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Goch
Die Internationalisierung des Kreises

Goch. Beim Unternehmerfrühstück mit der Kreis-WfG in der Weberstadt Goch zeigte sich Landrat Wolfgang Spreen voller Erwartung: Er hofft mit Bundesminister Dobrindt auf 65 Prozent mehr Luftverkehr.

Landrat Wolfgang Spreen setzt hohe Erwartungen in den Airport Weeze und stützt sich dabei auch auf den Mann, der die Region mit seiner PKW-Maut alles andere als kritiklos bleiben ließ: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Dieser hat in den letzten Wochen wiederholt das Anwachsen des Luftverkehrs in den nächsten 15 Jahren um stattliche 65 Prozent vorausgesagt und stützt sich dabei auf breit angelegte Untersuchungen. Da Düsseldorf nach und nach seine Kapazitätsgrenzen erreiche, lasse dies alles deutlich darauf hoffen, dass die "Jobmaschine Airport Weeze" profitieren werde, so Spreen im Rahmen des aktuellen Unternehmerfrühstücks mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. "Uns als Kreis hat am Airport Weeze von der ersten Stunde an insbesondere die Zahl der Arbeitsplätze interessiert", so Spreen vor etwa 80 Firmenchefs. 1022 Beschäftigte, davon 795 direkt am Airport und in seinen flugaffinen Unternehmen und weitere 227 in der Airport City seien Nachweis genug dafür, dass Flughafen-Chef Ludger van Bebber die Erwartungen erfülle. Seit 2012 habe der Airport mehr als 33 Millionen Euro an Luftverkehrsabgabe nach Berlin überwiesen, eine Summe, so Spreen, mit der das seitens des Kreises Kleve und der Gemeinde Weeze bereit gestellte Darlehen längst hätte zu 100 Prozent zurück gezahlt sein können.

"Ich bin mächtig beeindruckt", formulierte Gochs Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel beim abschließenden Grußwort seinen Dank an die Kreis-WfG und ihren Aufsichtsratsvorsitzenden, der sich bei den Themen Infrastruktur, Bildung, Arbeit und Daseinsvorsorge tief ins Tagesgeschäft blicken ließ. Die notwendige Sanierung der Rheinbrücken in Emmerich am Rhein und Rees, die Bedeutsamkeit des Hafens Emmerich, die Betuwe-Linie und die landesweit beachteten Berufskollegs in Kleve und Geldern - letzteres wird derzeit im Nierspark für 36 Millionen Euro neu gebaut - sind aktuelle Herausforderungen. Zur Internationalisierung des Kreises Kleve habe wie kaum ein anderes Projekt die Hochschule Rhein-Waal beigetragen, die mit der Entscheidung für viele englischsprachige Studiengänge die jungen Leute aus derzeit 107 Nationen nur so anziehe. Einmal mehr warnte Spreen vor dem drohenden Ärztemangel, der seinen Höhepunkt im Jahr 2030 erreiche. Der Kreis steuere auf verschiedenen Ebenen bei, fordere allerdings auch von Bund und Ländern die Ausweitung des Studienplatz-Angebotes und damit die Senkung des Numerus Clausus für die Medizin-Studiengänge. Lediglich ein Sechstel aller Interessierten können sich über den Erhalt eines Studienplatzes freuen. Das sei vor dem Hintergrund des Mangels unvertretbar.

Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers brachte seine Freude über die 400. Ferienwohnung im Kreisgebiet zum Ausdruck. Auch dieses Angebot leiste Kaufkraftbindung, die der Einzelhandel so dringend brauche. Mehr als 86 Millionen Euro allein durch die Übernachtungen in Hotels und Pensionen erreichten das Kreisgebiet über den Tourismus - Grund genug, Tourismusförderung zu betreiben.

Im Lagebericht von Gochs Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel erkannte man die Stetigkeit in der Nachfrage nach Gewerbegrund. "Besonders glücklich" zeigte sich Wenzel darüber, dass die ehemaligen Büro- und Lagerflächen der Firma Philips - den meisten bekannt als Hallen von Massive Leuchten - einer neuen Nutzung zugeführt werden können. Das regional tätige Unternehmen, das sich hier für die Nutzung entschlossen hat, wurde von Wenzel noch nicht mitgeteilt.

Quelle: RP
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