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Goch
Feier zum 50. der Leni-Valk-Realschule

Goch: Feier zum 50. der Leni-Valk-Realschule
Jolina Szewczyk (Mitte mit Mikro) sang mit ihrer klaren jungen Stimme den Song "Mondlicht" aus dem Musical "Cats". Der Schülerchor "Learning Voices", dirigiert von Musiklehrer Norbert Fichthorn, unterstützte sie gekonnt. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Musik, Tanz und Theater auf der Bühne der Gocher Schule. Bürgermeister Ulrich Knickrehms Rede war auch die eines Ehemaligen, denn er war 1966 einer der "Gründungsschüler". Dezernent lobt breites Angebot und Wandlungsfähigkeit. Von Anja Settnik

Ganz offensichtlich empfinden sehr viele Menschen die Realschule Goch als "ihre" Schule. Alle Angehörigen der Schulgemeinde waren aktiv ins Programm zur Jubiläumsfeier eingebunden und zeigten dadurch ihre Verbundenheit. Eine Schule, die 50 Jahre alt wird, hat im Laufe der Jahrzehnte viele tausend junge Leute ins Leben geschickt. Nicht wenige der Ehemaligen haben heute Kinder auf der Realschule. In der Aula traf sich also gestern quasi eine große Familie, die zwei Stunden lang bestens unterhalten wurde und danach noch Zeit zum Plausch fand.

50 Jahre Leni-Valk-Realschule - zurückrechnend kommt man da auf das Jahr 1966. Rechnen brauchte Bürgermeister Ulrich Knickrehm allerdings nicht, denn er kann sich nur allzu gut an den 20. April 1966 erinnern, seinen ersten Tag an dieser Schule. Die übrigens erst 1979 nach dem von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Mädchen aus Goch benannt wurde. Knickrehm ist "Schüler der ersten Stunde". Er sprach den Lehrern, die ihn und andere darauf vorbereiteten, im Anschluss an die "Mittlere Reife" den Übergang zum Gymnasium zu packen, Dank aus. An die heutigen Schüler gerichtet scherzte er: "Ihr seht also, dass ihr es mit einem Abschluss hier zumindest zum Bürgermeister bringen könnt." Denn alle weiterbildenden Schulen sind heute durchlässig, erlauben also bei entsprechenden Noten eine gymnasiale Oberstufe zu besuchen und mit entsprechenden Leistungen Abitur zu machen.

Schulleiterin Ursula Arens konnte viele Gäste begrüßen und wird gerne das Lob gehört haben, das Dezernent Peter Frödrich über die Leni-Valk-Schule äußerte: "Ihre Schule hat es geschafft, die gesellschaftlichen Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Dass sich Ihre Schule in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat, ist sicher der Grund dafür, dass sie noch existiert."

Denn das ist keine Selbstverständlichkeit - andernorts werden Haupt- und Realschulen zugunsten von Gesamt- und Sekundarschulen geschlossen. "Der Gocher Rat hat sich anders entschieden, will das dreigliedrige Schulsystem weiter behalten", versicherte der Bürgermeister - eine große Gesamtschule gibt es bekanntlich parallel dazu seit vielen Jahren. Die Schule sei eine wichtige Instanz beim Prozess des Erwachsenwerdens, sagte Knickrehm, der zum Vergnügen der reiferen Internen noch ein paar Erinnerungen an den Gründungs-Schulleiter Anton Haschberger (dessen Witwe Blumen bekam) und die Lehrerin "Frau Holle" zum Besten gab.

Grußworte sprachen Vertreter von Förderverein und Schulpflegschaft, singend huldigten die Lehrer ihrem Arbeitsort. Passenderweise hatten sie Schlager der 60er Jahre einstudiert und überzeugten damit das junge wie ältere Auditorium. Theo Hermsen und Uli Lapp zeigten, was sie instrumental auf dem Kasten haben: Mit Trompete und E-Bass erinnerten sie die Zuhörer an die musikalisch "guten alten Zeiten". Anne Graf übte mit Schülerinnen Folkore-Tänze ein, damit die Kultur ihrer Eltern, die vom Balkan stammen, nicht verloren gehe . . .

Viel Beifall bekam die Theater-AG unter Leitung von Ulrike Marschner. In dem Stück ging es um einen konservativen Anwalt, dessen Foto von 1968 lebendig wird: Der heute gesetzte Herr trug einst struppiges Haar und Flower-Power-Kleidung. Darf so jemand sich über die modische Kleidung einer jungen Mitarbeiterin empören? Oder begreift er, dass erstens Äußerlichkeiten nebensächlich sind und sich zum anderen Dinge so oder so verändern?

Ähnlich viel Applaus wie diese Gruppe hatte schon anfangs der Schulchor von Norbert Fichthorn erhalten, der mit Musicalmelodien aus "Cats" und später aus "We will rock you" für Begeisterung sorgte. Als Moderatoren machten sich Sabine Cvetreznik und Hendrik Suelmann verdient.

Quelle: RP
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