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Goch
Golfen und Wandern in der Ruine Bleijenbeek

Goch: Golfen und Wandern in der Ruine Bleijenbeek
FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. "Iedereen welkom" steht auf Hinweisschildern zum "Paviljoen Bleijenbeek", der zum Afferdener Golfplatz gehört. Mitten in den Maasdünen ist für Wanderer, Radfahrer und Golfer genügend Platz. Nur wenige Deutsche kennen die Anlage. Von Anja Settnik

Jeder kennt die Golfplätze in Moyland, weiß von dem in Niedermörmter, von Emmerich-Borghees, von dem am Gelderner Seehotel oder dem in Issum. Aber auch Afferden, kaum acht Kilometer von Goch entfernt, hat eine wunderschöne Anlage, die zumindest vom Mittelkreis aus sehr leicht zu erreichen ist. Allerdings muss die Landesgrenze passiert werden, was heutzutage kaum mehr ein Hinderungsgrund sein dürfte. Oder? "Unter unseren rund 500 Mitgliedern sind gerade mal 20 Deutsche", sagt Wolfgang Fischer, der vier Kilometer entfernt in Goch-Hülm wohnt. Er wünscht den Betreibern des Golfclubs Bleijenbeek, dass mehr Menschen den Weg nach Afferden finden. Wer Siebengewald kennt, müsste das eigentlich schaffen. Am Ortsausgang einmal rechts ab, und schon ist die großzügige Anlage zu erahnen.

Fischer spielt erst seit vier Jahren. Als er in Rente ging und seine Quarter-Horse-Hobbyzucht so langsam einstellte, musste eine neue Betätigung her. Er fand sie im "Golfclub Bleijenbeek", der sehr idyllisch zwischen Heidelandschaft und Wald liegt. "Hier brüten rund 50 Vogelarten, niederländische Naturschützer führen hier regelmäßig ,Birdwatching' durch", erzählt der Gocher.

Das Gelände gehört zu den Maasdünen und bietet sich für vielfältige Freizeitgestaltung an. Auch für Radfahrer und Wanderer wird einiges getan: Das Knotenpunktsystem macht die Orientierung leicht. Wer gerne komplett entspannt, der ist auf der Terrasse des "Paviljoen Bleijenbeek" bestens aufgehoben. Da gibt es Getränke, Speisen und eine Aussicht, die ihresgleichen sucht. In der Ferne ist die Ruine des namengebenden Schlösschens auszumachen.

Wer selbst Golfer ist oder sich für den Sport zumindest passiv begeistern kann, wird seinen Blick kaum von dem gepflegten hügeligen Grün abwenden können. Ein natürlich geformter See und ein Bach strukturieren das Gelände zusätzlich. Eine 18-Loch-Bahn, für die man elf Kilometer zurücklegen muss, zusätzlich eine 9-Loch-Anlage, die vor allem Senioren und Anfänger anspricht, sind vorhanden, außerdem eine Driving-Range samt Putting-Green. Im Clubhaus, das so nicht genannt wird, weil es jedem offensteht, ist neben der Gstronomie auch ein kleines Golfmuseum untergebracht.

Leicht verlegen, weil er den Wahrheitsgehalt selbst ein wenig anzweifelt, erzählt Fischer, dass ein Forscher mal einen Vortrag darüber gehalten habe, dass Golf wohl eher in den Niederlanden (gar im Gebiet der Gemeinde Bergen) als in Schottland erfunden wurde. Wie auch immer: Schon im frühen 20. Jahrhundert schlugen speziell gekleidete Niederländer mit Stöcken einen kleinen harten Ball über die Felder, zogen dabei kleine Wägelchen hinter sich her, maßen sich in Wettbewerben. Auch alte holländische Fliesen, die in einer Vitrine ausgestellt sind, zeigen dieses und andere Spiele.

Betreiber des Afferdener Golfplatzes ist Familie Vink, die auch noch einen Platz im Raum Nimwegen leitet, die 130 Hektar Fläche gehören niederländischen Banken. Viele (auch deutsche) Firmen mieten sich auf der 2005 errichteten Anlage ein, um Mitarbeitern oder Kunden einen schönen Tag zu bereiten.

Quelle: RP
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