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Goch
Gocher restaurieren uralten Schlitten

Goch: Gocher restaurieren uralten Schlitten
Peter Sinsbeck (l.) und Heinz Goossens haben den rund 100-jährigen Schlitten mit weiteren Helfern komplett restauriert. FOTO: Stade (1) / Sinsbeck (1)
Goch. Zwei Jahre mühevolle Kleinarbeit haben Peter Sinsbeck und Heinz Goossens in den rund 100 Jahre alten Pferdeschlitten gesteckt. Geholfen haben Kurt Tenhaaf und Paul Elbers. Die Jungfernfahrt gab es bei der Pferdesegnung in Kessel. Von Stephan Derks

Zugegeben, vor wenigen Wochen hätte die Jungfernfahrt des von Peter Sinsbeck und Heinz Gossens restaurierten, über 100 Jahre alten Pferdeschlittens auch in den Kesselner Niersauen stattfinden können. Denn Schnee lag dort Anfang des Monats noch reichlich. Doch das wäre verfrüht gewesen, da das uralte, wieder zum Leben erweckte "Schätzchen" mit Gottes Segen durch die Niederung gleiten soll und die traditionelle Kesseler Pferdesegnung erst in diesen Tagen stattfand.

Blieb also genügend Zeit, um zu erfahren, wie der Pferdeschlitten, Baujahr 1900, überhaupt entdeckt wurde. "Er wurde mir seinerzeit vom Asperdener Fränkel Kreyer für kleines Geld überlassen", erzählt Sinsbeck, der das sehr verwitterte Gefährt, an dem der Zahn der Zeit mächtig genagt hatte, gleich seinem Mitstreiter in Sachen Gespannfahrten, Heinz Gossens, vorstellte.

Dessen fachmännisches Urteil: "Den kriegen wir schon wieder hin." Doch der Weg dorthin war beschwerlicher, als die beiden Freunde dachten. "Zunächst haben wir uns an die Erneuerung der Kufen gemacht. Da auch übers Internet kein Schlittenbauer, weder in Österreich noch in der Schweiz ausfindig zu machen war, der noch Kufen im Dampfbad biegen konnte, musste eine eigene Lösung gefunden werden" schildert Peter Sinsbeck die Anfänge der "Unternehmung Pferdeschlitten". So wurden in der sehr gut ausgestatteten Schreinerei von Heinz Gossens Blätter aus Eschenholz geschnitten und auf einer Schablose mit 50 Zwingen in die Endform zusammengeleimt und -gepresst.

"Nachdem die Kufen fertig waren, glaubten wir uns schon über dem Berg. Doch der Schreck folgte, als wir nach der Zerlegung des Korpus' feststellen mussten, dass kaum ein Teil des alten Schlittens noch verwertbar war", erinnert sich Sinsbeck. Die Stunde von Schreinermeister Kurt Tenhaaf schlug, der noch alte Techniken im Umgang mit Vollholz kannte und beherrschte. "Viele Feierabende und Samstage waren nötig, um den Schlitten wiederzubeleben. Zum Glück hatte Heinz Gossens noch einen Stamm eines über 20 Jahre alten Eschenholzes, der jetzt zum Schlitten wurde", erinnert sich Sinsbeck.

Was die Anpassung der Eisenteile an das Holz anbelangte, so wurde diese von Schlosser Paul Elbers mit viel Können und Geschick übernommen. Und da ein Schlitten auf Kufen am Niederrhein wenig Sinn ergibt, musste die Neuauflage auch rollen können. Eine erneute Aufgabe für Elbers, der dem Schlitten einen rollenden, klappbaren Untersatz verschaffte, der zudem harmonisch zu dem Gesamtwerk passen musste.

Quelle: RP
 
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