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Uedem/Kevelaer
Kevelaer diskutiert Wirtschaftsförderung

Uedem/Kevelaer: Kevelaer diskutiert Wirtschaftsförderung
Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi (CDU). FOTO: Stadt Kevelaer
Uedem/Kevelaer. Dass die Uedemerin Ruth Keuken, Chefin der Kevelaerer Wirtschaftsförderungsgesellschaft, zur Kreisverwaltung wechselt, hat viele überrascht. Die Politik regt an, jetzt über die künftige Ausrichtung der Gesellschaft nachzudenken. Von Anja Settnik

Sie hat es geschafft, sich ihre Pläne lange Zeit nicht anmerken zu lassen. Dass Ruth Keuken, die Wirtschaftsförderin der Stadt Kevelaer, sich beruflich umorientieren wollte, wusste kaum jemand. Dabei hatte sie sich schon im Oktober um die Nachfolge von Kreis-Pressesprecher Eduard Großkämper beworben. Erfolgreich, wie inzwischen bekannt ist. Und auch damals war es keine spontane Entscheidung. "Einen solchen Schritt bricht man nicht übers Knie", sagte sie auf Anfrage der Rheinischen Post. Viel konkreter wird Keuken jedoch nicht: "Zu den Gründen sage ich nichts." Kein Wunder: Als Pressesprecherin des Kreises wird sie mit allen Funktionsträgern in den Kommunen guten Kontakt halten müssen. Da empfiehlt es sich nicht, vorab Porzellan zu zerschlagen.

Seit 24 Jahren ist Ruth Keuken für die Stadt Kevelaer aktiv. Erst an der Seite von Hans-Josef Kuypers, dann als Nachfolgerin des Mannes, dessen Fußstapfen groß waren und ihn bekanntlich vor einigen Jahren in die Kreisstadt führten. Sie hat seinen Weg – unterstützt von drei kaufmännischen Mitarbeiterinnen und einer Auszubildenden – fortgeführt. Ob es möglich sein kann, das Niveau innerhalb der Wirtschaftsförderung weiter zu halten? Ernst Umbach (UWU), Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, stellt diese Frage in den Raum. Und deutet an, der Anlass sei sicherlich geeignet, das Thema Wirtschaftsförderung mal genauer zu beleuchten. "Wobei ich dringend davor warne, das bewährte System jetzt einfach zu zerschlagen." Möglicherweise müsse das Konzept überarbeitet werden. Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass die Position des Wirtschaftsförderers in einigen Bereichen wenig Spielraum lässt. Zum einen ist der Etat knapp bemessen, zum anderen liegt der Schwerpunkt der Gesellschaft offenbar eher in der Kulturförderung als im Bereich Wirtschaft. Auch bei der Stadtplanung – in anderen Kommunen wichtiges Thema des Wirtschaftsförderers – wollte oder musste sich Keuken immer stark zurückhalten. Dazu Umbach: "Kevelaer ist durch die Wallfahrt und das große kulturelle Angebot ein Sonderfall. Das hat auch Auswirkungen auf das Aufgabenfeld der Wirtschaftsförderung." Immer hat Keuken großen Wert darauf gelegt, etwa in Fragen des Handels als Geschäftsführerin des Verkehrsvereins und nicht etwa der Wirtschaftsförderung zu sprechen.

Was sagt der Bürgermeister, der von Keukens Entscheidung erst vor wenigen Tagen (nachdem sie ihre Mitarbeiter informiert hatte) erfuhr? Er bedauere die Entscheidung, habe aber Verständnis für den Wunsch nach einer neuen Herausforderung, teilt er schriftlich mit. Ob Keuken schon zum 1. März, wie gewünscht, gehen darf, darüber hätten die Gremien der Gesellschaft zu befinden. "Nach meiner persönlichen Bewertung sollten sie der einvernehmlichen Aufhebung zum 1.3. zustimmen."

Ralf Angenendt, Mitglied des Aufsichtsrats der "Wifö", ist ebenfalls von der Nachricht überrascht worden. "Dass sich Frau Keuken beruflich verändern möchte, kann ich verstehen. Sie hat ja streng genommen einen Zeitvertrag" (der erst kürzlich für weitere fünf Jahre verlängert wurde, Anmerkung der Redaktion). Ob nun die Zeit für eine strukturelle Änderung sei, darüber müsse nachgedacht werden. So sieht das auch Thomas Selders, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. Auch Selders möchte die Situation "als Chance sehen, sich neu aufzustellen und weiterzudenken". Das Thema müsse ergebnisoffen diskutiert werden. Start dazu werde sicherlich die Klausurtagung der CDU am kommenden Wochenende sein.

Hans-Josef Kuypers, Chef der Kreis Klever Wirtschaftsförderung, hält den Job in Kevelaer für sehr attraktiv. "Mich haben schon mehrere Leute angesprochen, die sich für die Position interessieren."

Quelle: RP
 
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