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Goch/Kleve
"Gemeinsam statt einsam": Linke gestorben

Goch/Kleve. Marlene Linke, die sich jahrzehntelang für die Würde der Schwerstkranken einsetzte, ist tot.

Diese Frau wird in Erinnerung bleiben. Weil sie einen gehörigen Anteil an der Gründung des Palliativnetzwerks linker Niederrhein hatte, weil sie mit ihrem Verein "Gemeinsam statt einsam" dafür sorgte, dass schwerstkranke Menschen immer häufiger ihre letzte Lebenszeit zuhause statt in einer Klinik verbringen konnten. Das Gocher Wilhelm-Anton-Hospital mit seinen Onkologen war dabei ein wichtiger Hilfe-Baustein.

Auch Linkes unkonventionelles Äußeres wird niemand, der sie kannte, vergessen: Marlene Linke trug ihr Haar auch in reifen Jahren stets zu zwei langen Zöpfen geflochten. Nun ist die Kleverin 82-jährig nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Marlene Linke hatte viel zu sagen, wollte viel bewirken. Das Thema, das die frühere Medizinjournalistin umtrieb, war das Altern und Sterben in Würde. Möglichst zuhause, nicht in der Klinik. Ein sehr persönlicher Grund für die Journalistin und Autorin, sich für die bestmögliche und persönliche Versorgung von Schwerstkranken einzusetzen, war die Krankheit ihres eigenen Ehemannes. Linke versorgte ihn bis zuletzt und kämpfte zugleich dafür, dass Krankenkassen und Ärzte das Sterben zuhause leichter möglich machten. Als der Kevelaerer Arzt Dr. Johannes Horlemann im Juli 2011 das Palliativnetzwerk aus der Taufe hob, in dem sich Kliniken, niedergelassene Ärzte und Pflegedienste gemeinsam engagieren, war damit auch Marlene Linkes Anliegen weitgehend erfüllt. 2009 erhielt sie die Johanna-Sebus-Medaille, weil sie und ihr Verein sich wie einst Johanna Sebus für Mitmenschen in einer besonderen Lebenslage einsetzte. Der Trauergottesdienst ist am Freitag, 19. August, um 10 Uhr in der Klever Unterstadtkirche. Urnenbeisetzung um 12 Uhr auf dem Friedhof in Kalkar.

(nik)
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