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Paul Schaffers
"Ich musste Luft ablassen"

Paul Schaffers: "Ich musste Luft ablassen"
Paul Schaffers mit der Haushaltsrede von Jürgen Hendricks. Die darin geäußerte Kritik ist für den CDU-Fraktionsvorsitzenden völlig unverständlich. FOTO: Latzel
Goch. Beim Thema "Stellvertretender Bürgermeister" bleibt der CDU-Fraktionsvorsitzende bei seiner deutlichen Kritik. Ob es 2020 einen Gegenkandidaten zu Pichler gibt, soll 2018 geklärt werden.

In Ihrer Haushaltsrede haben Sie pointiert Stellung zur Nichtwahl von Michael Kamps als stellvertretender Bürgermeister genommen. Sie sprachen da von "persönlich motivierter Hetze". Wieso haben Sie so deutliche Worte gewählt?

Paul Schaffers Ich habe wirklich mit mir gerungen, ob ich die Rede auch so halten soll. Ich habe mich gefragt, ob sie nicht vielleicht zu heftig ist. Aber mir ging es hier um das Prinzip. Es ging mir darum, ganz klar festzustellen: So geht man nicht miteinander um. Da geht es nicht um Herrn Kamps. Da geht es darum, dass die Parteien immer Toleranz einfordern. Wie sie sich aber bei der Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister verhalten haben, steht in klarem Widerspruch dazu. Ich musste einfach Luft ablassen.

Wie waren die Reaktionen nach Ihrer deutlichen Kritik in der Haushaltsrede?

Paul Schaffers Mit mir hat keiner von den Ratskollegen dazu persönlich gesprochen. Horst Blumenkemper (SPD) hat sich dazu ja nach seiner Rede geäußert und gesagt, ich sollte nicht mit dem Finger auf die anderen Parteien zeigen. Aber darum ging es ja gar nicht. Ich habe meine eigene Fraktion in die Kritik eingeschlossen. Ich verstehe Herrn Blumenkemper da nicht.

Besonders heftige Kritik bekamen Sie von Jürgen Hendricks (FDP) zu hören.

Schaffers Seine Ausführungen habe ich absolut nicht verstanden. Er hat kritisiert, dass wir unseren Vorschlag nicht mit den anderen Parteien abgesprochen haben. Aber das war nie üblich. Es war immer Konsens, dass die Fraktionen ihre Kandidaten selbst aussuchen und die anderen Parteien dann zustimmen. Die FDP hatte ja beispielsweise selbst gerade erst im Rat einen Antrag zur Änderung von Ausschussbesetzungen gestellt. Den haben wir auch mitgetragen und nicht bei denen über die Liste geschaut.

Wie wird es jetzt beim Posten des stellvertretenden Bürgermeisters weitergehen?

Schaffers Klar ist, Michael Kamps ist nach wie vor unser Kandidat. Er wurde demokratisch in unserer Fraktion mit Mehrheit gewählt. Stand heute ist für uns aber auch klar, dass wir die Position nicht besetzen werden. Denn es besteht ja die Gefahr, dass jeder Kandidaten durchfallen könnte. Ob sich das jemand antut, ist die Frage.

Zu dem Thema wird es ein Treffen mit dem Bürgermeister geben.

Schaffers Das ist richtig. Er hat alle Fraktionsvorsitzenden eingeladen. Bürgermeister Dominik Pichler würde das Amt gerne wieder neu besetzen, weil die beiden anderen stellvertretenden Bürgermeister überlastet sind. Ich werde dann unsere Position deutlich machen. Eben, dass wir keinen neuen Kandidaten benennen werden. Ich denke nicht, dass bei dem Gespräch dann viel herauskommen wird. Ich begreife auch bis heute nicht die Ablehnung von Herrn Kamps, keiner hat dafür einen Grund genannt. Ich habe den Eindruck, dass mancher da eine Mauer aufgebaut hat und sich weigert, auch nur ein kleines Loch in die Mauer zu reißen.

Der stellvertretende Bürgermeisterposten ist für Sie also erledigt, wie sieht es mit einem CDU-Kandidaten für die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters aus?

Schaffers Wir werden 2018 entscheiden, ob wir einen Gegenkandidaten aufstellen.

Ist Axel Stibi ein Kandidat?

Schaffers Nein, das haben wir immer deutlich gesagt. Er ist von den Bürgern abgewählt worden. Da wäre es nicht vermittelbar, ihn wieder aufzustellen.

Ist es denkbar, dass die CDU Dominik Pichler unterstützt?

Schaffers Das muss die Partei entscheiden.

Wie ist Ihr Eindruck von ihm?

Schaffers Ganz ehrlich? Er hat sich besser entwickelt, als ich es mir vorgestellt habe. Er ist ein echter Chef der Verwaltung geworden, der immer die Stadt Kevelaer und nicht das Wohl seiner Partei im Auge hat. Er ist ein freier Geist, der auch mal gegen seine eigene Fraktion stimmt. Wenn Entscheidungen vom Rat getroffen wurden, dann setzt er sich konsequent durch, auch wenn er selbst nicht dahinter stehen sollte. Nach seiner Wahl haben wir ernsthaft überlegt, was mir machen. Sollen wir ihn blockieren oder bringen wir Kevelaer nach vorne? Wir haben uns vorgenommen, sachlich mit ihm zusammenzuarbeiten. Das funktioniert ausgezeichnet.

Quelle: RP
 
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