschäftsführer Joachim Wolff, Fachbereichsleiter Malcolm Lichtenberger und Tagespflege-Leiterin Angelika Jacobs teilnahmen.

"Man hat den Menschen angemerkt, dass sie sich freuen, wenn Frau Dinnesen-Brons kommt. Im Laufe der Zeit sind da Beziehungen entstanden, die weit über die Pflege hinausgehen", schilderte Knickrehm seine Eindrücke. Gerade weil Vereinsamung ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist, sei es wertvoll, dass Pfleger ihren Patienten auch soziale Nähe geben.

Die Diakonie-Vertreter bestätigten, dass soziale Kompetenz neben der fachlichen eine große Rolle spiele. Das gelte besonders für den Bereich der Palliativpflege, in der Personal mit der Weiterbildung "Palliativ Care" eingesetzt werde. Um die verantwortungsvollen und breitgefächerten Aufgaben von examinierten Krankenpflegern fairer zu entlohnen, müsse an die Krankenkassen appelliert werden, so Geschäftsführer Wolff. "Der Verdienst ist deutlich zu niedrig", lautete sein Urteil.

Gerade aufgrund des vielfältigen Aufgabenfeldes werde auch in den Pflegeberufen stets nach motiviertem Nachwuchs gesucht, berichtete Fachbereichsleiter Malcolm Lichtenberger. Dem Bürgermeister stellte er die Frage: "Wie kann man ihrer Meinung nach junge Menschen motivieren, einen Pflegeberuf zu erlernen und auszuüben?"

Das Problem sei ihm aus vielen anderen Bereichen und auch aus der eigenen Verwaltung bekannt, so Knickrehm. "Es ist wichtig, dass man Werbung für die eigene Ausbildung macht und sich nicht nur auf Gymnasien und Gesamtschulen konzentriert. Qualifizierter Nachwuchs findet sich an allen Schulen", sagte der Bürgermeister.

Lichtenberger berichtete, dass die Diakonie bei der Personalgewinnung mit dem Bundesfreiwilligendienst gute Erfahrungen gemacht habe.

Ein Großteil der aktuell sechs Freiwilligen entschließe sich anschließend für die Diakonie als Arbeitgeber, so der Fachbereichsleiter. Abschwächen dürfte der Personalbedarf bei der Diakonie in nächster Zeit nicht, denn aktuell werden laut Geschäftsführer Joachim Wolff 14 neue Pflegeplätze für die Stadt Goch und ebenso viele für Geldern geplant.

Quelle: RP
 
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