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Goch
Gocher gründen Hilfsverein für Uganda

Goch: Gocher gründen Hilfsverein für Uganda
Der Vorstand des neu gegründeten Vereins mit (von links) Johannes Reyntjes, Susanne Binn und Ludger Bückers. FOTO: privat
Goch. Zusammen mit Ludger Bückers und Johannes Reyntjes hat Susanne Binn den Verein "needy kids" ins Leben gerufen. Fortlaufend soll 15 afrikanischen Kindern der Internatsbesuch finanziert werden, später vielleicht die Berufsausbildung. Von Anja Settnik

Schon früher hatte sich Susanne Binn in einem Hilfsprojekt engagiert. Weil ihr dort manches nicht mehr so recht gefiel, hat die Gocherin jetzt eine eigene Gruppe gegründet. Sie heißt "needy kids" und kümmert sich, wie der Name schon andeutet, um bedürftige Kinder und Jugendliche in Uganda. Gemeinsam mit Johannes Reyntjes und Ludger Bückers bildet Susanne Binn den Vorstand des inzwischen eingetragenen Vereins. Ihre Idee: 15 Kindern einen guten Start in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. "Dazu ist vor allem eine gute Ausbildung nötig, die wir finanziell übernehmen", erzählt die Gocher Initiatorin.

Die Grundschulzeit schaffen noch viele Kinder in der Region Masaka nahe dem Victoriasee. Entweder, weil die Eltern es selbst irgendwie hinbekommen das Schulgeld zu bezahlen, oder weil vielleicht eine Initiative sich für die Kinder einsetzt. Doch nach den ersten Lern-Jahren ist oft Schluss, weiß Susanne Binn. An dieser Stelle greift ihr Verein ein.

Fröhliche Kinder mit einheimischen Betreuern: Bildung soll den Kindern und Jugendlichen in Uganda eine Zukunft ermöglichen. FOTO: privat

"Wir sind vor Ort gewesen, haben Jungen und Mädchen kennengelernt, die als Voll- oder Halbwaisen kaum irgendwelche Hilfe erfahren. Sie leben wie der zwölfjährige David bei Verwandten und werden oft nicht gut behandelt. Der Familienverbund kümmert sich zwar meist darum, dass Kinder ohne Eltern irgendwo aufgenommen werden, da aber oft kein Geld da ist, werden diese Kinder häufig als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Oder der Schulweg ist so weit, dass die Kinder stundenlang zu Fuß unterwegs sind und kaum Zeit zum Lernen oder zum Mitarbeiten auf dem Feld bleibt. Die Lösung: ein Platz im Internat", erklärt Binn.

Den hatte sich David gewünscht, um von seinem wenig freundlichen Onkel wegzukommen, und den hat er nun auch. David und eine Reihe anderer Kinder besuchen nun die staatliche Schule, bekommen dort Essen und schlafen im Internat. Das alles kostet pro Kopf im Monat rund 20 Euro - eine Summe, die der Verein regelmäßig und langfristig für 15 Kinder zur Verfügung stellen möchte. Vereinsbeiträge, Spenden und Einnahmen kleiner Aktionen werden dafür verwendet - zum Beispiel wird der Erlös des Plätzchenbackens bei Euronnics Thonnet am dritten Advent den "needy kids" gewidmet.

"Dass sich die Schüler auf unsere Hilfe verlassen können, ist ganz besonders wichtig", sagt Susanne Binn. Sie sollen sich nicht sorgen müssen, dass es demnächst wieder vorbei ist mit Schule und liebevoller Betreuung. Vor Ort beobachtet deshalb ein bezahlter Mitarbeiter des Vereins die Lebenssituation der Kinder. "Wir fassen unsere Aufgabe ganzheitlich auf, wollen den Jugendlichen helfen, auch nach dem Schulabschluss sinnvolle Schritte zu tun", erklärt die Gocherin. So stellen sich die Akteure vor, den 15 Jungen und Mädchen auch noch bei der Berufsausbildung unter die Arme zu greifen und - falls sie Handwerker werden - eventuell Werkzeug oder sonstige Ausrüstung zur Verfügung zu stellen.

Ein Flyer, mit dem sich der junge Verein vorstellt, ist in Arbeit, Spendenkonten gibt es bei der Volksbank und der Sparkasse. Natürlich geben die "needy kids"-Vorstandsmitglieder auch gerne Auskunft über ihre Arbeit.

Quelle: RP
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