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Goch
Die Gocher Karawane der Reisemobile

Goch: Die Gocher Karawane der Reisemobile
Pater Hans Peters segnete gestern Nachmittag 200 Reisemobile, die in einer Wallfahrt zur Magdalena-Kirche gekommen waren. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Auch die rein meteorologischen Himmelsmächte meinten es gut mit den Reisemobilisten in Goch: Der Sturm vom Vortag war gestern zum Höhepunkt der Gocher Wallfahrt längst vergessen. Pater Peters segnete rund 200 Fahrzeuge. Von Anja Settnik

Ein Großteil der Gocher mag gegenüber dem Wallfahrtsgeschehen in der Heimatstadt noch immer skeptisch sein - Zuschauer jedenfalls gab es gestern vor der Maria-Magdalena-Kirche nicht allzu viele. Auf die Begeisterung der Reisemobilisten, die zum großen Teil Jahr für Jahr zu diesem Anlass in die Arnold-Janssen-Stadt kommen, ist aber Verlass. Einmal mehr trafen sich in den vergangenen Tagen die Besitzer von gut 200 Reisemobilen auf dem Friedensplatz, um sich in grüner Umgebung an der Gemeinschaft zu erfreuen und sich auf den Höhepunkt des Wochenendes zu freuen: die Segnung ihres fahrbaren Zweitheims durch Pater Hans Peters. Der ist bekennender Freund der Veranstaltung und hat sich im Laufe der Jahre unter den Edel-Campern viele Freunde gemacht. "Pater Peters ist ein ganz besonderer Mensch. So eine Veranstaltung steht und fällt ja mit einzelnen Personen", sagt Barbara aus Euskirchen, die schon seit Jahren dabei ist. Was ihr besonders gut gefällt: "Die Gocher Reisemobilwallfahrt ist eine lockere Angelegenheit. Um sich dabei wohl zu fühlen, muss man nicht besonders fromm sein."

Dass nicht nur treue Kirchgänger an dieser Veranstaltung teilnehmen, ist den Akteuren der Arnold-Janssen-Gemeinde absolut bewusst. Und Pater Peters, dessen Steyler Ordensbrüder das genauso sehen, holt die Menschen gerne dort ab, wo sie sich befinden. Schließlich sind die Steyler Patres Missionare, da gehört das unermüdliche Werben dazu. Und gleichgültig, ob aktiver Christ oder Glaubensferner: So ein bisschen göttlicher Beistand kann nicht schaden, wenn man viele tausend Kilometer im Jahr auf den Straßen Deutschlands, Europas oder sogar darüber hinaus unterwegs ist.

Eine Pferdekutsche von Ophey aus Asperden führte den Konvoi durch Goch an. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Ein Ehepaar aus Köln ist das erste, das den Platz vor der Kirche erreicht. Vom Beifahrersitz ihres mit Blumengirlanden geschmückten Fahrzeugs aus dankt die Wohnmobilistin dem Geistlichen für seinen Einsatz. "Ich freue mich, dass wir uns wiedersehen", sagt sie und schüttelt Hans Peters ausdauernd beide Hände. Er darf sich aber nicht verplaudern: Der Konvoi ist noch lang.

Deshalb empfiehlt er die Kölner wie alle Nachfolgenden der Fürsprache des Heiligen Arnold Janssen, der Kirchenpatronin Maria Magdalena und erbittet den Segen Gottes. "Er lasse euch immer wieder gesund nach Hause kommen."

Spiele aller Art lockten Jung und Alt zur Gocher Nierswelle. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Elke und Peter aus Kaiserslautern haben sogar ihre eigene Glocke mitgebracht, um dem ausdauernden Läuten vom Turm der Gocher Maria-Magdalena-Kirche etwas entgegensetzen zu können. Ihre Glocke ist auf dem Armaturenbrett befestigt und wird, nachdem der Pater seine Segenswünsche gesprochen hat, von Elke fröhlich zum Klingen gebracht.

Pater Peters hat in Theo Maiboom einen aufmerksamen Assistenten, der das Aspergil bei jedem Fahrzeug ins Weihwasserbecken eintaucht und dem Geistlichen für die Segnung anreicht. Mancher kleine Hund, der auf Frauchens Schoß hockt, staunt, warum ihn da jemand durchs offene Fenster nass spritzt. Tiere und sogar Fahrzeuge mit den Menschen gemeinsam zu segnen irritiert kaum mehr jemanden - schließlich gibt es sogar in der deutlich berühmteren Wallfahrtsstadt Kevelaer Dackel- und Motorradwallfahrten.

Sehr gut kam einmal mehr das Begleitprogramm der Reisemobilwallfahrt an. Auf dem Friedensplatz gab's Countrymusik am Lagerfeuer, weitere Angebote waren eine Radtour und ein Besuch beim früheren Wallfahrtspfarrer Günther Hoebertz in Sonsbeck.

Sehr viel Zustimmung fand (auch bei Gochern) ein Kinder-Ritterspielplatz an der Nierswelle. Auswärtige wie einheimische Kleine vergnügten sich dort beim Ringstechen, Dosenwerfen und Armbrustschießen. An der Nierswelle war bei freundlichem Sonnenschein auch die Heilige Messe gefeiert worden. Im Anschluss daran ging die Mehrzahl der Gläubigen dann aber doch lieber nach Hause als zur Fahrzeugsegnung.

Quelle: RP
 
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