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Uedem/Kevelaer
Die Idee vom Weltfrieden lebt weiter

Uedem/Kevelaer: Die Idee vom Weltfrieden lebt weiter
FOTO: Seybert Gerhard
Uedem/Kevelaer. Auch wenn Ideengeben Rupert Neudeck verstorben ist, die interreligiöse Friedenswallfahrt lebt weiter. Einer der Höhepunkte ist die Deklaration gegen Waffenhandel. Termin ist der Sonntag, 28. August. Von Bianca Mokwa

Es beginnt mit einem Wunsch. "Denn der Menschheitsfriede soll ausbrechen, bevor die Menschheit erneut den Verstand verliert", lautet der Traum der Veranstalter der zweiten interreligiösen Friedenswallfahrt. Zitatgeber sind Astrid Lindgren und Rupert Neudeck. Für den verstorbenen Initiator der ersten interreligiösen Friedenswallfahrt gibt es am Sonntag, 28. August, eine Gedenkminute.

Auch sonst wird die Veranstaltung eher nachdenklich, besinnlich, keineswegs kämpferisch. Ganz im Gegenteil. Ein feierlicher Teil dieser Wallfahrt ist das Verlesen und Unterzeichnen der Kevelaerer Deklaration gegen Waffen. "Die deutsche und die europäischen Regierungen sind aufgerufen, im Sinne des Friedens darauf hinzuarbeiten, dass kein weiteres Töten, kein weiteres Leid durch die unverantwortliche Produktion von Waffen, den profitorientierten Handel mit Waffen sowie den einzig machtgesteuerten Einsatz von Waffen verursacht wird." So ist der Wortlaut. Unterschrieben hat bereits Bischof Felix Genn, und viele weitere sollen folgen, wenn es nach den Veranstaltern geht. Am Ende soll das Papier bei der deutschen Bundesregierung und der EU landen. Praktisch ist es da, dass auch Barbara Hendrix ihr Kommen zur interreligiösen Wallfahrt am 28. August zugesagt hat. Und natürlich kommen wie im vergangenen Jahr auch Vertreter der verschiedenen Religionen. Juden, Muslime und Christen begehen gemeinsam diese Wallfahrt. Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann spricht von einem Zusammenstehen. Angesichts der jüngsten Attentate könne es keinen besseren Zeitpunkt geben, um ein Zeichen des Friedens zu setzen. Ahmad Aweimer betont in seiner Funktion als Dialog- und Kirchenbeauftragter des Zentralrats der Muslime Deutschlands in Bochum und Köln, wie wichtig das Miteinander und Im-Gespräch-Bleiben ist. Er schüttelt Michael Rubinstein, Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden vom Nordrhein, freundschaftlich die Hand. Die Botschaft: Respektvolles Miteinander ist möglich. "Wir sind uns darüber im Klaren, wir können die Welt nicht verändern, aber wir versuchen es zumindest", sagt Rubinstein. "Wir sind nicht naiv, aber hoffnungsvoll." Anders als im vergangenen Jahr ist der Auftakt nicht ein Sternmarsch, sondern ein Zug vom Marienpark zum Kapellenplatz. "Das wird nicht still, sondern wir werden internationale Friedenslieder singen", erklärt die Uedemerin Elke Kleuren-Schryvers von der Aktion pro Humanität. Zudem werden per Videopräsentation Friedensbotschaften aus aller Welt empfangen und gesendet - zum Beispiel an diejenigen, die mit Booten unterwegs sind, um Menschen zu retten.

Erzbischof Laurent Lompo aus Niger lenkt den Blick außerdem auf die Ursachen für Hass, Krieg und Gewalt. "Armut ist eine Situation, die Terror anschiebt", erklärt er.

Untermalt wird der Tag durch viele musikalische Akzente. Und wenn viele mitmachen, dann könnte - so die Hoffnung - der berühmte Traum, den Martin Luther King vom friedlichen Miteinander hatte, wahr werden. Denn überschrieben ist diese Wallfahrt mit seinen berühmten Worten "I have a dream".

Quelle: RP
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