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Goch
Fünf Jahre Goli-Verein - darauf ein Gedicht

Goch: Fünf Jahre Goli-Verein - darauf ein Gedicht
Das Prinzip Poetry-Slam hat sich auch am Niederrhein etabliert. Das Foto zeigt eine Veranstaltung an der Realschule Geldern, in Goch bietet das Goli-Theater seit einiger Zeit Nachwuchs-Lyrikern eine Bühne. FOTO: BINN
Goch. Poetry-Slam, Feiern, Diavorträge und natürlich Filme: Das Gocher Goli-Theater, seit fünf Jahren von Ehrenamtlern geführt, hat sich seinen Platz im kulturellen Leben der Stadt gesichert. Von Anja Settnik

Fünf Jahre sind geschafft und machen Mut zu noch viel mehr: Der Verein Goli-Theater Goch gehört inzwischen zum kulturellen Leben der Stadt unbedingt dazu. Zweimal im Monat ist Kino-Wochenende, hinzu kommen diverse Sonderveranstaltungen und Nutzungsmöglichkeiten für Schulen, Vereine oder Privatleute. Sehr beliebt sind auch Entdeckungstouren mit Besichtigung alter Vorführgeräte und Filmspulen. Erst vor wenigen Tagen war das "Goli" als volles Haus zu erleben, was lange Jahre kaum mehr denkbar erschien. Die Kultourbühne Goch hatte den Fotokünstler und Abenteuerreisenden André Schuhmacher eingeladen, im Goli eine ganz besondere Multivisionsshow zu zeigen: "Kanaren zu Fuß - Sieben auf einen Streich" füllte den Saal komplett. Ein poetischer Vortrag, durchaus humorvoll und kurzweilig begeisterte die Gäste aus der Umgebung, von denen sicher viele schon der einmaligen Atmosphäre wegen jetzt öfter ins Gocher Kino kommen werden.

Uwe Taggruber vom Vorstand ist sehr zufrieden mit der Entwicklung des Vereins. Das Konzept stimme, die Leute nähmen es richtig gut an. "Ausverkauft" wie bei der Bilder-Show sei das Goli neuerdings öfter - wobei mehr als 199 Zuschauer aus feuerschutzrechtlichen Gründen nicht hereingelassen werden dürfen. "Wir haben den Spagat geschafft zwischen Kino und Kleinkunst-Haus", sagt Taggruber. Das Vorstands-Team sorgt für eine Mischung, die vielerlei Interessen berücksichtigt. Ein besonderer Film zum Weltfrauentag, mehrere Comedy-Abende und der Film des Gochers Nils Neugier stehen an. Heute und morgen jeweils um 20 Uhr wird der französische Streifen "Sehnsucht nach Paris" gezeigt. Brigitte und Xavier, dargestellt von Isabelle Huppert und Jean-Pierre Darroussin, sind Rinderzüchter in der Normandie und sehen ihre Ehe akut bedroht, als die träumerische Isabelle Romantik in Paris erleben will.

Ende 2011 wurde der Goli-Verein gegründet, seither ist das Traditionskino regelmäßig gut gefüllt. FOTO: EVE

Schon wenige Tage später lädt ein ganz anderes Programm in das 50-er-Jahre-Theater ein: Am Freitag, 12. Februar, kommt es ab 19 Uhr zur Neuauflage des Goli-Slams. Nach der für Zuschauer, Künstler und Veranstalter überaus erfreulichen Premiere im vergangenen September soll es auf der altehrwürdigen Goli-Bühne kurz nach Karneval mal krachend-witzig, mal - kurz vor dem Valentinstag - romantisch-poetisch zugehen. Joachim Lück vom Vorstand erklärt: "So unterschiedlich wie die Künstler, so unterschiedlich sind deren Beiträge - Hauptsache selbst geschrieben. Requisiten gibt es keine, es geht lediglich um einen bis zu sechsminütigen Vortrag auf der Bühne. Dabei wird nicht einfach gesprochen, sondern auch mal geschrieen, geflüstert, in Ansätzen gesungen. Jeder Slammer bringt so seine individuelle Note hinein."

Die Moderatoren Jarek Bigos und Luigi Aiello werden den Zuschauern sowohl regional bekannte Größen, als auch neu entdeckte Talente präsentieren. Als erstes hervorzuheben wäre Sascha Thamm aus Remscheid, der mit seinem Buch "Dynamitfischen in Venedig" auf sich aufmerksam gemacht hat. Mit dabei ist auch der erst 20-jährige Sven Hensel aus Bochum, der bereits zahlreiche Wettbewerbs-Erfolge feiern konnte. Dank Noura Messing und Mathias Friedek gibt es beim Goli-Slam auch zwei Künstler aus dem Kreis Kleve. Obwohl die Unterhaltung an erster Stelle stehe, wollen ehrgeizige Teilnehmer natürlich "siegen" und besonders gefeiert werden. Der Dichterwettstreit beginnt um 19 Uhr - Einlass ist ab 18 Uhr. Karten gibt es beim Goli, im Gocher Rathaus und bei Euronics Thonnet zum Vorverkaufspreis von fünf Euro (Restkarten an der Abendkasse 6,50 Euro).

Quelle: RP
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