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Goch/Kleve/Kalkar
Kellner und Köche dringend gesucht

Goch/Kleve/Kalkar: Kellner und Köche dringend gesucht
Servicekraft Fleur de Vries, "Wunderland"-Geschäftsführer Han Groot Obbink und Koch Frank Völlings (v.l.) würden sich über neue Kollegen freuen. FOTO: Evers
Goch/Kleve/Kalkar. Gastwirte und Hoteliers suchen händeringend nach Mitarbeitern. Selbst Stellen mit guten Rahmenbedingungen sprechen offenbar niemanden an. Wir haben Gastronomen nach den Gründen gefragt. Von Marc Cattelaens

Die Gäste kommen zahlreich - viele Gastronomen in der Region können sich nicht beschweren. Und doch macht sich in letzter Zeit ein Problem breit: Köche, Kellner und Reinigungskräfte sind kaum zu finden. Gastwirte und Hoteliers erhalten sehr wenig Rückmeldungen auf ihre Stellenausschreibungen.

Bei der Agentur für Arbeit sind aktuell in Kleve 14 Arbeitsstellen und in Goch zehn Arbeitsstellen gemeldet. "Gesucht wird in den Bereichen Küche, Service, Hotel und Reinigung", sagt Sprecherin Sabine Hanzen-Paprotta. Auch an Auszubildende ist schwer zu kommen. "In Kleve sind sechs Ausbildungsstellen unbesetzt, in Goch eine Stelle", so die Sprecherin. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zählt im Kreis Kleve noch 51 offene Stellen für angehende Köche, Kellner & Co. Diese Zahlen dürften nur die Spitze des Eisbergs sein, denn viele Gastronomen melden offene Stellen nicht, suchen anderweitig nach Mitarbeitern.

"Das Besetzen offener Stellen in der Gastronomie ist schwieriger geworden. Es kommt es vor, dass Arbeitgeber keine Bewerbungen erhalten und sie die Stellen nach einiger Zeit nicht mehr veröffentlichen. Selbst Stellen mit günstigen Rahmenbedingungen wie ohne Arbeitszeiten am Abend oder am Sonntag sprechen offenbar kaum Bewerber an", sagt Hanzen-Paprotta. Das kann Han Groot Obbink, Geschäftsführer des "Wunderland" in Kalkar-Niedermörmter bestätigen. "Die Probleme sind groß", sagt er. Im Freizeitpark mit angeschlossenem Hotel werden Küchen- und Servicekräfte gesucht, in Vollzeit mit 40 Stunden oder als Aushilfsjob. Vor allem sei es schwierig, an Aushilfskräfte zu kommen. "Viele wollen arbeiten, aber die gesetzlichen Bestimmungen machen allen das Leben schwer", sagt Groot Obbink. So dürften Aushilfskräfte in bestimmten Fällen nur einige Stunden am Stück oder nur zu bestimmten Tageszeiten arbeiten. Vielen sei dann die Anreise zu lang oder ihnen sei die Verdienstmöglichkeit zu gering. "So kann man als Gastronom nicht planen", sagt der Wunderland-Geschäftsführer.

Im Kreis Kleve waren zum 31. Dezember 2016 insgesamt 2897 geringfügig Beschäftigte in der Gastronomie gemeldet. Das ist in etwa auf Vorjahresniveau. Dagegen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Gastronomie von Dezember 2015 auf Dezember 2016 um 226 Personen oder 17,8 Prozent zurückgegangen. Groot-Obink sieht auch die Arbeitgeber in der Verantwortung, die Jobs attraktiv zu gestalten. "Wir müssen uns um die Mitarbeiter kümmern, mit ihnen planen, wann sie Freizeit brauchen", sagt er. Heidi Verriet ist Betriebsleiterin im Restaurant "Venga Lounge" in Kleve. "Bewerbungen kommen sehr schleppend", sagt sie. Im Service und an der Theke fehlt ihr Personal. Verriet sieht das Problem eher auf der Bewerber-Seite. "Wir brauchen Menschen mit Spaß an der Arbeit, die sich gerne mit den Gästen unterhalten, ein Lächeln auf den Lippen haben. Daran mangelt es vielen Bewerbern. Sie wollen nur schnelles Geld verdienen und stehen dann mit einem langen Gesicht in der Gegend herum", sagt Verriet. Aus diesem Grund hat sie schon vielen Bewerbern absagen müssen. "Wir versuchen, neue Wege zu gehen und etwa auch auf Facebook nach neuen Mitarbeitern zu suchen", sagt sie. Bislang hat auch dies nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Quelle: RP
 
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