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Fußball-Europameisterschaft 2016
Jetzt doch: Public Viewing in Goch

Public Viewing in der Copa Gochana in Goch
Public Viewing in der Copa Gochana in Goch FOTO: Evers Gottfried
Nachdem die "Copa Gochana"-Organisatoren von den Stadtwerken eine Wiederholung zur EM ausgeschlossen haben, stößt Georg van den Höövel mit neuer Firma in die Lücke und lädt bis zu 2500 Fans in den Gocher Stadtpark. Von Michael Baers

Zunächst hatte es noch so ausgesehen, als würde es in diesem Jahr kein Public Viewing in Goch geben. Die Stadtwerke, die vor zwei Jahren die "Copa Gochana" ins Fußball-Fanleben gerufen hatten, gaben Mitte Februar bekannt, dass sie diesmal kein Ausrichter einer vergleichbaren Großveranstaltung sein würden. Als offizielle Begründung nannte Stadtwerke-Geschäftsführer Carlo Marks, dass man in diesem Jahr zu viele andere Projekte habe, um die man sich kümmern müsse.

In wie fern bei der Entscheidung auch finanzielle Erwägungen eine Rolle spielten, ist nicht bekannt. Doch wenn man sich die angespannte Haushaltslage der Stadt ansieht, deren 100-prozentige Tochter die Stadtwerke sind, und sich zudem vor Augen hält, dass der Erfolg einer derartigen Veranstaltung nicht nur vom Abschneiden der Nationalelf, sondern auch wesentlich vom Wetter abhängt, dann lässt sich schnell ahnen, welch finanzielles Risiko dahinter steckt. So werden sich Fußballfans hierzulande mit Sicherheit gern an das historische Halbfinale bei der letzten WM zwischen Gastgeber Brasilien und Deutschland erinnern – die Public-Viewing-Organisatoren in Goch und Kleve allerdings weniger. Denn da das Wetter an jenem Abend so schlecht war, zogen viele Fans das heimische Wohnzimmer der Freiluftveranstaltung vor. Die Folge: Zur "Copa Gochana" kamen nur rund 600 Besucher statt der möglichen 5500; in der Schwanenstadt sah es ähnlich aus.

Veranstalter dort war damals Georg van den Höövel, der zuvor immer in Goch das Public Viewing organisiert hatte. Zuerst mit seiner Firma "allsports", später mit "gordion", die zunächst auch für das Gocher Karnevalszelt verantwortlich zeichnete und später für das in Kleve. Beide Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, doch jetzt ist van den Höövel mit "Abaculus International" (Agentur für Sport- und Live-Kommunikation mit Sitz in London seit Mai 2015 und seit September 2015 in Goch) zurück und stellte bei der Stadt Goch erfolgreich den Antrag, zur EM in Frankreich ein Public Viewing im Stadtpark veranstalten zu dürfen. Allerdings in kleinerem Umfang als bei den Turnieren zuvor. An der "Copa Gochana" vor zwei Jahren zählten die städtischen Veranstalter maximal 3500 Besucher pro Spiel, bei der EM 2012 konnte van den Höövel sogar bis zu 8000 Zuschauer im "Parkstadion" begrüßen. Diesmal sind höchstens 2500 Fußballfans zugelassen und auch die LED-Wand, auf der die Spiele gezeigt werden, wird entsprechend um die Hälfte kleiner sein als die 50-Quadratmeter-Modelle der Vorjahre.

Auch die Losung "Alle Spiele, alle Tore" gilt nicht mehr. "Das ist out", sagte van den Höövel bei der gestrigen Vorstellung der Pläne. Unter dem an die Motivationsformel des EM-Gastgebers Frankreich angelehnten Motto "allez les goch" öffnet der Stadtpark vom 10. Juni bis 10. Juli daher diesmal nur zum Eröffnungsspiel, an allen Deutschlandspieltagen sowie zu allen Viertel- und Halbfinalpartien und natürlich zum Finale. Ist Deutschland nicht beteiligt, kommen die Besucher kostenlos auf das Gelände, das übrigens der Fläche des Public Viewings zur Europameisterschaft 2008 entspricht. An Spieltagen, an denen Jogis Jungs kicken, kostet eine Karte zehn Euro. Darin enthalten sind fünf Euro Eintritt und fünf Euro Mindestverzehr. "Wir haben die Preise auf der Fläche bewusst klein gehalten", verspricht van den Höövel. Ein 0,3 Liter Bier wird 2,50 Euro kosten, außerdem gibt es auf der Fläche die üblichen kulinarischen Public-Viewing-Spezialitäten zur Verpflegung und wohl auch einen Bereich in dem Cocktails und Wein ausgeschenkt werden.

Als Hauptsponsoren an seiner Seite stellte der Veranstalter Warsteiner, Euronnics Thonnet, Edeka Kusenberg und die Telekom vor. Auch die Stadtwerke beteiligten sich am Projekt "allez les Goch", das in 28 Tagen losgeht. "Sie werden im Rahmen der vielen Gewinnspiele, die es auf der Fläche geben wird, auftreten", so van den Höövel.

Karten für die deutschen Vorrundenspiele gibt es ab sofort bei folgenden Vorverkaufsstellen: City Bistro, Sport Matern, Raimund Czesnik und Edeka Kusenberg. Wobei van den Höövel ergänzte, dass man diesmal daran arbeite, "eine Ausfallversicherung für die Kartenkäufer" zu bekommen. Damit die im Fall einer wetterbedingten Spielabsage nicht im Regen stehen. 

 

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