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Goch
Die letzte Saison im Sternbuschbad

Goch. Am 3. Mai eröffnet Kleves Bürgermeister Brauer die Freibadsaison im Sternbusch. Ende 2015 wird das Bad während der Bauzeit für das neue Kombibad zwei Jahre bis Ende 2017 geschlossen. Die nächste Freibadsaison ist dann erst 2018. Von Matthias Grass

Still liegen die Wasserflächen über dem himmelblau gekachelten Becken, die Geländer der drei-, fünf, 7,5 und Zehnmeter-"Bretter" werfen schräge Schatten auf den Sprungturm, die Liegewiese ist menschenleer. Melancholie scheint über dem Bad zu liegen - es ist die letzte Saison für das Klever Freibad im Sternbusch. Ende des Sommers werden die Eisengittertüren zu den Umkleiden für zwei Jahre geschlossen bleiben. Danach wird es das Sternbuschbad nicht mehr so geben, wie es ist. Stadt- und Stadtwerke haben sich für ein Kombi-Bad entschieden. Das soll das inzwischen marode und viel zu kleine Hallenbad am Kermisdahl ersetzen und zugleich das Freibad für die Zukunft sichern und vor allem kostengünstiger machen. Bei den Betriebskosten wollen die Stadtwerke als Betreiber des Bades weniger tief in die Tasche greifen müssen, als bisher.

"Was ich gesehen habe, sieht sehr gut aus. Das Sternbuschbad ist jetzt attraktiv und es wird gewiss auch in Zukunft attraktiv sein", sagte gestern Jürgen Kahl, Prokurist bei den Stadtwerken Kleve. Man habe mit Blick auf den Umbau des Bades ab 2016 deshalb nur das Nötigste für die Saison 2015 saniert. Die Begründung liegt auf der Hand: "Nach der Saison wird sowieso alles erneuert", sagte Kahl. So sehen Planungen unter anderem vor, die anfälligen Fliesenbecken durch Edelstahlbecken zu ersetzen. Über die genauen Pläne, also wie groß welche Becken werden und wie das neue Hallenbad, das anstelle der jetzigen Umkleidekabinen entstehen soll, aussehen wird, wird aber voraussichtlich erst in der Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke am 12. Mai beschieden. Im Juni sollen die Pläne dann dem Stadtrat vorgestellt werden, erklärt Stadwerke-Chef Rolf Hoffmann.

Die neue Saison im Sternbuschbad wird am Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr, von Kleves Bürgermeister Theodor Brauer traditionsgemäß eröffnet: Er wird als erster auf der 18 Meter langen Wellenrutsche in das auf 24 Grad erwärmte Wasser rutschen.

Als Planer für das neue Kombibad, das drinnen und draußen verbinden wird, konnten Stadt und Stadtwerke mit Architekt Christoph Keinemann und der GSF-Plan-Gesellschaft einen Spezialisten für Bäder verpflichten. GSF baute unter anderem das Maximare in Hamm, sanierte das Nordostbad in Essen und sollte sich auch im Klever Land auskennen: Die Saunalandschaft von GochNess listet die GSF-Plan ebenfalls in ihren Projekten.

Das neue Bad soll ein Familien- und Sportbad, kein Spaßbad werden, hatte Hoffmann erklärt. Das Bad sollte zwar schon 2013 gebaut werden, doch mussten die Stadtwerke lange auf den Bescheid zur Steuererleichterung warten, der dann Anfang 2015 eintraf. Jetzt steht der Plan: Baubeginn ist 2016, Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant, bestätigte gestern Kahl.

Damit wird die nächste Freibadsaison frühestens im Mai des Jahres 2018 eröffnet werden können. Dann wohl ohne Sprungturm: Denn die 7,5- und Zehnmeter-"Bretter" sind seit einigen Jahren wegen der Unfallgefahr ohnehin gesperrt. Mehrfachkarten müssen bis Ende der Saison verbraucht sein - sie verlieren nämlich dann ihre Gültigkeit, sagt Kahl.

Quelle: RP
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