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Goch
Einmal Prinzessin sein

Goch. In den historischen Räumen des Klosters Graefenthal wurden gestern Träume wahr: Beim Nostalgie-Foto-Shooting verwandelten sich Frauen des 21. Jahrhunderts in Damen der Vergangenheit. Von Natalja Bruck

Ein Hauch von Haarspray weht durch das Kloster Graefenthal. Das Team des Friseursalsons "Haarscharf" hat mit viel Engagement die festlichen Hallen in einen Friseursalon verwandelt. Zwischen Spiegeln, Kleiderständern mit historischen Abendkleidern und Tischen voller Accessoires herrscht geschäftiges Treiben. Eines der Fotomodelle ist die 14-jährige Vivian Hübner aus Kalkar. Geduldig lässt sie sich die Frisur zurecht zupfen und mit einem Seidenband verzieren. "Die Frisuren sollen den historischen Vorbildern nahe kommen", erklärt "Haarscharf"-Chefin Heike van Holst, "aber natürlich müssen sie auch den Modellen gefallen."

Vivian trägt Spitzenhandschuhe zu hellblauem Satin und ist zufrieden: "Ich finde alles hier ganz toll. Und mein Kleid ist total schön." Ihre Mutter Michaela Hübner hat sich ein violettes Abendkleid mit Spitze ausgesucht und ist ebenfalls begeistert: "Eigentlich wollte ich nur meine Tochter begleiten, aber dann konnte ich nicht widerstehen. In diesem Ambiente und in diesen Kleidern fühlt man sich wirklich wie eine Prinzessin." Für die historischen Ballkleider und Requisiten verantwortlich ist Antje Nebel. Die Hamburgerin stattet historische Modenschauen und Filme aus und besitzt einen großen Fundus: "Einige Kleider habe ich selbst genäht, andere waren ursprünglich Brautkleider, die ich umgefärbt habe", erklärt Antje Nebel mit einem Schmunzeln. Dann ist sie schon wieder weg, um ein passendes Halsband für Vivian auszusuchen.

Als einziger Herr unter den weiblichen Fotomodellen dabei ist Gastronom Jan Spronk. "Die Damen bearbeiten mich noch, damit ich auch bei dem Shooting mitmache", lacht Spronk. Seine Frau Katrin hat ihr Traumkleid schon gefunden: "Ich würde am liebsten nichts anderes mehr anziehen, auch wenn die Ballkleider nicht unbedingt alltagstauglich sind. Aber man fühlt sich ganz besonders."

Darum geht es auch Heike van Holst: " Wir bereiten uns immer sehr gründlich mit alten Fotos und Büchern auf das Nostalgie-Shooting vor, damit wir den Kunden etwas Besonderes bieten können. Wir helfen, die passenden Kleider auszusuchen und stimmen dann Frisur und Make-up darauf ab, das dauert schon einmal zwei Stunden und mehr."

Für einen guten Zweck

Wie im vergangenen Jahr auch wird das Nostalgie-Shooting von der Firma Wella gesponsert. Der gesamte Erlös des Shootings wird wieder an "Die Münze" in Kleve gehen. Das ist nur möglich, weil das Team von Heike van Holst für das Nostalgie-Shooting ehrenamtlich arbeitet. "Ich bin meinem ganzen Team sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützen", lobte van Holst.

Quelle: RP
 
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