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Goch
Gocher VHS-Chor überzeugte in Kleve

Goch: Gocher VHS-Chor überzeugte in Kleve
Sopranistin Daniela Bosenius überzeugte in Kleve. FOTO: Jumo
Goch. Der VHS-Chor Goch hat in der Christus-König-Kirche Kleve erfolgreich sein Jahreskonzert mit geistlicher Chormusik gestaltet. Von Barbara Mühlenhoff

Unter der Gesamtleitung von Thomas Janßen musizierten das Orchester Camerata Louis Spohr (Düsseldorf) mit dem VHS-Chor und den Solisten Daniela Bosenius (Sopran), Franziska Orendi (Alt), Sascha Dücker (Tenor) und Dimitri Vargin (Bass) die Nelson-Messe von Joseph Haydn sowie die Vertonung des 42. Psalms "Wie der Hirsch schreit" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zwei groß angelegte Werke, denen die Ausführenden insgesamt gut gerecht wurden.

Den Zusatz der Haydn-Messe "Missa in angustiis" verdankt diese der instabilen politischen Situation Österreichs wie auch Haydns eigenen gesundheitlichen Problemen. Für reizvolle Effekte darin sorgt der Einsatz der Orgel, die hier mit Stefan Burs hervorragend besetzt werden konnte. Die Musik erklang von feierlichem Ernst, der eine gewisse Sorgenschwere des Komponisten durchschimmern ließ; Thomas Janßen wusste das Pathos des Werks fein einzuschätzen und mit Dynamik und Ausdruck auf kräftige, aber nicht zu schwere Art aufzuführen. Hervorzuheben ist neben ihrer einwandfreien Intonation die wunderschöne Klangfarbe der Solo-Sopranistin Daniela Bosenius, die auch bei höchsten Tönen besonders warm und ergreifend-intensiv anrührte. Ihre Interpretation des "Incarnatus est" war von delikater Leichtigkeit, auch technisch anspruchsvolle Passagen wie im "Et resurrexit" meisterte sie mühelos.

Sascha Dücker gefiel mit seinem ausdrucksstarken Tenor, ebenso wie Dimitri Vargin in seinen Bass-Partien mit vorbildlicher Textgestaltung und schöner Phrasierung. Altistin Orendi stand ihren Gesangskollegen in nichts nach. Auch bei der Psalmkantate von Mendelssohn erfreuten die Solisten mit ausdrucksstarkem und klarem Gesang.

Bleibenden Eindruck hinterließ hier auch der Eingangsschor mit seiner zwischen Euphorie und Melancholie schwankenden Grundstimmung. Die Vertonung des 42. Psalms ist vielfach homophon im Chorsatz angelegt, musikalisch dadurch nicht allzu anspruchsvoll, aber in der Differenzierung des Ausdrucks außerordentlich komplex.

Dies erforderte eine feine Differenzierung und Nuancierung im Chorpart. Der VHS-Chor erschien als eingestimmter Klangkörper, der gekonnt aufeinander einging. Unterstrichen vom versierten und professionellen Orchesterklang führte Thomas Janßen seine Sänger mit sicherer Hand und gutem Gespür für die musikalischen Möglichkeiten durch das Konzert. Mit der Teilnahme einer Handvoll Gastchoristen erschien der VHS-Chor durchaus sangesstark - wenn auch in allen Stimmen, besonders in Tenor und Bass, der junge Nachwuchs fehlt.

Da die letzten Reihen sowie das Seitenschiff leider nicht mit Zuhörern besetzt waren, ergab sich für Besucher an manchen Sitzpositionen ein unschöner Akustik-Effekt, bei dem die Klänge entweder ineinander- bzw. in den leeren Raum hinwegflossen. Nichtsdestotrotz ist ein Konzert des VHS-Chors immer einen Besuch wert und die Leistung aller Ausführenden wurde auch hier mit minutenlangem Applaus belohnt.

Quelle: RP
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