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Goch
Großübung neben dem Airport Weeze

Großübung der Feuerwehren Kleve und Duisburg am Airport Weeze
Großübung der Feuerwehren Kleve und Duisburg am Airport Weeze FOTO: Gerhard Seybert
Goch. Gleich mehrere Brandorte, dazu eine Explosion und ein eingestürztes Parkdeck: Die Teilnehmer an der Übung der überörtlichen Bezirksgemeinschaft der Feuerwehren mussten breites Wissen und Können nachweisen. Von Anja Settnik

Es qualmt und stinkt, die Mauern sind rußgeschwärzt. Nicht weit von dem brennenden Gebäude scheint ein Parkdeck eingestürzt zu sein - ein Trümmerhaufen aus Betonteilen verweist darauf. Aber Panik bricht nicht aus, denn all das spielt sich hinter den Sichtschutzwänden ab, die das Gelände der Training Base Weeze vor neugierigen Blicken abschirmen. Die Reisenden auf dem Weg zum Airport-Terminal können die Vorfreude auf ihren Urlaub genießen. 135 Feuerwehrleute aus den Kreisen Kleve, Wesel und aus Duisburg haben allerdings voll konzentriert zu arbeiten.

Denn wenn es auch nur eine Übung ist: Was die "Bezirksbereitschaft 1" an diesem Tag auf dem Gelände der Training Base betreibt, ist eine wichtige Vorbereitung auf den Ernstfall. Michael Görtzen, Brandrat bei der Berufsfeuerwehr Duisburg und Übungsleiter, erklärt, dass es sich um eine Großübung der Feuerwehrbereitschaft 1 des Regierungsbezirks Düsseldorf handelt.

Überörtliche Hilfe, an der Freiwillige wie Berufsfeuerwehr teilnehmen, sei bei Großeinsatzlagen und Katastrophen nötig, wenn die örtlichen Feuerwehren nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. "Bei der Lage, die wir für den Phantasie-Ort auf dem Übungsgelände annehmen, stellen wir uns vor, dass die Löschzüge aus der Nachbarschaft seit Tagen im Einsatz sind. Sie sind entkräftet und müssen abgelöst werden."

Bereits am Freitag geschah die Alarmierung der Beteiligten, es folgte die Vorbereitung auf den abgestimmten Einsatz. Am frühen Samstagmorgen brachen die Trupps auf und trafen sich bei der Kreisfeuerwehr in Goch. "Die strukturierte, geordnete Aufstellung muss ebenso geprobt werden wie das Retten und Löschen", erklärt Görtzen. Deshalb sei eine solche Großübung nicht nur für die Aktiven in den Löschzügen wichtig, sondern auch für die Führungskräfte eine echte Herausforderung.

An drei Stellen brennt es: Aus einer Gaststätte dringt übel riechender Rauch, dort wird eine Person vermisst. Auch eine Autowerkstatt soll in Flammen stehen, zudem ist in der Nähe ein Parkhaus eingestürzt. "Das muss kausal nicht unbedingt zueinander passen, wichtig ist für uns, dass die Logistik funktioniert. Vier Züge sind vor Ort, mehr sind nicht verfügbar. Mit diesen Kräften muss die Einsatzleitung klarkommen.

Als am Nachmittag auch noch riesige Flammen an Behältern eines ehemaligen Kraftwerks in den Himmel schlagen, dürfte bei einigen Feuerwehrleuten der Blutdruck ansteigen. Damit die Sache so authentisch wie möglich wirkt, wurde eigens ein Feuerwerker bestellt. "Gerade die Leute bei der Freiwilligen Feuerwehr wollen auch mal eine Großübung mit richtig Action erleben", sagt Geurtzen. Im Vorjahr sei eine Deichverteidigung geübt worden - auch wichtig, aber als Übung ("vorwiegend Sandsäcke schleppen") eben nicht so spannend.

Das DRK aus Duisburg hatte seine Feldküche zur Versorgung der Akteure aufgebaut, ISAR Germany stellte seine Arbeitsweise vor. Insbesondere am "zusammengestürzten Parkdeck", das schon häufig für diesen zweck genutzt wurde, konnten sich die Rettungshunde eindrucksvoll präsentieren. Sie halfen, einen "Verschütteten" aufzuspüren, damit der versorgt und abtransportiert werden konnte.

Ob Sturm, Starkregen, Deichbruch oder Großbrand: Auch am Niederrhein gibt es viele Anlässe, bei denen ein koordiniertes Vorgehen der Feuerwehren und weiterer Hilfsorganisationen funktionieren muss. Was nicht optimal gelaufen ist, wird im Nachgang benannt und aufbereitet. Und erneut geübt, versteht sich.

Quelle: RP
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