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G8 und G9 - in Goch gibt es die breite Auswahl

Goch: G8 und G9 - in Goch gibt es die breite Auswahl
Am bischöflichen Gymnasium und dem Internat Gaesdonck wurde vor einigen Jahren "G9 neu" eingeführt. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. An der Gaesdonck ist das Abitur nach neun Jahren der Regelfall, am "Städtischen"" gilt bisher G 8. Auch dies funktioniere, sagt dessen Schulleiter. Aber die Mehrheit der Betroffenen will zu G 9 zurück.

Wie wird es weitergehen mit der Gymnasialzeit in Nordrhein-Westfalen? Bleibt es bei "G 8", dem System, das von jungen Menschen erwartet, nach acht Jahren genug fürs Abitur gelernt zu haben? Oder wird dem mehrheitlichen Elternwillen entsprochen, zu "G 9" zurückzukehren? Nur eines von zwei Gocher Gymnasien ist von der Entscheidung der Politik abhängig, denn das andere, die bischöfliche Schule, durfte selbst bestimmen, wie es agiert: In Gaesdonck wurde vor einigen Jahren "G 9 neu" eingeführt. Ein Großteil der Jugendlichen hat damit ein Jahr länger Zeit, sich aufs Abi vorzubereiten. Besonders leistungsbereite Schüler können aber auch die Klasse zehn überspringen und nach der neunten gleich mit der EF (Einführungsphase) weitermachen. Im laufenden Schuljahr sind es zehn Schüler, die von der Möglichkeit Gebrauch machen.

Am Städtischen Gymnasium hingegen gilt "G 8" und bietet reichlich Stoff für Diskussionen in alle Richtungen. Für sein Gocher Gymnasium sagt Direktor Christoph Peters: "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen umgesetzt - die Stundentafel geändert, Förderstunden eingeführt, Hausaufgaben reduziert. Dadurch läuft G8 an unserer Schule gut, wie alle Beteiligten bestätigen. Schlechtere Schulabschlüsse sind nicht feststellbar. Die neuen schulpolitischen Entwicklungen verfolgen und diskutieren wir - auch mit den Eltern - sehr intensiv. Die Tatsache, dass jetzt endlich auch mal pädagogische Argumente eine Rolle in der politischen Diskussion spielen und nicht vornehmlich organisatorische und finanzielle Aspekte, wird positiv aufgenommen."

Mehr Zeit zur Förderung der individuellen Entwicklung der Schüler zur Verfügung zu haben fände Peters in jedem Fall gut. Er meint, dass eine Rückkehr zu G9 - eine Option, über die vermutlich erst nach den Landtagswahlen entschieden wird - für künftige Jahrgänge problemlos möglich wäre. "Auch bei G9 würde am Städtischen Gymnasium für einzelne Schüler weiterhin eine verkürzte Schullaufbahn möglich sein. Mit diesem Modell haben wir vor der Einführung von G8 umfassende Erfahrungen gesammelt." In Gaesdonck funktioniert das laut Schulleiterin Doris Mann so: "Alle Schüler fangen gemeinsam mit ,G 9' an und können in Klasse 9 überlegen, ob sie eine Klasse überspringen möchten. Natürlich werden Schüler und Eltern dazu intensiv beraten. Sie springen dann gleich in die EF, die Einführungsphase der Oberstufe." Weil ihnen notgedrungen Unterrichtsstoff fehlt, schließlich mussten die Lerninhalte für G 8 etwas gestrafft werden, bekommen die "Springer" an einem Nachmittag in der Woche Förderunterricht. "Die Kollegen gucken, was die Schüler brauchen: Mathe in jedem Fall, aber auch Bio, Deutsch oder Englisch", erklärt die Schulleiterin. Die internen und tagesinternen Schüler nutzen das Silentium (die Hausaufgabenzeit) zum intensiven Arbeiten und werden zudem individuell gefördert.

Direktor Peter Broeders, für die wirtschaftliche Lage der Gaesdonck zuständig und dem Bistum gegenüber dafür verantwortlich, dass christliches Menschenbild und breites Bildungsverständnis ernst genommen werden, verweist gerne auf die Chance, die das Internat bietet. "Wer den ganzen Tag bei uns ist, hat nicht nur viel Zeit zum Lernen, ihm stehen auch viele Freizeitmöglichkeiten offen." Diverse Sportarten, Musikschule, Kunstschule, Theater, sogar Werken oder Kochen sind im Angebot und wollen genutzt werden.

Übrigens dürfen Schüler, die fürs Tagesinternat angemeldet sind, ab diesem Schuljahr schon um 17 Uhr abgeholt werden. "Dafür haben wir auch das Silentium verkürzt", sagt Internatsleiter Alois Kisters. Bislang brachte erst der Schulbus, der um 18.30 Uhr in verschiedene Richtungen losfährt, die Tagesinternen nach Hause. Externe hingegen fahren bis zur Klasse neun bereits um 13.15 Uhr nach Hause, da es Nachmittagsunterricht nur für die Oberstufe gibt. Damit die vorgeschriebene Stundentafel abgedeckt wird, haben alle 14-tägig samstags Schule. Die vom "Städtischen" nicht.

Quelle: RP
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