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Goch/Kevelaer
Hüls-Projekt: Stadt muss nachbessern

Goch/Kevelaer: Hüls-Projekt: Stadt muss nachbessern
FOTO: van Offern Markus
Goch/Kevelaer. Der Bezirksregierung passt die Rechnung für das Hüls-Projekt nicht. Ihr Problem: Die Kosten seien zu hoch. Von Sebastian Latzel

Mit der "Atempause im August" rührte die Stadt Kevelaer die Werbetrommel für das Hüls-Gelände. Eine Aktion, die die Verwaltung als Erfolg verbuchte. Das sei gute Werbung für die Anlage gewesen, auch um den Sole- und Pilgerpark in der Bevölkerung zu verankern. Ebenfalls sei der Zuschuss für das Projekt nur noch Formsache. Bei einem Termin in Düsseldorf mit der Bezirksregierung habe es nur kleinere Nachfragen der Behörde gegeben, hieß es.

Doch bei diesen Nachfragen ging es keineswegs nur um Kleinigkeiten, wie die Bezirksregierung gestern auf RP-Anfrage erläuterte. Vielmehr geht es ganz konkret um die Kosten, also den entscheidenden Faktor für das Projekt. "Wir haben den Vertretern aus Kevelaer mitgeteilt, dass das Verhältnis von Baukosten und Zuschuss nicht stimmig ist. Die Kosten wären nach den bisherigen Plänen zu hoch", erläutert Stefanie Klockhaus, Sprecherin der Bezirksregierung. Die Kommune habe den Auftrag bekommen, so nachzubessern, dass das Verhältnis stimmig ist. Die Stadt müsse jetzt neue Zahlen zu den Baukosten vorlegen. "Die Kommune ist jetzt am Zug. Liegt die neue Kostenrechnung vor, läuft das Zuschussverfahren weiter." Das Projekt generell sieht sie nicht gefährdet. Die Stadt müsse jetzt aber ihre Hausaufgaben machen.

Es gäbe da Probleme, bestätigt Bürgermeister Dominik Pichler. "Aber die sind nicht unlösbar." Der Bezirksregierung seien die Kostenrechnungen der Stadt nicht präzise genug gewesen. "Es ist ganz klar: Da müssen wir nachlegen." Der zuständige Architekt der Stadt sei bei dem Gespräch dabei gewesen, er werde jetzt die neue Aufstellung der Kosten erarbeiten.

Vorgelegt werden sollen der Bezirksregierung die Berechnungen für die "Vollversion" der Anlage auf der Hüls. Denn die Behörde wolle einen genauen Überblick, wie hoch die Kosten für das Projekt am Ende sind. Wenn die endgültigen Kosten über dem vereinbarten Zuschuss liegen würden, gebe es zwei Alternativen. Entweder könne die Bezirksregierung beim Wirtschaftsministerium wegen einer Aufstockung der Summe nachfragen. Die andere, vermutlich realistischere Variante ist, dass die Bezirksregierung in Absprache mit der Stadt überlegt, was aus der Vollversion herausgenommen werden könnte, um die Kosten zu drücken.

In den nächsten Wochen will die Kommune der Bezirksregierung die neue Aufstellung zusenden. "Wir sind nicht euphorisch optimistisch, dass es den Zuschuss gibt, aber wir sind optimistisch", sagt Pichler. Gleichzeitig gehe es auch darum, der Bezirksregierung einige Kostenpunkte transparenter zu machen. So habe die Behörde moniert, dass die Kosten für den Park zu niedrig angesetzt seien. "Aber da gibt es offenbar eine falsche Vorstellung davon, was wir hier planen. Es geht ja um einen Garten für die Bürger und nicht um einen Schlosspark wie Sanssouci", sagt Pichler.

Auf dem Hüls-Gelände soll, wie mehrfach berichtet, ein Komplex mit Gradierwerk, Park und Ärztezentrum entstehen. "Gesund an Leib und Seele" heißt das Motto. Als Gesamtausgaben für den Sole- und Pilgerpark sind rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Der Zuschuss ist über das Förderprogramm "Erlebnis NRW - Tourismuswirtschaft stärken" in Aussicht gestellt worden. Er hat ein Volumen von 1,8 Millionen Euro.

Quelle: RP
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