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Goch
Die Geschichte des Heimatvereins Goch

Goch. In der letzten Ausgabe des Jahres 2017 von "An Niers und Kendel" befasst sich Hans-Joachim Koepp mit der 90-jährigen Historie des Heimatvereins. Die Mitglieder stießen vieles an, das bis heute Bestand hat und die Stadt prägt. Von Michael Baers

Es lässt sich durchaus darüber diskutieren, ob der offizielle Geburtstermin des Gocher Heimatvereins 1927 oder 1928 lautet. Und damit auch die Frage stellen, ob die Gruppe schon in diesem oder erst im nächsten Jahr 90 wird. Ins Vereinsregister eingetragen wurde der Heimatverein ohnehin erst im Jahr 1935, wie Hans-Joachim Koepp, der sich in der aktuellen Ausgabe der "Historischen Zeitschrift für Stadt Goch und Umgebung" mit der Historie des Vereins befasst, schreibt.

Im März 1927 hatte "eine Zusammenkunft von Vertretern aller Stände, Berufe und Institutionen" stattgefunden, "um einen Verkehrsverein zu gründen", so der Autor. Die Satzung jedoch wurde nachweislich erst am 13. Januar 1928 festgelegt. Wie dem auch sei, fest steht, dass der Heimatverein in den darauffolgenden Dekaden zu einer unersetzbar wichtigen Institution für die Stadt wurde.

In seinem siebenseitigen Text berichtet Koepp von zahllosen Aktionen des Vereins, mit denen dieser neun Jahrzehnte lang folgendes Gründungsziel verfolgte: "Der Verein fördert die Heimatkunde und die Heimatpflege, die Denkmalpflege und den Landschaftsschutz".

Schon in den ersten Jahren waren die Mitglieder rege. 1927 gab es eine Kunstausstellung im Café Central, 1928 einen Werbefilm über Goch, 1930 eröffnete das städtische Heimatmuseum im Stadttor, 1933 organisierte der Verein eine Segelflugveranstaltung und "1939 folgte der erste weihnachtliche Festschmuck in den Geschäftsstraßen mit Beleuchtung", schreibt Koepp.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Verein die Arbeit wieder auf und sorgte ab 1950 erneut für die Lichtwerbung zu Weihnachten und initiierte bald die Gründung eines Konzertringes, der in den Folgejahren mehrere Konzerte organisierte.

Bis 1965 wuchs der Verein auf 132 Mitglieder an, bis 1970 gar auf 265. Heute sind es rund 200. 1974 entstand aus dem Arbeitskreis "Verkehr und Werbung" der heutige Werbering Goch, vier Jahre später geschah erneut Richtungweisendes, wie Koepp berichtet: "Im Herbst 1978 setzte der Verein den [...] ,Historischen Arbeitskreis an Niers und Kendel' als seinen Arbeitskreis ein". Jene Runde also, die auch heute noch nicht nur regelmäßig Vorträge organisiert, sondern auch für die inzwischen 59. Ausgabe der "Historischen Zeitschrift" verantwortlich ist. Hinzu kommen die Herausgabe weiterer Publikationen.

Der Heimatverein setzte sich im Laufe der Zeit vorrangig für zahllose Denkmäler - von der Errichtung über die Reinigung bis zur Restaurierung - sowie für historisch Bedeutsames ein, wie zuletzt die Erhaltung des Schlagbaumes am Grenzübergang Siebengewald/Gaesdonck.

Auch für das kommende Jahr hat der Heimatverein Goch Großes vor. Denn dann wollen die Aktiven rund um den Vorsitzenden Günter van Cuick und das wohl prominenteste Mitglied der Gruppe, Willi Vaegs, die neue Nutzung des Fünf-Ringe-Hauses vorantreiben. Mitten im Herzen der Stadt. Also dort, wo der Heimatverein Goch längst hingehört.

Quelle: RP
 
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