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Goch spart - und investiert 2,5 Millionen Euro

Goch: Goch spart - und investiert 2,5 Millionen Euro
FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Goch. Im Haushaltsplanentwurf der Stadt wurde auch der Wirtschaftsplan der Vermögensbetriebe vorgestellt. Zu den größten investiven Posten zählt die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft. Die Verwaltung rechnet mit 500 weiteren Asylbewerbern in diesem Jahr. Von Michael Baers

Nachdem die diesjährige Karnevalssession wenigstens in Goch am Rosenmontag mit viel Helau und Kamelle ihren Höhepunkt fand, herrscht nun wieder Fastenzeit - auch im Rathaus. Stimmt der Rat in seiner nächsten Sitzung am 15. März den Vorschlägen der Verwaltung zu, könnte 2016 zwar mit einer schwarzen Null enden, doch nicht zuletzt die 21,5 Millionen Euro an Kassenkrediten sorgen für ganzjährige Aschermittwoch-Stimmung in der Finanzabteilung. Folglich heißt das bei Kämmerin und Kollegen knausern statt Kamelle.

Dennoch gibt es auch 2016 einige geplante Investitionen. Der Entwurf, den Bettina Gansen und Bürgermeister Ulrich Knickrehm vorstellten, sieht für das laufende Jahr Maßnahmen in einer Größenordnung von rund 2,5 Millionen Euro vor. Die drei größten Posten darunter sind die Errichtung der Obdachlosenunterkunft an der Hervorster Straße für etwa 750.000 Euro, der Neubau einer Flüchtlingsunterkunft für 470.000 Euro (sowie weitere 470.000 Euro im Folgejahr) und der Ausbau der Gertrudstraße zwischen Schulstraße und Marienwasserstraße für rund 260.000 Euro.

Die Investitionen im Einzelnen: Obdachlosenunterkunft Seit Mitte des vergangenen Jahres hatte es zunächst Diskussionen über den Standort gegeben, schließlich war die Mehrheit der Politiker (bis auf das BFG) aber davon überzeugt, dass das zweigeschossige Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gocher Diskothek Excited errichtet werden könne. Gerd Engler hatte damals "als Sozialdemokrat und Sozialarbeiter" gesagt: "Der Standort ist in Ordnung, die Jugend muss nicht geschützt werden. Es gibt mehr Übergriffe auf Obdachlose als von Obdachlosen." Ende des Jahres stellte Wolfgang Jansen, Leiter der Vermögensbetriebe, dann die konkreten Pläne vor. Entstehen soll ein Gebäude mit 32 Zimmern von jeweils 8,2 Quadratmetern Größe, auf jeder Etage sind geschlechtergetrennte Duschen und WCs vorgesehen. Im Erdgeschoss wird es ein behindertengerechtes WC geben, in der Mitte Küche und Aufenthaltsraum. Baubeginn vermutlich im März.

Flüchtlingsunterkunft Weniger detailreich fallen die Auskünfte über den zweitgrößten Aufwandsposten aus. Im 741-seitigen Entwurf des Haushaltsplans ist dazu zu lesen: "Da der Flüchtlingsstrom nicht erkennbar abnehmen wird und die Verfügbarkeit leerstehender Wohnungen zur Anmietung spürbar geringer wird, soll ein Neubau von Flüchtlingsunterkünften innerhalb des Stadtgebietes Goch umgesetzt werden." Stadtsprecher Torsten Matenaers ergänzt: "Die Stadt hat im vergangenen Jahr massiv Wohnraum angemietet", doch das Angebot in diesem Bereich gehe deutlich zurück. Folglich habe man sich anderweitige Gedanken gemacht und deswegen sowohl für dieses als auch das kommende Jahr jeweils rund eine halbe Million Euro vorgesehen, damit man reagieren könne. Erste Details gab es dann im Sozialausschuss am Dienstagabend (siehe unten).

Gertrudstraße Konkreter sieht es im Fall der Straßenarbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft der St.-Georg-Gemeinschaftsgrundschule aus. "Es ist beabsichtigt, den Abschnitt zwischen Schulstraße und Marienwasserstraße nachmalig herzustellen. Zeitgleich soll der Stichweg erstmalig endgültig hergestellt werden", lautet der entsprechende Absatz im Haushaltsplan. Von den rund 260.000 Euro Baukosten bleiben nach Abzug der Straßenbaubeiträge gut 160.000 Euro städtischer Eigenanteil übrig.

Quelle: RP
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