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Goch
Jürgen Münnekhoff leitet Gocher Wache

Goch: Jürgen Münnekhoff leitet Gocher Wache
Vor seinem neuen Arbeitsplatz in Goch: Der neue Leiter der Polizeiwache Jürgen Münnekhoff. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Die Polizeiwache in der Weberstadt hat einen neuen Chef. Nachfolger des pensionierten Heinz van Baal wurde Jürgen Münnekhoff, gebürtiger Klever und im Kreis immer zuhause geblieben. Der 52-Jährige wohnt in Bedburg-Hau. Von Anja Settnik

In den Fluren vor den Dienstzimmern ist immer Zeit für ein paar freundliche Worte - von beiden Seiten. Der neue Chef ist offensichtlich kein Fremder, seine Kollegen kennen ihn gut. Jürgen Münnekhoff ist einer, der fast die ganze Zeit seines bisherigen Berufslebens im Kreis Kleve verbracht hat. Und er wohnt mit seiner Frau in Bedburg-Hau, das ja durchaus in der Nachbarschaft liegt. Der 52-jährige neue Leiter der Gocher Polizeiwache hat die Funktion von Heinz van Baal übernommen, der Ende Juni in den Ruhestand ging.

Dass die Stimmung im Haus gelöst ist, dürfte an Münnekhoffs Art der Mitarbeiterführung liegen. Noch ist natürlich beiderseitiges Antasten angesagt, aber man glaubt ihm, dass er "ein kommunikativer Mensch" ist, wie Münnekhoff von sich selbst sagt. "Ich spreche gerne mit den Leuten, auch mit den Kollegen, und ich rede lieber mit Mitarbeitern, als dass ich E-Mails schreibe", versichert der 52-Jährige. Als Vater zweier erwachsener Kinder und - kaum zu glauben - Großvater von zwei kleinen Kindern, die regelmäßig Zeit mit Oma und Opa genießen, ist der Polizeibeamte einer, der mitten im Leben steht. Was für den Job von Vorteil sein dürfte.

1982 hatte der Klever mit der Ausbildung bei der Polizei begonnen; 1985 war er das erste Mal im Kreis Kleve eingesetzt, zunächst in der Wache Kalkar. Weil Jürgen Münnekhoff aber schon damals ehrgeizig war, ging er von 1987 bis 1990 noch mal für drei Jahre an die Fachhochschule. Und gleich danach wurde der Klever Wachdienstführer und dann Dienstgruppenleiter in Düsseldorf. Zurück an den Niederrhein war der erklärte Wunsch des jungen Familienvaters, deshalb war ihm der Wechsel nach Kleve sehr recht. Von 1994 bis 1998 blieb Münnekhoff Dienstgruppenleiter in Kleve, wurde dann Leiter des Stabes bei der ehemaligen PI (Polizeiinspektion) Nord. Weitere Jahre als Dienstgruppenleiter in Kleve folgten, bis er 2008 zur Führungsstelle der PI Süd wechselte. "Ich war dann bis 2011 Dezernent für Verkehrsangelegenheiten und ging dann nach Emmerich, um die dortige Wache zu leiten. Es gibt eigentlich nichts im Kreis Kleve, das ich nicht kenne." Weshalb Goch jetzt geradezu zwangsläufig seine neue dienstliche Heimat wird.

Wachleiter zu sein bedeutet in erster Linie interne Aufgaben. Münnekhoff koordiniert den Bezirksdienst und den Objektschutzdienst am Weezer Flughafen. Die ebenfalls dort aktive Bundespolizei ist nur für die Non-Schengen-Flüge zuständig. Die Bezirksregierung als Flughafen-Aufsichtsbehörde bedient sich ansonsten der Landespolizei. Leiter der gesamten Gocher Dienststelle ist Jürgen Münnekhoff übrigens nicht. Verkehrs- und Kriminalkommissariat sind eigenständig.

Neben der Führung seiner Mitarbeiter ist der Wachleiter auch "Regionalbeauftragter", also Ansprechpartner in polizeilichen Dingen für Multiplikatoren der Öffentlichkeit. Wenn etwa die Stadtverwaltung, der Rat oder auch Vereine Rat suchen oder ein Anliegen haben, wenden sie sich an den Gocher Polizeichef. "Manchmal gibt es ja Themen, wo die Verantwortlichen der Stadt den Eindruck haben, dass da etwas aus dem Ruder läuft. Da helfe ich gerne, wenn ich kann", versichert er.

Münnekhoff traut sich angesichts der Einbrüche, Diebstähle, von Vergehen aller Art, die es auch am Niederrhein gibt, nicht mehr von einer "Insel der Glückseligen" zu sprechen, sagt er.

Aber vergleichsweisesicher und gemütlich leben die Menschen im Kreis Kleve schon noch. Wobei ihm wie der gesamten Polizeiführung die große Anzahl der Einbruchsdelikte Sorgen macht. Weitaus größeres Kopfzerbrechen übrigens als etwa die Menge der Migranten. Er findet, dass die Gesellschaft hierzulande recht gut mit den Flüchtlingen klarkommt - wobei es in den vergangenen Monaten ja auch keine weiteren Zuweisungen gab und Übergangsheime leer stehen. Die Tageswohnungseinbrüche, aber auch die aktuellen Diebstähle aus Scheunen seien ein weitaus realeres Problem. Mönnekhoff ermuntert alle Bürger, der Polizei jede Beobachtung mitzuteilen. Nur dann bestehe eine gewisse Chance, die (meist überörtlichen und in Banden organisierten) Täter auch zu erwischen.

Quelle: RP
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