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Goch
Hund und Mensch tanzen gemeinsam

Goch: Hund und Mensch tanzen gemeinsam
Kreuz und quer durch Frauchens Beine, wenn gewünscht, springt Candy auch meterhoch. Ihre Chefin Birgit Paas hat sie immer im Blick. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch. Heute und morgen findet in Sonsbeck ein Wettbewerb im Dogdancing statt. Birgit Paas und Sieglinde Bruns laden alle Hundefreunde zum Zuschauen ein. Über 100 "Tanzpaare" stellen sich der Jury. Von Anja Settnik

Die Stars auf der Tanzfläche heißen Boomer, Caramba, Sally und Biene, ihr Sportpartner ist fast immer eine Frau. So eine wie Birgit Paas aus Goch, die mit ihrer Hündin Candy, einem Border-Mischling, antreten wird. Die 44-Jährige veranstaltet gemeinsam mit Sieglinde Bruns aus Sonsbeck heute und morgen das 2. Internationale Dogdanceturnier auf dem Gelände nahe der Autobahnabfahrt in Sonsbeck. Über 100 Starter aus der näheren und weiteren Umgebung sind dabei, dazu Zuschauer, die sehr willkommen sind. Der Zugang ist kostenlos, nur fürs Parken sind drei Euro zu zahlen.

Dogdancing ist in Deutschland noch recht unbekannt. Es ist eine Form des Hundesports, die den Hund und seinen Besitzer ordentlich in Schwung bringt, zugleich aber auch die möglichst perfekte Harmonie zwischen beiden zeigt. Und das alles im Takt der Musik. Es mag Tiere geben, die Beatles oder Andreas Bourani lieber hören als klassische Weisen, aber soviel menschliches Empfinden sagt Birgit Haas ihrer Hündin gar nicht nach. "Man muss herausfinden, was passt. Das ist mal etwas Instrumentales, mal ein aktueller Pop-Song, das kann aber auch ein Walzer sein." Je nachdem, welche Tricks der Hund alle schon kann, lassen sich die Elemente zu einer richtigen Choreographie verbinden. Zu dieser wird dann die geeignete Musik ausgesucht.

Candy ist mit sieben Jahren schon eine fortgeschrittene Tänzerin. Sie zeigt neben dem "Andoggen", dem ganz nahen Bei-Fuß-Gehen, auch einzelne Schritte, die Hunde sonst kaum auf Kommando machen: im Liegen zum Beispiel ein Vorderbein über das andere kreuzen. Auf den Befehl "Twist" dreht sie sich im Kreis. Die Bewegungen ihrer Chefin regen sie dazu an, sich durch deren Beine zu schlängeln, durch ihre Arme zu springen, die mal vor dem Körper, mal daneben gehalten werden. Besonders dynamisch: Blitzschnell bückt sich die Frau in den Vierfüßlerstand und lässt ihren Hund über sich hinweg springen. Das scheint beiden großen Spaß zu machen.

"Aber Candys Aufmerksamkeit muss auch bei den sportlich-schnellen Elementen immer total auf mich gerichtet sein. Bei jüngeren Hunden, die noch Anfänger im Dogdancing sind, helfen ein Spielzeug in der einen und Leckerchen in der anderen Hand. Bei weiter ausgebildeten Tieren muss es auch mal zwei, drei Minuten ohne diese Hilfen gehen." Der Hund gehorcht, weil ihm dieses Verhalten beim Lernen Lob, Streicheleinheiten und gute Häppchen eingebracht hat und weil seine Besitzerin nun einmal die Chefin ist. "Wir üben überall: auf Parkplätzen, einem Bolzplatz, da, wo wir gerade sind." Und natürlich zuhause - "so ist auch Regenwetter kein Problem."

Birgit Paas, die in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitet, verbringt ihre ganze Freizeit mit Hunden. Dem eigenen und denen, die sie ausbildet. Die Gocherin führt mit Sieglinde Bruns zusammen den Verein "Hund herum", der den Zweck hat, alten Menschen, Kindern oder Gehandicapten durch Begegnungen mit den Tieren gut zu tun. Darüber hinaus führt sie als Nebengewerbe eine Hundeschule. "In workshops vermittle ich Hund und Mensch, wie sie gut miteinander klar kommen und am meisten von einander haben." Wer mit seinem Hund noch mehr erleben möchte, kann auch Tricks lernen, die bei genügend Fleiß und Talent ins Dogdancing münden könnten.

Heute und morgen von etwa 10-17 Uhr, Kevelaerer Straße 106/Ecke Husenstraße. Kontakt: bibipa@web.de; siggi-bruns@web.de

Quelle: RP
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