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Goch
GochNess jetzt mit Leuchtturm

Goch: GochNess jetzt mit Leuchtturm
Klassisch rot und weiß, mit umlaufender Galerie und obendrauf ein Signallicht - allerdings nur zur Dekoration. Vom Turm aus werden drei Strandbereiche überwacht. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Um die Sicherheit der Schwimmer am See zu gewährleisten, wurde über eine geeignete Plattform nachgedacht. Ergebnis: ein Turm. Die Stadtwerke investierten 180.000 Euro und haben damit auch für optische Verbesserung gesorgt. Von Anja Settnik

Ihr Arbeitsplatz ist ein ziemlich einsamer. Immerhin genießt sie einen schönen Ausblick und hat ihre Ruhe: Sanne de Haan ist eine der Mitarbeiterinnen des Freizeitbads "GochNess", die sich die Aufsicht über die Strandbereiche des Kesseler Sees teilen. Naturfreibad, Außenbereich des Hallenbads und der Strand der Sauna sind von ihrer Position aus bestens einzusehen. So muss es sein, denn es geht um die Sicherheit der Gäste. Die nehmen vor allem eines wahr: dass das "GochNess" jetzt einen neuen Hingucker besitzt, der es von anderen Freizeitbädern der Region unterscheidet - einen knallig rot-weißen Leuchtturm.

Ganz oben, in dem rundum verglasten Raum für den Leuchtturmwärter, sitzt Sanne de Haan. Ihre wichtigsten Arbeitmittel: ein Fernglas und Funkgeräte. Mit letzteren ist sie mit dem Hallenbad und dem Kassenbereich verbunden, ersteres hat sie ständig in der Hand, um ihre geübten Augen über Strand und Uferbereich des Sees gleiten zu lassen. Werktags morgens, beim Besuch der RP, ist jetzt im Herbst nicht ganz so viel los, aber am Nachmittag, erst recht am Wochenende, sieht das anders aus. Es gibt viele Saunagäste, die selbst mitten im Winter nach dem Schwitzen mal schnell zur Abkühlung in den See springen. Falls dabei mal jemandem die Luft wegbleibt oder der Kreislauf schlapp macht, ist die Schwimmmeisterin schnell zur Stelle, kann sich im Bedarfsfall Verstärkung holen oder gleich den Notarzt rufen. Sogar ein Defribrillator hängt in dem kleinen Erste-Hilfe-Raum unterhalb ihres Ausgucks.

Im Sommer hat die Gocher DLRG die Aufsicht über das Gewässer, zu dem auch eine Badeplattform gehört. Im Strandbad steht ein Container, von wo aus die Rettungsschwimmer ihren Dienst versehen. Außerhalb der Saison muss der gesamte Raum vom GochNess-Personal eingesehen werden können. "Deshalb kamen wir auf die Idee, einen Aussichtsturm auf den See zu verlagern", erklärt Carlo Marks, Geschäftsführer der Gocher Stadtwerke, die das GochNess betreiben. Wenn schon investieren, dann sollte die Neuerung auch schön aussehen, fand Marks, und man entschied sich für den Leuchttrum. "Es handelt sich um eine zwölf Meter hohe Alu-Stahl-Konstruktion, die auf einem Betonsockel steht. Die Gründung war aufwendig; 16 Meter tiefe Bohrpfosten mussten versenkt werden", erklärt Marks. 180.000 Euro waren dafür aufzubringen.

Der Geschäftsführer der Gocher Stadtwerke, die auch das GochNess betreiben: Carlo Marks. Oben wacht die Schwimmmeisterin. FOTO: Evers Gottfried

Goch lässt sich sein schönes Bad einiges kosten. "Im Durchschnitt müssen wir mit einem Defizit in Höhe von 1,6 Millionen Euro pro Jahr umgehen", sagt der Stadtwerke-Chef. 320.000 Gäste verzeichne das GochNess im Jahr, darunter sind zahlreiche Schulklassen, die dort Schwimmunterricht haben, aber auch Familien und viele Saunagäste - auch aus dem Nachbarland. Die sehr gut angenommene Sauna hilft, das Defizit nicht noch größer werden zu lassen. Dort ist übrigens die Gastronomie "Otium" modernisiert worden, ein kaum genutzter früherer Ruhebereich wurde dem Restaurant zugeschlagen. Dort sitzen die Genießer nun im Bademantel am Kamin, essen, trinken und bewundern den Leuchtturm.

Quelle: RP
 
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