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Goch
Goch vereinfacht das Parksystem

Goch: Goch vereinfacht das Parksystem
Am kommenden Dienstag, 15. Dezember, wird der Rat der Stadt Goch über die Änderung der innerstädtischen Parkgebühren entscheiden. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Im Hauptausschuss haben sich alle Fraktionen gegen die Verwaltungspläne ausgesprochen und eigene Änderungen eingebracht. Ab Februar könnte die Höchstparkdauer abgeschafft und das "Brötchenticket" verlängert werden. Von Michael Baers

Die schlechteste Nachricht des Abends ereilte Jörg Thonnet vom Werbering-Vorstand, als er am Dienstag nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses aus dem Rathaus trat. "Mist, jetzt regnet es - und ich hab' keine Mütze dabei", sagte der Gocher, der zur Debatte über die Parkgebühren bezeichnenderweise mit dem Fahrrad gekommen war. Gemeinsam mit Vorstandskollegen hatte Thonnet auf der Besucherempore Platz genommen, um die Diskussion über Gochs Aufregerthema Nummer eins zu verfolgen. Und am Ende waren die Einzelhandels-Vertreter zufrieden mit dem, was die Politiker eine Etage unter ihnen auf den Weg brachten. So zufrieden sogar, dass nur der Regen die Stimmung ein wenig trübte.

Unisono hatten die sechs Fraktionen die Änderungsvorschläge der Verwaltung (wir berichteten) als "viel zu kompliziert" zurückgewiesen. Dass eine Stadt, die zuvor immer mit komplett kostenfreiem Parken warb, nun das umständlichste weil mit unzähligen Ausnahmeregeln versehene System umsetzen wolle, war mit den Politikern nicht zu machen.

Andreas Sprenger, Fraktionsvorsitzender der CDU, hatte gleich zu Beginn gesagt, dass es sich bei den im Mai eingeführten Parkgebühren um "ein sehr emotionales Thema" handelt. Und er gab zu: "Wir hatten alle nicht mit so großem Unmut gerechnet." Gerade deswegen sei es nun wichtig, die Änderungen einfach zu halten und ein für alle nachvollziehbares System einzuführen, zu dem Sprenger dann auch gleich ein paar Vorschläge machte. Anschließend gab es prinzipiell Zustimmung von SPD, ZiG, FDP, Grünen und BFG, auch wenn es in Detailfragen zunächst noch Unterschiede gab. Udo Wennekers, Vorsitzender des Bürgerforums, betonte daher, dass es möglichst eine "einvernehmliche" Lösung aller Fraktionen geben solle. Den Gedanken griff Parteifreund Ulrich Knickrehm als Ausschussvorsitzender auf. "Das was Sie da alle vorschlagen, ist genau so rund wie unsere Idee, man muss sich jetzt nur für eines der beiden Systeme entscheiden". Denn während die Verwaltung mit Höchstparkgrenzen und verschiedenen Zonen für Fluktuation sorgen wollte, soll dieses Ziel beim Ansatz der Politiker der Geldbeutel der Autofahrer erreichen.

Folglich wird, sofern der Rat am 15. Dezember die Änderungen so beschließt, ab dem 1. Februar die Höchstparkdauer überall abgeschafft. Ebenso die Kurzzeitparkzone auf der Steinstraße. Eingeführt wird ein Tagesticket für 5 Euro und der Preis für die Monats- und Jahresparkscheine für Anwohner wird auf 10 Euro im Monat und 100 Euro im Jahr (vorher 17,50 Euro und 175 Euro) gesenkt. Außerdem gelten diese Tickets dann auf allen bewirtschafteten Parkplätzen. (Übrigens der einzige Punkt, der dem einen oder anderen Werbering-Mitglied aufgrund seines Ausmaßes "ein wenig Bauchschmerzen" bereitete, da er zum Beispiel die Gocher aus den Ortschaften benachteiligt.) Auch der Preis des Jedermann-Tickets wird gesenkt (20 Euro im Monat, 200 Euro im Jahr). Es gilt dann auf dem Klosterplatz, am Kastell, dem Frauentorplatz/Schweinemarkt und im Parkhaus "Hinterm Engel".

Sogar beim sogenannten "Brötchenticket", das über die "miteinander-Taste" fünf Minuten kostenfreie Parkzeit einräumt, votierten die Ausschussmitglieder gegen den Verwaltungsvorschlag. Zwar hatte Ordnungsamtsleiter Georg Brenker in seinen Ausführungen darauf hingewiesen, dass "der Umgang mit dem ,Brötchenticket' für alle problematisch" sei. Das gelte sowohl für jene, die beim Bäcker oder am Bankautomaten in der Schlange stehen und nervös auf die Uhr gucken, als auch für die Kontrolleure, die naturgemäß auf Unverständnis stoßen, wenn sie nach sechseinhalb Minuten Standzeit ein Knöllchen schreiben. "Daher wollen wir es lieber ad acta legen", so Brenker. Doch obwohl auch die Politiker die Problematik sehen, entschieden sie sich dafür, die "Brötchenticket"-Zeit auf zehn Minuten zu verdoppeln und so dem Weihnachts-Wunsch des Werberings zu folgen.

Aus Sicht der Gocher Bürger und Geschäftsleute war es also ein guter Abend. Bis auf den Regen.

Quelle: RP
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