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Goch
Große Sorgen bei der Tafel

Goch. Auch die Kevelaerer Tafel schlägt - ebenso wie die im nahen Geldern - Alarm wegen des großen Andrangs von Flüchtlingen.

Es sei möglich, "dass der soziale Frieden verlorengeht", befürchtet der Vorsitzende Wilfried Binn. "Die Leute sind nicht mehr zufrieden und sagen: ,Durch die Flüchtlingssituation haben wir diesen Missstand'."

Die Gelderner Tafel ist schon jetzt völlig überlastet. In Kevelaer sei die Lage ganz genau so, sagt Wilfried Binn. Unter der großen Nachfrage werden die Waren knapp. Die Wartezeiten an den Ausgabetagen werden extrem lang, und mitunter gibt es Gedränge: Den Flüchtlingen, die kein Deutsch sprechen, sei schwer zu vermitteln, dass sie nicht der Reihe nach, sondern nach einem Losverfahren drankommen, erklärt Binn.

Es gibt angestammte Tafel-Besucher, die die Situation so belastend finden, dass sie gar nicht mehr kommen. Um diese Entwicklung zu bremsen, haben die Helfer schon deutsche Kunden vom üblichen Ausgabetag am Donnerstag auf den Dienstag verlegt. Der Dienstag war aber bisher für Alte, Kranke und Familien reserviert - also entstehen nun auch für diese Gruppe längere Wartezeiten.

Wenigstens für diese Probleme zeichnet sich aber eine Lösung ab. In den nächsten Wochen will die Tafel ein neues System ausprobieren: Die Besucher werden in kleinere Gruppen mit jeweils eigenen Besuchszeiten aufgeteilt. Das soll die Lage entspannen.

Dass der Andrang insgesamt zu groß ist, daran wird die Neuerung aber nichts ändern. Und die Ehrenamtler sehen die Entwicklung in Kevelaer mit Sorge. Denn derzeit gibt es 470 Asylsuchende in ihrem Einzugsgebiet. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf über 1000 anwachsen. "Ein Teil dieser Menschen wird auch zu uns kommen", sagt Wilfried Binn. "Ich weiß nicht, was auf uns zukommt und wie ich das auf Dauer händeln soll."

Freude macht den Verantwortlichen unterdessen die Solidarität in der Bevölkerung. "Wir haben 2015 eine große Spendenbereitschaft erfahren, mehr als üblich", so Binn. Das Zukaufen von Lebensmitteln ist in seinen Augen aber keine Lösung. Denn das widerspricht dem Grundgedanken der Tafeln: Eigentlich geht es darum, Überschüsse sinnvoll zu verwerten.

(szf)
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