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Goch/Weeze
Die Region profitiert von Parookaville

Goch/Weeze: Die Region profitiert von Parookaville
Georg Koenen, Fachbereichsleiter des Weezer Ordnungsamts, und Weezes Bürgermeister Ulrich Francken (rechts) nehmen die Geschäftsführer von Next Events, Bernd Dicks (2.v.l.) und Norbert Bergers, in die Mitte. FOTO: PRIVAT
Goch/Weeze. Hinter dem Festival, das vom 17. bis zum 19. Juli mit internationalen Top-DJs am Airport stattfinden wird, steckt ein Weezer Unternehmen. Inzwischen wurden 19000 Karten verkauft, Übernachtungsmöglichkeiten werden gesucht. Von Michael Baers

Wie wichtig das bevorstehende Festival Parookaville für die Region, insbesondere für die Gemeinde Weeze ist, fällt angesichts der Star-Besetzung hinter den DJ-Pulten und den spektakulären Verkaufszahlen erst auf den zweiten Blick auf. Denn wer denkt bei Auftritten von Größen wie Armin van Buuren, Steve Aoki oder Alesso daran, wie die Gemeinde von der Veranstaltung Mitte Juli profitiert? Oder was die Besucherzahl von aktuell 19 000 beziehungsweise 12 000 Campern für den Ort und die Umgebung bedeutet?

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Ulrich Franken denkt daran. Zwar zählt der 57-Jährige aufgrund seines Alters nicht direkt zur Zielgruppe des Festivals und sagt deshalb "das ist eher was für meine Kinder", aber die sowohl ökonomische als auch "identitätsstiftende" Wichtigkeit solch einer großen Veranstaltung weiß der Bürgermeister von Weeze selbstverständlich einzuschätzen. "Wir sind als Gemeinde natürlich sehr froh, dass es ausschließlich Weezer sind, die hinter dem Projekt stecken. Und dass es dann auch noch jemand ist, der mit Großveranstaltungen schon so einige Erfahrungen gesammelt hat und die Ansprechpartner schon alle kennt", so Francken über die drei Geschäftsführer von Next Events, die in Weeze schon für die Beachparty und das Festzelt sowie seit diesem Jahr auch für den Zeltkarneval in Goch verantwortlich zeichnen.

Geleitet wird das Unternehmen mit Sitz am Flughafen Ring von Norbert Bergers, Georg van Wickeren und Bernd Dicks. Letzterer reiste jahrelang beruflich zu vergleichbaren Festivals und kennt den Blick hinter die Kulissen. "Es war uns von Anfang an wichtig, möglichst viele lokale Partner in die Planungen mit einzubeziehen", sagt Dicks, und zählt einige Mitwirkende auf: So ist zum Beispiel ein Weezer Betrieb zuständig für die Bestickung der Fan-Artikel, das Catering kommt unter anderem aus Weeze, der Strom von Elektro Horlemann aus Uedem und die Strandwache an Deutschlands größtem Festival-Freibad wird der Ortsverband des DRLG übernehmen. Ein hiesiger Fußballverein dürfte auf dem Camping-Gelände mit seinen Golf-Grills (umgebaute Pkw, bei denen die Festival-Besucher Koteletts statt Kofferraum vorfinden werden) für Aufsehen sorgen und der eigens zu diesem Anlass errichtete Supermarkt wird größer sein, als das Exemplar in der Weezer Innenstadt (und obendrein mit erstaunlich Festival-freundlichen Preisen für die rund 300 Produkte aufwarten). Doch bei 12 000 Campinggästen sind diese Dimensionen auch nötig. "Es gibt im Umkreis von 40 Kilometern kein freies Hotel mehr in der Zeit vom 17. bis zum 19. Juli", sagt Dicks. Daher existiert seit einigen Tagen in Verbindung mit Parookaville eine facebook-Gruppe, die als "Schlafplatzbörse" fungieren soll. "In diesem Jahr ist an der Größe des Camping-Platzes leider nichts mehr zu machen, vielleicht klappt das im nächsten Jahr", sagt Dicks. Bis dahin hofft Next Events, dass Sportvereine oder Privatpersonen in Weeze noch Schlafplätze freigeben, um die aus ganz Europa anreisenden Parookaville-Bürger über das Wochenende aufzunehmen.

Die NordWestbahn setzt Sonderzüge ein, kostenlose Shuttle-Busse bringen die Gäste vom Bahnhof zum Festival-Gelände und am Sonntag natürlich auch wieder zurück. Und wenn das Fest vorbei, das Camping-Gelände geschlossen ist, darf nach Absprache mit der Gemeinde Weeze eine Gruppe Bedürftiger das Areal nach Dingen absuchen, die noch Verwendung finden könnten, wie etwa zurückgelassenen Zelten oder Zubehör.

Während Parookaville wird den Einwohnern neben der Musik viel Rahmenprogramm geboten. Zu der gleichnamigen Stadt, die entstehen soll, gehört unter anderem eine kleine Kirmes inklusive Auto-Scooter, ein Oktoberfest-Biergarten, ein Postamt mit offiziellem Sonderstempel, eine Kirche, sowie die Gelegenheit zum Bungee-Jumping aus 60 Metern Höhe. Oder wie Norbert Bergers von Next Events abkürzt: "Wir werden unsere Bürger nicht enttäuschen."

Quelle: RP
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