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Goch
Innenstadt-Initiative ruft zum Boykott der Parkautomaten auf

Goch: Innenstadt-Initiative ruft zum Boykott der Parkautomaten auf
Der Boykottaufruf.
Goch. Es war im Hauptausschuss augenfällig. Als es dort um den Tagesordnungspunkt "Parkgebühren" ging, hielten sich alle Fraktionen komplett zurück. Es gab lediglich einen kurzen Hinweis der Verwaltung zu den neuen Regelungen für Dauerparker. Dazu gab es keinen einzigen Wortbeitrag. Die Politik ist deutlich bemüht, hier nach außen hin Einigkeit zu vermitteln. Von Sebastian Latzel

Bei der Pressekonferenz zu den Nachbesserungen für Dauerparker hatte Ludwig Kade (ZIG) bereits geunkt: "Uns wird sicher Gegenwind ins Gesicht blasen."

Der ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten. Die Bürgerinitiative um Thomas Claaßen protestiert heftig gegen die neuen Pläne. Er spricht von einem "Scherz". "Die Jahresgebühr von 175 Euro für Anwohner ist unverschämt hoch, das werden wir nicht mitmachen", sagt der Gocher, der wie mehrfach berichtet, in der Innenstadt wohnt und Unterschriften für Änderungen der Parkregelung gefordert hatte. 30 Euro pro Jahr war sein Vorschlag gewesen. Die neue Satzung sieht 175 Euro für Anwohner sowie 350 Euro für Jedermann vor.

Zwar steht noch der endgültige Beschluss im Rat aus, doch Claaßen glaubt nicht, dass sich an dieser Regelung noch etwas ändern wird. Daher ist jetzt die nächste Protestaktion gestartet worden. Er hat begonnen, in der Stadt Plakate aufzuhängen, in denen die Bürger zum Boykott der Parkgebühren aufgerufen werden. "Wenn die Stadt merkt, dass ihnen hier massiv Einnahmen fehlen, dann setzt vielleicht doch noch ein Umdenken ein", sagt Claaßen und verweist auf die Zusage des Parkgebühren-Arbeitskreises, die Regelungen nach sechs Wochen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Auch viele Geschäftsleute wären bereit, das Boykott-Plakat aufzuhängen. Darauf werden die Stellen aufgezeigt, auf denen weiterhin kostenloses Parken möglich ist. Ziel: "Alle sollen da parken. An den Parkautomaten steht dann keiner." Einige Angestellte hätten bereits angekündigt, jetzt ein Klapprad ins Auto zu legen und vom kostenlosen Parkplatz zur Arbeit per Rad zu fahren. "Wir lassen nicht locker", sagt Claaßen. Unverschämt sei auch, dass die Berufsschüler zahlen sollen und es eine Ermäßigung nur gibt, wenn der Wagen auch auf den Schüler zugelassen ist. Das sei realitätsfremd.

Bürgermeister Karl-Heinz Otto hatte wegen der Berufsschule Kontakt mit dem Kreis aufgenommen und angeregt, dass der Kreis zusätzliche Parkplätze auf dem Areal anlegt.

Quelle: RP
 
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