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Goch
Gymnasiasten verlangen Antworten

Goch: Gymnasiasten verlangen Antworten
Wie zufrieden die Schüler mit den Antworten der drei Kandidaten (links) waren, können zumindest die über 16-Jährigen am Sonntag in der Wahlkabine mitteilen. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Die drei Bürgermeisterkandidaten von CDU, BFG und SPD folgten der Einladung zur Podiumsdikussion am GoGy. Themen waren unter anderem Finanzen, Freizeit, Vereine und die Ausstattung der Schulen. Von Ann-Lea Woitge

Höchst professionell haben Oberstufenschüler des städtischen Gymnasiums Goch eine Podiumsdiskussion mit den Gocher Bürgermeisterkandidaten vorbereitet. Gestern stellten sich Heinz van Baal (CDU), Ulrich Knickrehm (BFG) und Bettina Trenckmann (SPD) den Fragen der Gymnasiasten. Eine Stunde lang erklärten die Kandidaten, allesamt Eltern (fast) erwachsener Kinder, wofür sie sich besonders einsetzen wollen. Positiv fiel auf, dass sie keine vermeintlichen Patentrezepte aus dem Hut zauberten und den Jugendlichen nicht nach dem Mund redeten. Alle drei forderten von der jungen Generation engagiertes Mitwirken.

Zukunft/Finanzen Wie soll Goch im Jahr 2020 aussehen? "Wir fragen nicht nach Utopien, sondern nach erreichbaren Zielen", so die Moderatorin. Dazu van Baal: "Die Schulden sind dann abgebaut, wir erwirtschaften einen Überschuss, so dass Geld für Jugend- und andere Projekte da ist. Goch muss attraktiver für Familien werden, damit sie zu uns ziehen." Trenckmann: "Fünf Jahre sind zu kurz, um die Schulden deutlich zu reduzieren. Aber die Bürger müssen spüren, dass das Geld bei ihnen ankommt. Wo investiert wird, entscheide ich nicht alleine, sondern gemeinsam mit dem Rat. Ich will eine funktionierende Jugendarbeit und eine Skateranlage." Ulrich Knickrehm: "Es sollen dann zumindest keine neuen Schulden mehr gemacht werden; wir werden mit geringen Mitteln und vielen Ideen sehen, dass wir unsere Stadt attraktiver machen. Sparen lässt sich am ehesten bei der Verwaltung."

Freizeit Goch ist eine Stadt mit viel grüner Umgebung. Was lässt sich daraus machen? Trenckmann will mehr und bessere Fahrradwege und Hinweise auf Niers und Stadtpark. "Dort sollte auch ein gastronomisches Angebot hin. Dann kämen auch noch mehr Ausflügler." Knickrehm dazu: "Wir können als Stadt nur Hilfen geben. Außerdem muss man sich gerade in der Freizeit nicht auf Goch selbst beschränken; die nahen Niederlande mit dem Maasgebiet und der Stadt Nimwegen sind sehr attraktiv." Heinz van Baal sprach die Idee eines Jugendparlamentes an: "Um Goch auch für die Jugend attraktiver zu machen, muss festgestellt werden, was diese eigentlich will. Aus diesem Grund wäre ein Jugendparlament nicht schlecht, in dem die Jugendlichen ihre Interessen einbringen können".

Sport/Vereine Wegen der langen Schultage wenden viele Schüler den Sportvereinen den Rücken zu. Was tun? Heinz van Baal: "Schulen können die Vereine zur Kooperation einladen. Das hilft beiden Seiten." Knickrehm: "Bei Mannschaftsportarten funktioniert das nicht, da kommen ja Schüler verschiedener Schulen zusammen. Schulen sollten sich deshalb Randsportarten zuwenden, die individueller sind." Trenckmann: "An Grundschulen, an denen die AWO Träger des offenen Ganztags ist, arbeiten die Sportvereine mit. Das muss auch an weiterführenden Schulen möglich sein."

Schulausstattung Die Computer am Gymnasium sind zu langsam, so die Moderatoren. "Wann gibt es neue?" Auf diese Frage antworteten die Kandidaten von CDU, BFG und SPD unisono, dass das Problem bekannt sei und die Ausstattung sukzessive modernisiert werde - an allen Schulen und aus Haushaltsgründen sicherlich nicht so häufig, wie das wünschenswert wäre.

Flüchtlinge "Sie gut unterzubringen ist ein Gebot der Menschlichkeit. Nach der Grundversorgung ist die zweite Aufgabe die Integration dieser Menschen", sagte Ulrich Knickrehm zu diesem Thema. Bettina Trenckmann meinte: "Viele Ehrenamtler, die Kirchen, Vereine und Verbände leisten großartige Arbeit. Die Stadt muss sich aber kooperativ stärker einbringen; wir brauchen mehr Sprachkurse!" Und Heinz van Baal sagte: "Ich kann mich dem allen nur anschließen. Die Verwaltung ist übrigens schon auf dem Weg: Es ist ab sofort jemand zur Koordinierung der Hilfen abgestellt." (Siehe auch den unten stehenden Artikel.)

Zum Abschluss richtete sich Politiklehrer Stefan Schwiertz noch einmal explizit an die über 16-Jährigen: "Egal, welcher Kandidat euer Herz gewonnen hat: Geht am Sonntag zur Wahl!"

Quelle: RP
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