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Weltmeisterschaft 2018
Die Olympische Flagge des Fußballs

Weltmeisterschaft 2018: Die Olympische Flagge des Fußballs
Das ist der Fußball, der sozusagen als olympische Fackel durch 15 Länder reisen wird. FOTO: Gottried Evers
Goch. Derbystar stellt zwar nicht den Spielball für die Weltmeisterschaft 2018. Doch dank des Vereins "Spirit of Football" macht sich bis Juni aber noch ein Fußball des Gocher Sportartikelherstellers auf den Weg ins WM-Land Russland. Von Laura Harlos

Er versteckt sich in einem schwarzen Sack. Bis auf die Zehenspitzen streckt sich der Körper, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Die Mitarbeiter von Derbystar warten. Sie wollen den Ball sehen. Nicht irgendeinen Ball. Sondern den einen.

Seit gut drei Wochen reist der Fußball aus Goch mit dem Team von "Spirit of Football" durch Europa. Der Verein setzt sich für Weltoffenheit ein und verknüpft den Fußballsport mit sozialen Ideen. Ihr größtes Projekt sind die Ball-Reisen zu Weltmeisterschaften. Dabei nutzen sie einen Fußball als Olympische Fackel und reisen alle vier Jahre vom Battersea Park in London zum Austragungsort.

Am 21. Tag seiner Tour kehrt der Ball nun in seine Heimat nach Goch zurück, zur Firma Derbystar, mittlerweile mit tausend Unterschriften versehen. Auf dem Bild unterschreiben Mitarbeiter des Gocher Unternehmens und zeigten ihre Kopfball-Künste. FOTO: Evers Gottfried

Mit ihrer Fairtrade-Partnerschaft hat der Sportartikelhersteller aus Goch den Verein aus Erfurt überzeugt. Nun wird er bis zum 13. Juni, einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft seinen Weg nach Russland machen und insgesamt 15 Länder bereisen. "Wir sind alle sehr stolz", sagt Fabian Gossen, Marketingleiter bei Derbystar. "In der Pause schaue ich auch hin und wieder, wo der Ball denn jetzt genau ist."

Die Reise des Balls lässt sich im Internet, speziell auf Social Media sehr gut verfolgen. Fast jeden Tag machen die 14-köpfige Truppe und der Ball Halt. Mal bei einem großen Fußballverein wie dem FC Liverpool, mal in einem großen jordanischen Flüchtlingslager wie Al-Asrak. "Wir wollen Europa durch Fußball stärken", sagt Benjamin Grünewald, einer der Ballträger. Deswegen steht auch die Arbeit mit vielen jungen Menschen im Vordergrund.

Am 21. Tag seiner Tour kehrt der Ball nun in seine Heimat nach Goch zurück. Dass er von hier stammt, ist dem Stück Leder nicht mehr anzusehen. Über 1000 Menschen haben bereits auf dem Fußball unterschrieben. Dementsprechend wenig ist, außer sehr viel Bunt, kaum zu erkennen. Die erste Unterschrift stammt von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, auch Jürgen Klopp und Christoph Metzhelder haben sich bereits verewigt.

Jeder der unterschreibt, muss den Ball mit dem Kopf spielen. So lautet die Regel. Die gilt sogar für den Hersteller, für die Mitarbeiter von Derbystar. Nach und nach trauen sich die Mitarbeiter und zeigen ihre Kopfball-Künste. Anschließend präsentiert die Männer und Frauen von "Spirit of Football" dem Hersteller, die genaue Reiseroute.

So geht es ab dem 21. April über Österreich nach Kroatien, anschließend weiter nach Serbien und das Kosovo. Weitere Stadtionen bis Russland sind Bulgarien, Griechenland, Türkei, Libanon. Zudem geht es nach Georgien, wo sogar der Präsident den Verein empfangen wird. Insgesamt sind für die Reise vier Monate angesetzt.

"Das ist schon eine Wahnsinns-Route, die die Truppe sich da vorgenommen hat", sagt Gossen. "Besonders gut hat mir bisher das Video gefallen, als sie den Ball in Weimar gegen die Köpfe der Staturen von Goethe und Schiller geworfen haben."

Ebenfalls gut wird dem Unternehmen gefallen, dass nun doch noch einer ihrer Bälle den Weg zur Weltmeisterschaft findet. Eine weitere schöne Nachricht, nachdem die Gocher ab der Saison 2018/19 auch den Fußball für die Bundesliga stellen.

Quelle: RP
 
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