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Goch
Geburtstagsparty zum Goldjubiläum

Goch: Geburtstagsparty zum Goldjubiläum
Prominenter Gast bei der Geburtstagsparty in der Realschule: Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm (mitte), eingerahmt von Michael Walter, links von ihm, und dem ehemaligen Richter-Kollegen Ulrich Pauls, rechts. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Die Leni-Valk-Realschule in Goch ist 50 Jahre alt und lud alle ihre ehemaligen Schüler zu einem großen Jubiläumsfest ein. Am Samstag feierten die früheren Schüler, Lehrer und Interessierten im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Schule. Von Natalja Bruck

"Irgendwie kommt mir das alles kleiner vor, als früher."

Wer als Erwachsener an einen Ort seiner Kindheit zurückkommt, der kennt das Phänomen: Alles ist irgendwie kleiner, als es in der Erinnerung ist.

Die "Central Park Band" aus Bochum und die heimische Band "Vintage 69" sorgte bei der Geburtstagsfete für die musikalische Untermalung. FOTO: Evers Gottfried

Und so wirkt das PZ der Realschule am Samstag zur großen Geburtstagsparty auch nicht mehr ganz so groß und eindrucksvoll wie zu Schulzeiten - was auch zwei ehemaligen Schülerinnen auffiel, die sich ihre grünen Armbänder am Eingang abholten. Für viele Schüler war das Wiedersehen mit und in der alten Schule dann auch eine Mischung aus Nostalgie und Party. Mit dabei war auch der amtierende Gocher Bürgermeister Ulrich Knickrehm, der, wie berichtet, 1966 sogar zu den ersten Schülern der Realschule gehörte und erst in der Oberstufe zum Gymnasium wechselte.

Die Schule hatte einiges auf die Beine gestellt, damit die Ehemaligen sich wohl fühlten. Stehtische mit Luftballons wiesen den Weg, um die Mitschüler von früher leichter wiederzufinden, und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, auch wenn es nicht wie früher Schokoriegel aus "Herr van Ooyens Kiosk" gab.

Viele der ehemaligen Schüler machten von der Gelegenheit Gebrauch, die alten Lieblingsplätze wiederzufinden und Erinnerungen auszutauschen. Wer einen speziellen Platz bei den Tischtennisplatten wiederfinden wollte, wurde jedoch enttäuscht. Der "geheime" Raucherplatz hinter der Turnhalle musste zum Leidwesen einer Gruppe Männer, die ihren Abschluss schon einige Jahre hinter sich hatten, dem Neubau der Turnhalle weichen. Anlass genug jedoch, um sich über die Frage auszutauschen, welcher Lehrer wohl während der Pausenaufsicht der strengste war - und welcher auch mal wegschaute, wenn der blaue Dunst mal wieder hinter der Turnhalle hervor wabberte.

Bei lauem Sommerwetter bot gerade der Außenbereich die größte Anziehungskraft für die Ehemaligen, ob auf dem Schulhof, wo bei angeregtem in- Erinnerungen- schwelgen das ein oder andere Kaltgetränk über die Theke ging, oder im lauschigen Schulgarten, den alte Freunde gerne für etwas ruhigere Gespräche nutzten.

Fotos der Abschlussklassen vom Anfang der Schule bis heute gewährten nicht nur einen Einblick in die Haarmode der vergangenen 50 Jahre, sondern boten zugleich einen kleinen Querschnitt über die gesellschaftlichen Veränderungen dieser Zeit. Posierten die ersten Schulabgänger noch brav mit ordentlich gescheiteltem Haar und Anzug und Krawatte, fand sich in späteren Bildern ein sehr viel legererer Kleidungsstil.

Über die Klassenfotos war jedoch nicht jeder erfreut. "Oh nein, ich seh' ja schlimm aus, hat jemand einen Stift zum Übermalen?", wandte sich eine junge Frau sichtlich entsetzt an ihre amüsierten Freundinnen. Zu ihrem Leidwesen war jedoch niemand bereit eben diesen herzugeben und die betroffene Ehemalige tröstete sich mit der Gewissheit: "Irgendwie sahen wir damals alle schlimm aus."

Vor lauter Entdecken und Erinnern ging der Beginn des Auftritts der ersten Band des Abends ein wenig unter. Die "Central Park Band" aus Bochum coverte Simon & Garfunkel. Jörg Thimm und Dieter Nientiedt spielten und sangen Hits wie "Sound of Silence" oder "The Boxer" und zeigten im harmonischen Zusammenspiel ihr ganzes Können.

Ihren ehemaligen Lehrer mal ganz anders erlebten alle die Schüler, die Theo Hermsen nur aus dem Englisch- oder Erdkundeunterricht kannten. Dass er ein passionierter Musiker ist, war seinen ehemaligen Schülern bekannt und mit seiner Band "Vintage 69" bewies er, dass Lehrer auch cool sein können. Gespielt wurden Klassiker, aber auch aktueller Pop und Rock. Mit einer Schule in den besten Jahren war für viele Ehemalige klar: Zum nächsten runden Geburtstag würden sie gerne wiederkommen.

Quelle: RP
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