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Goch
Kanäle für das "Baugebiet 24"

Goch: Kanäle für das "Baugebiet 24"
Freie Sicht über das Jugendheim hinweg bis ins "Neu-See-Land": Auf der Fläche hinter der Stadtbücherei, dem Bebauungsgebiet 24, werden jetzt Kanäle für die Zukunft als Wohngebiet verlegt. FOTO: Settnik
Goch. Der Innenbereich zwischen Pfalzdorfer Straße und Emmericher Weg wird "nachverdichtet". Erschließung beginnt mit Kanalbauarbeiten. Von Anja Settnik

Am nördlichen Rand der Gocher Innenstadt beginnen die Arbeiten zur Neugestaltung eines Gebiets, das als Bebauungsplan Nr. 24 in den Akten steht. Die Bagger heben Gräben für Kanäle aus, deren Rohre bereits in großer Anzahl hinter der Stadtbücherei zu sehen sind. Zwischen Pfalzdorfer Straße, Emmericher Weg und dem projektierten letzten Stück zum künftigen Ringschluss ist Wohnbebauung geplant. Nahe der Bahnlinie bleibt es wegen der vorhandenen Gewerbeimmobilien Mischgebiet. Die alte Kleingartenanlage soll erhalten bleiben.

Erschlossen wird das Gelände über eine noch anzulegende Stichstraße neben der Stadtbücherei, eine zweite Einmündung trifft etwa in Höhe Lohmannstraße auf die Pfalzdorfer Straße. Im Hintergrund der vorhandenen Bebauung werden Anliegerstraßen verlaufen, an denen beidseitig Bebauung vorgesehen ist. Über die gedachte neue Ringstraße hinweg trifft das Bebauungsgebiet 24 auf den Bereich der ehemaligen Reichswaldkaserne, "Neu-See-Land". In diesen Tagen bearbeiten Bagger die weitläufige Fläche, die nach dem Ende des Autohauses Röchling als Brache übrig blieb. In der Sichtachse zu Kindergarten und Jugendheim wurden eine Reihe Bäume und diverse Sträucher entfernt, nun werden Kanäle verlegt. Sobald die Erschließung geschafft ist, können die Baugrundstücke ausgewiesen und vermarktet werden.

Eher ungewöhnlich an diesem Baugebiet: Es wird einen zehn Meter breiten Grünriegel bekommen, der als baumbestandener Fuß- und Radweg quer durch das Gebiet bis zum Emmericher Weg führen wird. Auch ein kleiner Spielplatz soll an dem Weg angelegt werden. Bewohner des "Neu-See-Land" können künftig ohne Umwege zum rückwärtigen Teil des Bahnhofs gelangen. Auf Sicht soll bekanntlich der Bahnübergang Pfalzdorfer Straße dicht gemacht und in der Nähe eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden. Auch zum Einkaufen können die künftigen Bewohner des Baugebiets 24 mit dem Rad oder zu Fuß.

Der Plan, der aus dem Jahr 2015 stammt und 2017 noch mal abgeändert wurde, weist außerdem die beiden geplanten Kreisverkehre aus. Den an der Einmündung Ostring / Pfalzdorfer Straße und einen zweiten, der in der Mitte des neuen Ring-Stücks beide Wohngebiete anbinden wird. Wie berichtet, will sich am Rand des Plangebiets auch der Discounter Aldi ansiedeln, für dessen Erreichbarkeit der zukünftige Ringschluss, der von den Stadtwerken bis zum Ostring führen wird, wichtig sein wird. Ein zweites kleineres Nahversorgungszentrum schließt sich laut Plan östlich an. Einen Eingriff in Natur und Landschaft bedeute das Vorhaben nicht, da es sich, wie die Stadt Goch begründet, ja um eine Änderung eines rechtskräftigen Planes handele. In der Nutzung als Autohaus waren große Teile des Bebauungsplans 24 früher versiegelt oder mit Schotter belegt. Schützenswerte Tiere lebten dort dennoch, zum Beispiel (nachgewiesen durch ein Fachinstitut) zwei Arten Fledermäuse, Baumfalke, Gartenrotschwanz, Sperber, Turmfalke und Wespenbussard. Ihre Störung sei jedoch "nicht populationsrelevant", zumal die Fläche kaum Nistplätze oder Brutreviere biete. Einzig der auf dem Gelände brütende Gartenrotschwanz muss sich umorientieren: Für ihn werde mit Hilfe einer Streuobstwiese und von Nisthilfen ein Bruthabitat im Norden des ehemaligen Kasernengeländes angelegt.

Quelle: RP
 
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