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Goch
Gitarrennacht bietet Klassik bis Jazz

Goch. Die Gitarreninitiative Niederrhein (GIN) veranstaltete in Kooperation mit der KulTourbühne Goch ihre 9. Gitarrennacht. Auf der Bühne des gut besuchten Kastells begeisterten engagierte Amateure und renommierte Profi-Musiker. Von Natalja Bruck

Die Gitarreninitiative Niederrhein (GIN) hatte nach dem großen Erfolg bei der Premiere im vergangenen Jahr keine Zweifel: Es musste wieder ein Gitarren-Orchester zu hören geben, in dem die Kinder und Jugendlichen unter den Gitarrenschülern gemeinsam mit den erwachsenen Gitarristen zeigen konnten, was sie schon können. Nachdem das Thema im vergangenen Jahr Filmmusik war, spielten die jungen Musiker diesmal Werke aus der klassischen Musik, für die Gitarre arrangiert von Dirigent und GIN- Initiator Norbert van Os.

Nach einem Stück des spanischen Komponisten Gaspar Sanz wagten sich die Musiker an Johann Sebastian Bach heran. Norbert van Os erklärte, wie er die Chormusik für die Gitarre arrangierte: "Bei der Bachkantate ,Jesus bleibet meine Freude' übernehmen die Gitarren die Rollen der Chorsänger." Zum Abschluss spielte das Orchester das Thema der beliebten TV-Serie "Game of Thrones" und hatte sich den Applaus des Publikums mehr als verdient. Den nächsten Auftritt hatte wiederum ein Gitarrenorchester, das GINGO, das Orchester der GIN. Die beiden Haupt-Acts des Abends verdeutlichten einmal mehr, wie vielfältig das Instrument Gitarre sein kann. Der belgische Musiker Jacques Stotzem ist ein Vertreter der Fingerstyle Gitarre, die ihre Ursprünge im Blues und Ragtime hat. Mit einer Mischung aus Eigenkompositionen und Interpretationen bekannter Rock- und Blues-Klassiker begeisterte er das Publikum. "Wenn ich Musik komponiere, ist das, als ob ich eine Geschichte erzähle", erzählte Stotzem. Beim afrikanisch angehauchten "Oasis", dem wilden "Jungle", bei dem die Gitarre auch als Trommel diente oder beim U2-Cover "With or without you" - das Publikum war vollkommen gefesselt. Stotzem stellte die einzelnen Musikstücke und seine Beziehung zu ihnen vor und amüsierte das Publikum mit charmant-lustigen Anekdoten. Sein Konzert zum Ende brachte der Musiker mit einer Reminiszenz an Jimmy Hendrix und seinen Klassiker "Hey Joe". Ohne eine Zugabe ließ das Gocher Publikum Stotzem nach Standing Ovations nicht von der Bühne, und trotz des engen Zeitplanes spielte er Rory Gallagher's "Wheels within wheels".

Das Duo Frank Haunschild und Vitaliy Zolotov ging musikalisch in eine andere Richtung - Jazz. Haunschild (Professor an der Kölner Musikhochschule) und sein ehemaliger Schüler Zolotov spielten harmonisch miteinander. "Wir treten seit Jahren miteinander auf, und wenn wir Musik schreiben und spielen, sind wir immer beeinflusst von Orten und Menschen", erzählte Frank Haunschild. Ihre Kompositionen haben so prägnante Titel wie "G." oder so originelle wie "Sie sagte mir schon ein paar Mal, dass ich das Fahrrad zurückbringen muss", ein Stück, das Zolotov für seine spätere Lebensgefährtin schrieb, nachdem er ein von ihr geliehenes Fahrrad einfach nicht zurückbrachte. Mit vielen unterschiedlichen Gitarren erzeugte das Duo auf der Bühne interessante und verblüffende Effekte.

Quelle: RP
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