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Goch
Händler wollen Lockerung am Sonntag

Goch: Händler wollen Lockerung am Sonntag
Früher hatten fast alle Läden sonntags offen. Das wurde eingeschränkt. FOTO: Seyb
Goch. Über die Öffnungszeiten am Sonntag wird in Kevelaer derzeit heftig diskutiert. Eine Initiative hat eine Facebook-Aktion gestartet. Die Stadt will in der Sache das Gespräch mit dem Ministerium suchen. Von Sebastian Latzel

Die Bürgermeisterwahl ist denkbar knapp ausgegangen. Gerade einmal 80 Stimmen Vorsprung reichten Dr. Dominik Pichler zum Sieg. Da sind es oft Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben. Und mancher mutmaßt durchaus, dass die Diskussion über die Ladenöffnungszeiten den Ausschlag gegeben haben könnten.

Wie berichtet, hatte ein Initiative die lockere Haltung in der Stadt moniert und die Aufsichtsbehörden eingeschaltet. Früher hatten fast alle Geschäfte sonntags in der City offen. Nach der Beschwerde war die Stadt gezwungen, einigen Händlern die Öffnung zu untersagen, weil ihr Angebot nichts ortstypisch ist. So müssen beispielsweise Schuhhändler oder Textiler schließen.

FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Das hat für viel Unruhe und Kritik unter den Geschäftsleuten gesorgt. Inzwischen hat sich auch eine Initiative gegründet, die auf der Facebook-Seite "Initiative Sonntagsöffnung" um Unterstützung dafür wirbt, dass die Regelung noch einmal überdacht wird. "In Kevelaer hat sonntags immer ein reges Treiben geherrscht, die Sonntagsöffnung gehörte einfach dazu", meint ein Mitglied der Initiative. Man müsse den Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen, und in einer Pilgerstadt müssten die Wallfahrer nun einmal die Möglichkeit haben, sich ein paar Schuhe oder ein Regencape zu kaufen, wenn noch viele Kilometer Pilgerweg vor ihnen liegen. Viele Pilger hätten auch mit ihrer Unterschrift deutlich gemacht, wie wichtig ihnen eine Öffnung der Geschäfte am Sonntag sei.

"Uns ist es wichtig, mit unserer Initiative eine Diskussion loszutreten und noch einmal Bewegung in die Sache zu bringen", heißt es. Bleibe es bei der momentanen Regelung, bestehe die Gefahr, dass weitere Leerstände dazukommen. "Rechtlich mag die Regelung ja in Ordnung sein, sie ist aber nicht im Sinne der Stadtentwicklung, daher muss man da zu Alternativlösungen kommen."

Darum hat sich Bürgermeister Dr. Axel Stibi bemüht. Es sollte eigentliche einen Termin zu der Sache mit dem Wirtschaftsministerium Anfang September geben, der wurde allerdings verschoben. "Bei diesem Termin soll es darum gehen, die Spielräume für Kevelaer auszuloten", sagt Stibi. Etwa die Frage, was genau "ortsübliche Waren" sind. Aus seiner Sicht fallen bei einer Pilgerstadt eben durchaus auch Schuhe darunter. "Es muss möglich sein, dass man sich gesetzestreu verhält und gleichzeitig die Regelungen flexibel und kreativ handhabt", sagt Stibi.

Da der Termin mit dem Ministerium derzeit für Ende Oktober anberaumt ist, könnte dann bereits Dr. Pichler im Amt sein. Der kommende Bürgermeister hat gegenüber der RP bereits erläutert, dass auch ihm beim Thema "Ladenöffnung" kaum Spielraum bleibt. "Hier sind wir an die geltenden Gesetze gebunden", sagt er.

Quelle: RP
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