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Goch
Die erste Erntekrone für die Basilika

Goch: Die erste Erntekrone für die Basilika
Zufriedene Gesichter nach drei Stunden Arbeit und 14 Metern Kranzbinden. Die Landfrauen Kevelaer und die Kevelaerer Ortsbauern erfüllten den Wunsch Rolf Lohmanns nach einer Erntekrone. Am Freitag wird die Krone von der Scheune zur Basilika transportiert. FOTO: Gerhard Seybert
Goch. Zwei Meter Durchmesser hat der Schmuck aus Getreide, der am Samstag den Erntedankgottesdienst verschönern wird. Die Landfrauen und die Ortsbauern Kevelaer setzten den Wunsch von Rolf Lohmann um. Der kam zum Hausbesuch. Von Bianca Mokwa

Sie ist eine imposante Erscheinung, die Erntekrone. Noch hängt sie am Haken eines Frontladers. Freitag wird sie zur Basilika gebracht. Samstag wird sie beim Erntedankgottesdienst den Platz einnehmen, an dem sonst in der Vorweihnachtszeit der Adventskranz hängt - erstmals. Angestoßen hatte das Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann. Ausgeführt haben den Plan die Kevelaerer Landfrauen, die Männer der Ortsbauernschaft Kevelaer, etwa 20 Leute plus Kinder.

Zwei Meter beträgt der Durchmesser der Erntekrone, die aus vier Bögen besteht. Geschmückt ist sie mit Maiskolben. Halt gibt ihr ein Unterbau aus Metall, geschweißt von Albert Lindekamp. In der Scheune von Theo und Renate Leuker war Platz, um das schmückende Beiwerk zum Erntedank anzufertigen und die Getreideähren vorher zu trocknen.

Der Zeitpunkt um das Korn zu schneiden: Auch der wollte gut gewählt sein. Noch grün und nicht zu trocken sollte es sein, verrät Margit Ermers, Vorsitzende der Landfrauen Kevelaer. Denn ist das Getreide zu reif, können die Ähren nicht mehr gerade angelegt werden. Auf die Frage, ob denn das Fertigen der Erntekrone schwierig gewesen sei, winken alle Beteiligten ab, auch die Männer. "Es ist nicht anders, als einen Adventskranz binden", sind sich Ermers und der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Kevelaer einig. In der Hand hält Heinz Gleumes noch den Draht zum Zusammenbinden. Verarbeitet wurden drei Sorten Getreide: Weizen, Hafer und Gerste.

Einige der Helfer waren schon einmal dabei, als eine Erntekrone hergestellt wurde, damals, als die Landjugend Kevelaer-Twisteden noch existierte. "Das war auch eine schöne Zeit", kommen die einen ins Schwelgen. "Die Landjugend müsste man wieder auferwecken", klingt es aus einer anderen Ecke. Fakt ist: 42 Jahre ist es her, das dort eine Erntekrone gemacht wurde, die entweder bei Scholten oder in der Twistender Kirche ihren Platz fand. Die Basilika ist also Neuland. Und die Idee, wie eine Erntekrone auszusehen hat, wurde auch noch einmal aufgefrischt. "Auch auf dem Land gibt es Internet", sagt Ermers und lächelt.

Derjenige, der den Stein ins Rollen gebracht hat, ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. "Ja, muss denn erst ein Priester aus Westfalen kommen?", sagt der Pastor im Spaß. Denn in allen bisherigen Gemeinden, in denen er als Geistlicher diente, war eine schmückende Erntekrone gang und gäbe. Er strahlt über das ganze Gesicht. "Meine Güte, sieht schön aus", sagt der Wallfahrtsrektor und kommt schnell auch auf den Sinn und Zweck zu sprechen. Er nennt es ein "sichtbares Zeichen", "ein Zeichen der Dankbarkeit für die Ernte", denn: "Wenn wenn wir uns umschauen, haben wir allen Grund dankbar zu sein."

Am Samstag, 3. Oktober, wird die Erntekrone beim Erntedankgottesdienst geweiht und gesegnet. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Basilika. Als Lohmann sagt, dass die Basilika für das ganze Rheinland stehe, da wird den fleißigen Kranzbindern erst bewusst, wie viele Augen sich demnächst das Werk ihrer Hände anschauen werden. "Hand in Hand" haben sie gearbeitet, betont Ermers. Ob Getreide geschnitten, sortiert oder gebunden, jeder hatte seinen Platz.

Und auch das macht den Erntekranz zu einem besonders schönen Symbol. Es ist das Gemeinschaftswerk von vielen.

Quelle: RP
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