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Gocher Innenstadt
Goch leitet den Lkw-Verkehr um

Gocher Innenstadt : Goch leitet den Lkw-Verkehr um
Nachdem die Straßenlastträger angehört wurden, soll es bis zur Umsetzung nicht mehr lange dauern. Dann werden Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen wie hier an der Klever Straße sowohl per Verbotsschild als auch auf dem Navigationssystem darauf hingewiesen, dass der Zugang zur Innenstadt nur eingeschränkt erlaubt ist. FOTO: GOTTFRIED EVERS (Montage)
Goch. Im Bauausschuss wurde beschlossen, die Beschilderung an einigen Hauptstraßen in Goch zu ändern und dies auch in Navigationskarten zu vermerken. Dadurch soll der Schwerlastverkehr den Innenstadtbereich künftig umfahren. Von Michael Baers

Ein schwarzer Lkw auf weißem Grund, umrandet von einem roten Kreis. So sieht das Straßenschild aus, das künftig in Goch aufgestellt werden könnte und "Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen, einschließlich ihrer Anhänger, Zugmaschinen, ausgenommen Personenkraftwagen und Kraftomnibusse" die Einfahrt in die Gocher Innenstadt verbieten. So hat es jedenfalls der Bau- und Planungsausschuss der Stadt beschlossen. In der entsprechenden Drucksache heißt es: "Es wird vorgeschlagen der Straßenverkehrsbehörde zu empfehlen, zu den anliegenden Beschilderungsvorschlägen das Anhörungsverfahren gemäß der Straßenverkehrsordnung durchzuführen." Das bedeutet, erklärt Stadtsprecher Torsten Matenaers, dass jetzt die Polizei und der jeweilige Straßenlastträger gehört werden, im Fall der betroffenen Straßen also Bund und Land. Von Gocher Seite ist das Thema damit durch. Eine Berichterstattung über den Fortgang werde es im Rat sicher geben, so Matenaers, eine gesonderte Abstimmung vor dem endgültigen Aufstellen der Schilder sei dann aber nicht mehr notwendig. Wann es so weit ist, liegt nicht mehr in Gocher Händen.

Bereits im Dezember 2011 hatte die örtliche Senioren Union (SU) öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass es zu viel Schwerlastverkehr in der Gocher Innenstadt gebe. Auf der Kalkarer Straße, Höhe Liebfrauenkirche, hatten die Ehrenamtler an einem Wochentag nicht nur insgesamt 10.250 Fahrzeuge gezählt, sondern darunter auch 717 Lkw. Inklusive des regelmäßigen Rückstaus, der wegen des Bahnübergangs entsteht, eine enorme Belastung für Straße und Anwohner. "Da muss man etwas tun", lautete die Losung des damaligen wie heutigen SU-Vorsitzenden Wolfgang Pitz. In der Folge gab es Schreiben an den Landesbetrieb Straßen.NRW, sowohl von der SU als auch vom damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Otto (CDU). Doch keine der Forderungen, wie zum Beispiel ein Gewerbegebiet-Hinweisschild an der Autobahn A57, wurden umgesetzt.

Hinzu kam, dass schon zu jenem Zeitpunkt die Vermutung nahe lag, dass eine Beschilderung allein das Problem nicht würde lösen können: Da inzwischen so gut wie jedes Fahrzeug mit einem Navigationssystem ausgestattet ist, waren sich die Beteiligten sicher, dass mit einem entsprechenden Vermerk in den Kartendaten Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen eher um die Innenstadt herum geleitet werden könnten. Folglich ergriff die Stadt Goch vor einiger Zeit die Gelegenheit zur Mitarbeit am IHK-Projekt "Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation", das genau diese Routen-Restriktion zum Ziel hat und in diesem Jahr zum Abschluss kommen soll (siehe Info).

Am Ende sollen dann sowohl digital als auch durch Verbotsschilder gekennzeichnet folgende Neuregelungen gelten: außer für den so genannten "Ziel- und Quellverkehr" ein Verbot für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen auf der Brückenstraße vom Harlekin-Kreisverkehr stadteinwärts, von der B67/Kreuzung Ostring stadteinwärts (auf der Kalkarer Straße und auf dem Ostring) sowie auf der Weezer Straße ab dem Südring stadteinwärts.

Ob dann Schilder oder aktualisierte Karteninformationen dafür sorgen, dass weniger Schwerlastverkehr im Gocher Stadtkern herrscht, dürfte den Anwohnern egal sein.

Quelle: RP
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