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Goch
Gröhe: Altenpflege wird Herausforderung

Goch: Gröhe: Altenpflege wird Herausforderung
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sprach in Kevelaer. FOTO: eve
Goch. Beim Soleo*-Kongress hielt der Bundesgesundheitsminister einen Vortrag über die Pflegebranche. Von Christoph Kellerbach

Der diesjährige Kongress der Soleo* GmbH hatte mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hohen Besuch. Doch worum ging es bei dem Treffen verschiedener Experten im Bühnenhaus?

"Momentan steht die finale Umsetzung der Landespflegegesetz-Novellierung von 2003 an. Als Beratungs- und Planungsunternehmen begleiten wir gerade 20 Projekte in NRW. Bei unseren Kongress-Themen geht es darum, dass gerade bei der Bauwirtschaft und Personalfragen wahnsinnig viel zu tun ist. Die Träger haben nämlich zu lange mit den Umbauarbeiten gewartet, während die Gesetzgeber die größten Störenfriede waren und ständig neue Auflagen durchgeführt haben", erklärte Diplom-Ingenieur Ralf Weinholt, einer von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern.

Von Gröhes Beitrag erhoffte er sich einiges, denn "die letzten Gastredner sind leider aus politischen Gründen oft nicht auf unsere Anliegen, das Wohnen im Alter und die Pflege, eingegangen."

Der in Uedem geborene Bundesgesundheitsminister sprach an, dass sowohl die ambulante wie auch die stationäre Altenpflege Stärkungsbedarf hat und dass man gerade die stationäre Behandlung nicht tabuisieren soll: "Wir müssen uns von der Terminologie des 'Abschiebens' entfernen."

Diese Kräftigung der Finanzierung käme durch das Pflegestärkungsgesetz II, welches am Jahresbeginn 2017 in Kraft gegangen ist und durch das die Versicherungen "früher die Weichen stellen können". Sehr wichtig sei auch das Personal: "In wenigen Jahren werden wir über vier Millionen Pflegebedürftige haben. Unsere Herausforderung wird es sein Anreize für die Pflegeberufe zu schaffen. Die Frage ist auch: Wer pflegt die Pfleger? Diese Menschen gehen ständig mit dem Tod um." Für ihn gehe es vor allem um den menschlichen Part, "da in der letzten Zeit die Gebäude stark aufgewertet wurden. Jetzt müssen wir uns um das Personal kümmern." Dieser Faktor wurde auch in der anschließenden Diskussionsrunde angesprochen und Gröhe betonte, dass man ehemalige und halbtags arbeitende Pflegekräfte mit menschlicherer Versorgung zurückholen könnte. Ralf Weinholt war nach dem Kongress mit dem Diskussionsergebnis zufrieden: "Der Bundesminister ist 100-prozentig auf unsere Themen eingegangen. Das war ein Ritterschlag für unsere Veranstaltung."

Quelle: RP
 
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