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Goch
Kleiner Kalender und ein "Botanicum"

Goch. Die drei Drucker von VIR3 werden wieder auf dem Moyländer Weihnachtsmarkt präsent sein. Rechtzeitig zum Fest erscheinen eine neue Auflage mit grafischen Blättern und wieder der Kunstdruck-Kalender im Taschenformat. Von Matthias Grass

Drei Pinguine stehen in der Reihe, reichen mit ihren langen Flossen auf ein rotes Rechteck. Einer der drei hat sich einen Fisch unter seinem Flügelstummel geklemmt. Desislava Unger hat die Südpol-Bewohner für das kleine Kalenderblatt geschnitten, das gleich im Januar die Freunde der Druckgrafik begrüßt. Grafisch auch die Käfer von Marco Henkenjohann, auf einem der anderen handgroßen Blätter des Kalenders für 2015, den die Gocher Drucker von VIR3 jetzt herausgegeben haben. 100 Exemplare zählt die Auflage des schmalen Kalenders, der jetzt in den Buchhandel geht. VIR3, das sind die Drucker Stefan Vüllings, Anno Ixfeld und Andreas Reimer, die sich auf erlesene Druckgrafik spezialisiert haben. Die Blätter drucken sie in einer kleinen Werkstatt auf einer alten Heidelberger Druckmaschine in Goch.

Die Kalender sind alle in der Werkstatt an der Klever Straße in Pfalzdorf sortiert, müssen teils nur noch in die vorgesehen Kartons gelegt und auf den Weg in den Handel gebracht werden. Es ist aufgeräumt in der Werkstatt - ein Regalbrett voller Druckfarben, dort Papier, gleich gegenüber diverse Blätter hinter Passepartout im Rahmen, vorne auf der Druckmaschine liegen große Blätter einer Auflage.

Neben den grafischen Blättern von Unger und Henkenjohann stehen im neuen Kalender verspieltere Motive von Maren Rombold: Ein strubbeliger Fuchs beugt sich hier rot auf blaues Wasser hinunter, nicht ohne mit gespitzten Ohren den Betrachter des Blattes nicht aus den Augen zu verlieren. Die einzelnen, etwa Postkartengroßen Blätter sind um ein Kalendarium erweitert, das sich leicht abtrennen lässt - das Blatt ist an dieser Stelle perforiert. Eingeschlagen ist das Teil in einen starken Karton, der vorne wie ein Passepartout das Motiv und darunter das Kalendarium freigibt. 32 Euro kostet ein Kunst-Kalender. Neben diesen hat Vüllings noch einen zweiten gesellt, in dem Gerhard van der Grinten mit Katzenbildern Filmgeschichte durchdekliniert: Ob Star Wars, Casablanca oder Batman, es gibt keinen Film, den er nicht als Katzenblatt ins Kalenderformat bringt.

Die drei Drucker und Künstler um Stefan Vüllings sind mit ihrer Heidelberger Druckmaschine auch wieder auf dem Weihnachtsmarkt in Moyland vom 9. bis 13. Dezember. Stefan Vüllings schließt eine der flachen Holzkisten auf, die fein säuberlich in der Werkstatt gestapelt sind und zeigt die Exlibris für den Moyländer Markt. Jedes hat wie in einer Lettern-Box ein kleines Fach für sich: Feine Blätter, die dann auf dem Weihnachtsmarkt mit dem Namen des Buchinhabers versehen in die Bände der eigenen Bibliothek geklebt werden können. Auch sie zieren Tierbilder von verschiedenen Künstlern. Dazu gibt es aber auch ein Rechteck wie ein Regal voller Bücher. Darin steht in roten Buchstaben über die verschiedenen Fächer verteilt "Exlibris". In diesem Jahr gibt es einen handlichen Karton, der die Blättchen aufnimmt.

In einem anderen der flachen Holzkisten liegen die Künstlerkarten, die die Drucker zum Markt herausgeben: der Elch, der inzwischen zum Markenzeichen geworden ist, aber auch neue Arbeiten. Wie die Karte von Desislava Unger. Die Wienerin hat einen Sternenhimmel voller Schneeflocken über ein Hirschgeweih geschnitten. Richtige Weihnachtsstimmung eben.

Bleiben noch die großen Blätter: Nachdem es 2008 ein Bestiarium gegeben hat, folgt jetzt 2015 das "Botanicum" mit vier Motiven. Dazu hat Gerhard van der Grinten Seerosen beigesteuert, Maren Rombold holte knallrote Tomaten aufs Blatt (Paradiesäpfel, der Titel), bei Marco Henkenjohann wächst eine Königskerze gelb und groß in den Himmel und Sophia Pechau schuf ein faszinierendes Kohlblatt.

Quelle: RP
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