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Uedem-Uedemerfeld
Dritter Kaltbluttag in Uedemerfeld

Uedem-Uedemerfeld: Dritter Kaltbluttag in Uedemerfeld
In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren die Kaltblüter auf den Höfen noch unentbehrlich. Eine imposante Erscheinung sind sie heute noch. FOTO: PRIVAT
Uedem-Uedemerfeld. Die "Uedemer Kaltblutfreunde" laden mit dem Reiterverein "von Seydlitz" am Sonntag Familien und Pferdefreunde ein. Geboten wird ab 11 Uhr ein Blick in die Vergangenheit, als die "sanften Riesen" fester Bestandteil der Feldarbeit waren. Von Stephan Derks

Mit schwerem Ross vor schwerem Gerät, so sah es vor rund hundert Jahren allerorten am Niederrhein aus, wenn die Bauern ihre Felder bestellten.

Was bislang als historisch gilt, wird am Sonntag, dem 30. August, in der Gemeinde Uedem beim dritten Uedemerfelder Kaltbluttag wieder zum Leben erweckt. Ab 11 Uhr werden den Besuchern in Höhe des Uedemerfelder Weg 11 viele Feldvorführungen mit historischen Ackergeräten geboten. Angefangen beim Düngen und Kalken, über Grubbern, Pflügen, Walzen bis hin zu Eggen, Säen und Heuwenden, werden fast alle Feldarbeiten gezeigt. So, wie sie vor hundert Jahren stattfanden.

Zur Erinnerung: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die starken Pferde auf den Bauernhöfen noch unentbehrlich, da die landwirtschaftliche Arbeit gemeinsam von Mensch und Tier geleistet wurde. Dabei hielten Landwirte früher zwei bis drei schwere rheinische Kaltblut-Zuchtstuten, da sie die Pferde oftmals selbst für den eigenen Bedarf aber auch zum Verkauf züchteten. Doch nicht nur auf dem Feld arbeiteten die Schwergewichtler sondern sie wurden ebenso für Transporte eingesetzt. Allerdings waren sie keine Reitpferde wie man sie heute kennt. Dennoch konnte man auf ihnen von einem Ort zum anderen reiten.

Was die Arbeitszeit der "Dicken" anbelangt, so entsprach diese denen der Menschen. Je nach Jahreszeit von sieben oder acht Uhr in der früh, bis abends 18 oder 19 Uhr, unterbrochen von Frühstücks- und Mittagspausen. Dabei wussten die Tiere genau, wann eine Pause oder der Feierabend fällig war.

Jedoch war das Verhältnis zu den Pferden mehr oder minder unsentimental, da man sie ausschließlich für die Arbeit nutzte. Doch galt es sie pfleglich zu behandeln, da sie in der Landwirtschaft wichtiges Kapital darstellten und man auf eine gute Zusammenarbeit mit ihnen angewiesen war. Daher achtete man auch auf deren Gesundheit. "Grundsätzlich wurden die Pferde damals beschlagen und trugen nicht nur im Winter Stolleneisen, damit sie im Boden besseren Halt fanden. Wobei die jungen Pferde mit zweieinhalb Jahren angelernt wurden, um sie mit drei Jahren voll einzusetzen", erklärt Gerd Ingenerf von den Uedemer Kaltblutfreunden.

Durchschnittlich arbeiteten Pferde zwölf bis fünfzehn Jahre in der Landwirtschaft. Dabei wurden ältere Pferde, die nicht mehr so leistungsfähig waren, so lang es ging für leichtere Arbeiten verwendet. Zudem waren sie eine gute Hilfe, um zum Beispiel den Nachwuchs am Pflug anzulernen. Erst nach und nach ersetzten Motoren die lebendigen Pferdestärken, bis sich schließlich die Vollmechanisierung in den 50er/60er Jahren durchsetzte.

Veranstaltet wird der Uedemerfelder Kaltbluttag vom ortsansässigen Reiterverein "von Seydlitz" Uedem, aus dessen Mitte sich die "Uedemer Kaltblutfreunde" entwickelt haben. Neben vielen historischen Ackergeräten können am 30. August auch zahlreiche alte Werkzeuge besichtigt werden. Auch wird ein Kaltblutpferd vor Ort von einem Hufschmied beschlagen. Zudem finden am Nachmittag auf dem Acker Zugleistungswettbewerbe und ein Tauziehen "Mann gegen Pferd" statt.

Quelle: RP
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