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Goch
Es wird ernst bei der Glasfaser-Abfrage

Goch: Es wird ernst bei der Glasfaser-Abfrage
Mit Glasfaser kommt Richtung Tempo ins Internet. In Weeze und Uedem wollen gleich zwei Unternehmen das Netz schneller machen. FOTO: imago
Goch. In Kalkar, Uedem und Weeze rühren die Kommunen ordentlich die Werbetrommel für den Ausbau durch die Deutsche Glasfaser. Kritik kommt von der Konkurrenz. Unitymedia hätte sich auch Unterstützung durch die Gemeinde gewünscht. Von Sebastian Latzel

Die Abfrage hat gerade erst begonnen. In Uedem und Kalkar können die Bürger sich jetzt für einen Vertrag bei der Deutschen Glasfaser eintragen lassen.

Da ist noch viel Luft nach oben: In Kalkar haben sich sieben Prozent für einen Vertrag entschieden, in Uedem acht Prozent. Die Grenze zum Anschluss liegt bei 40 Prozent. Die Frist läuft allerdings bis zum 31. Oktober. In Weeze dagegen ist am Montag schon Schluss. Auch hier haben sich erst elf Prozent für einen Vertrag eingetragen.

Zahlen, die auch Bürgermeister Rainer Weber aus Uedem genau im Auge hat. "Zu diesem frühen Zeitpunkt sind acht Prozent okay, aber der Rat hat gerade erst beschlossen, dass wir hier noch einmal ordentlich Werbung machen, damit viele einen Vertrag bei der Deutschen Glasfaser unterschreiben", sagt Weber.

Diese klare Unterstützung eines Unternehmens sorgt für Kritik von Seiten der Konkurrenz. Unitymedia ist in Weeze und Uedem gerade dabei, sein Coax-Glasfaser-Netz aufzurüsten. Bislang ist darüber nur TV zu empfangen, künftig ist das Netz auch für Internet und Telefon ausgelegt. "Erreicht werden hier 1700 Kunden, die schon heute schnelles Internet bis zu 400 Mbit/s buchen können", sagt Unitymedia-Sprecherin Eva-Maria Ritter. Man sehe kritisch, dass sich die Gemeinde ausschließlich für eine Technologie stark mache. "Die Gemeinde Weeze kennt unsere Modernisierungspläne, sieht es aber wohl als ,kritisch' an, dass nur bestimmte Bereiche durch unser Netz abgedeckt werden können." Dabei lege Unitymedia Wert darauf, dass auch bislang nicht angeschlossene Haushalte ans Netz angebunden werden. Dazu gebe es sogar eine besondere Aktion. Die 1500 Euro für die Anschlussarbeiten entfallen. "Wir würden uns freuen, wenn von Seiten der Kommunen auch auf unser Angebot hingewiesen wird", sagt Eva-Maria Ritter. Von "Wettbewerbsverzerrung" will sie nicht sprechen, meint aber, es gehe hier um "Technologieneutralität". Ziel einer Gemeinde müsse es doch sein, das Thema Glasfaser aus mehreren Perspektiven zu sehen. Rainer Weber stellt klar, dass es nicht darum gehe, ein bestimmtes Unternehmen zu unterstützen. "Die Deutsche Glasfaser war der einzige Anbieter, der zu uns gekommen ist, weder von Telekom noch von Unitymedia haben wir etwas gehört", sagt Weber. Sein Ziel sei, für Uedem die bestmögliche Infrastruktur zu bekommen. "Ich gehe nicht für ein bestimmtes Unternehmen auf die Straße, sondern für die Chance, einen Glasfaserausbau in Uedem hinzubekommen", erläutert der Bürgermeister. Schnelles Internet sei ein wichtiger Standortfaktor für eine Kommune. Für Bürger und Unternehmen gleichermaßen seien gute Geschwindigkeiten im Netz wichtig. "Deshalb fände ich es gut, wenn uns gelänge, die 40 Prozent-Grenze zu erreichen."

Ähnlich sehen das die Verantwortlichen in Weeze: "Wir sind daran interessiert, dass die Infrastruktur für schnelles Internet ausgebaut wird. Die Deutsche Glasfaser ist auf uns zugekommen und hat die Chance eröffnet, flächendeckend auszubauen", sagt Andreas Ingenbleek (Gemeinde Weeze).

Quelle: RP
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