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Goch
Erster gemeinsamer Gocher Denkmaltag

Goch: Erster gemeinsamer Gocher Denkmaltag
Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Heinz-Karl Meuskens und Franz van Well (v.l.) im Fünf-Ringe-Haus. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Den Tag des offenen Denkmals will die Stadt Goch diesmal als eigene Aktion organisieren. Sieben öffentlich genutzte Baudenkmäler sind am 11. September zu besichtigen. Kostenlose öffentliche Führungen ab Marktplatz. Von Anja Settnik

Der Zweite Weltkrieg hat den historischen Stadtkern von Goch zu weiten Teilen vernichtet. Immerhin konnten einige schwer beschädigte Gebäude gerettet werden, indem man sie mühsam instand setzte. Sie und auch einige Baudenkmäler im Außenbereich können die Teilnehmer am Tag des offenen Denkmals in Goch am Sonntag, 11. September, besichtigen. Sie müssen das nicht auf eigene Faust tun, sondern können sich dabei sachkundiger Führung anvertrauen. Erstmals bietet die Stadt Goch am Denkmal-Tag Führungen an und sorgt dafür, dass sieben der insgesamt rund 150 Denkmäler in Goch geöffnet sind.

Bürgermeister Ulrich Knickrehm wies auf das Motto der aktuellen Aktion hin: "Gemeinsam Denkmale erhalten". "Das passt doch sehr gut zu unserer Miteinander-Stadt", befand er im Pressegespräch. 1991 hatte der damalige Europarat die "European Heritage Days" ersonnen, und in diesem Jahr soll es darum gehen, den Zusammenhang zwischen Baudenkmälern und Kommunen aufzuzeigen.

Franz van Well vom Heimatverein hatte früher im Bauamt der Stadt Goch von Amts wegen mit dem Thema zu tun. Deshalb weiß er, "dass es nur Peanuts sind, mit denen private Denkmalbesitzer gefördert werden". Und für diese eher geringe Unterstützung müssten sie bei Umbau und Sanierung manchen Kompromiss in kauf nehmen. Der Einsatz "lohne" sich in jedem Fall - nicht zuletzt, weil er das lokale und regionale Erbe erhalte. "Tatsächlich befindet sich der weitüberwiegende Teil der Gocher Baudenkmäler in Privatbesitz - vorwiegend Wohnhäuser und Bauernhöfe. Einige wenige sind aber auch mehr oder weniger öffentlich", erklärte Heinz-Karl Meuskens, Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Die sollen nun gezeigt werden, in den Folgejahren werden weitere Beispiele alter Gocher Baukultur ausgesucht.

"Der Heimatverein hat sich unter anderem die Rettung des Fünf-Ringe-Hauses auf die Fahnen geschrieben", sagte van Well. Rund eine Million Euro sei bereits in die Sanierung des Hauses geflossen, das erhebliche statische Mängel aufgewiesen habe. "Der Giebel neigte sich zur Straße, die Mauern drückten sich nach außen, weil es keine Verbindung zwischen Deckenbalken und Wänden gab." Nachdem die Standsicherheit nun wiederhergestellt sei, müsse eine Nachnutzung gefunden werden. Meuskens: "Ideen dazu haben wir schon, nun muss man sehen, was sich auch finanziell darstellen lässt." Der Bürgermeister sagte vorsichtig, es gebe einen Ratsbeschluss, den Heimatverein in seinen Bemühungen zu unterstützen. Was das heißen kann, wird sich mittelfristig zeigen. "Wir denken an eine museumsähnliche Nutzung, aber das Fünf-Ringe-Haus soll auch ein Ort der Begegnung werden, ein Treffpunkt für Vereine und Gilden", stellt sich Meuskens vor. Dass es im Depot des Gocher (Kunst-)Museums einiges gibt, was in einem Heimatmuseum gezeigt werden könnte, bestätigte Dr. Stephan Mann gerne. Am Denkmaltag sollen auch Besonderheiten des spätgotischen Hauses gezeigt werden, die auch vielen Gochern fremd sein dürften: eine Toilette aus dem 16. Jahrhundert etwa oder Fratzen am Giebel.

Hermann-Josef Kleinen, Leiter der KulTOURbühne, wies auf drei Führungen hin, die um 11, 14 und 16 Uhr am Marktplatz starten. "Innerhalb von 90 Minuten wandern die Teilnehmer auf den Spuren der Geschichte Gochs, sehen das Steintor, die Susmühle, das Rathaus und die historische Stadtmauer." Aber auch individuell sind einige der Denkmäler zu besichtigen. Zum Beispiel das Arnold-Janssen-Haus in der Frauenstraße, das Steintor, das Altenheim Frauenhaus, die evangelische Kirche am Markt, außerdem die Pfalzdorfer Ostkirche, die ein Förderverein nach und nach saniert, sowie das Klostergut Graefenthal in Asperden.

Sämtliche Gebäude sind am 11. September kostenfrei zugänglich und etwa zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. Näheres steht in einem Flyer, der an vielen Stellen ausliegt.

Quelle: RP
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