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Goch
Gochs ganz großes Theater

Goch. Der Schwanenteich – bislang ein hübsches Aschenputtel und nicht die erste Adresse für Stadt-Spaziergänge. Nach der Umgestaltung, die bald beginnt, wird das dann mit der Niers verbundene Gewässer zu einer neuen Attraktion. Von Thomas Claassen

Auf Bodenhöhe betrachtet wird es eine schöne, offene, moderne und völlig einzigartige, grüne Terrasse an der Niers. Denn die kommt künftig dort hin, wo jetzt noch der abgetrennte Schwanenteich liegt. Wer den Plan betrachtet oder später aus der Vogelperspektive aufs Gelände schaut, der versteht, warum das, was jetzt ganz schnell Wirklichkeit wird, "Nierswelle" heißt. Genau so ist sie nämlich angelegt worden, die großzügige, weitläufige Terrasse, die den ehemaligen Schwanenteich halbseitig einrahmen, gestalten wird.

Verbinden statt abtrennen! Von der Bahnhofstraße aus ist "der neue Schwanenteich" nicht nur vollständig sichtbar, sondern ganz leicht zu erreichen. "Die Gocher Nierswelle wird barrierefrei angelegt", so Carlo Marks von der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO! auf RP-Anfrage. "Jede Stufe ist auch mit Rollstuhl oder Rollator gut erreichbar, im Sommer und in den anderen Jahreszeiten." Schließlich solle der Platz zum Treffpunkt für Jung und Alt werden.

Spazierwege mit Aussicht

Groß ist der Höhenunterschied, der zwischen Bahnhofstraße und dem "Nierssee" unten zu überwinden ist. Die geschwungenen Terrassen, mit festen Randsteinen, aber ansonsten lebendig rasengrün, dienen als (im Wortsinne) aussichtsreiche Spazierwege, laden ein zum Hinsetzen, Ausruhen, Gucken, Plaudern. Und: "Durch diese Gelände-Gestaltung hinunter bis ans Wasser ist auch sichergestellt, dass, ganz gleich, wie hoch oder wie niedrig der Pegelstand der Niers ist, man immer unmittelbar ans Ufer heran kann." Denn die unterste Terrassenstufe wird gleichsam unter der Wasseroberfläche versenkt.

Die Terrasse – ein Treffpunkt, aber auch eine Bühne. Nur auf den ersten Blick scheint es illusorisch, aus Goch ein Stück Bregenz zu machen. In den See werde nämlich auch eine hölzerne, bewegliche Bühne gebaut, so Carlo Marks. Wenn man sie mittig platziert, dann sind die ersten Gocher Freilicht-Festspiele nicht mehr weit. Theater in der "Nierswelle", vielleicht auch mal ein Konzert: Die Zuschauer können sich dann wie in einem alten Amphitheater auf die Terrassen setzen und zuhören.

Die "Nierswelle" wird sicher die Attraktion, aber doch nur ein Teil der Umsetzung des lange geplanten und immer wieder aufgeschobenen Projektes "Ran an die Niers". Torsten Matenaers, Sprecher der Stadt Goch: "Der Plan umfasst insgesamt den Bereich zwischen der Niersbrücke am Kastell und der Brückenstraße. Flussaufwärts, so sieht es das Konzept vor, könnten ein Seniorenparcours und eine Spielwiese für Kinder entstehen. In unmittelbarer Nähe der Niersbrücke am Kastell wäre Platz für einen Skulpturengarten." So wäre das jetzt so gut wie nicht genutzte Teilstück des Innenstadt-Weges entlang der Niers zwischen Kastell und Schwanenteich endlich mit einbezogen.

Quelle: RP
 
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